Szene aus dem Hinspiel zwischen Eintracht und Hertha

Ungewöhnlich aber wahr: Mit viel Rückenwind aus München geht Eintracht Frankfurt ins nächste Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Dass die Berliner mittlerweile von Bruno Labbadia trainiert werden, ist allerdings ein Nachteil. Das Wichtigste zum Spiel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Hertha unter Labbadia stark"

Eintracht-Trainer Adi Hütter hofft noch auf Heimpunkte.
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Am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga tritt Eintracht Frankfurt bei Hertha BSC an. Anpfiff im Berliner Olympiastadion ist am Samstag um 15.30 Uhr.

Die Ausgangslage

Ist aus hessischer Sicht, so salopp darf man das durchaus sagen, gar nicht mal so schlecht. Klar, das Aus im Halbfinale des DFB-Pokals tat weh, der tapfere Auftritt beim knappen 1:2 in München dürfte in Sachen Selbstvertrauen trotzdem für einen Schub sorgen. Das Gute ist ja: Die Eintracht fährt auch ohne Pokal-Endspiel nach Berlin, und in der Liga hat sie sich nach den Siegen in Wolfsburg (2:1) sowie Bremen (3:0) der größten Abstiegssorgen entledigt.

Einzig die jüngste 0:2-Niederlage gegen Mainz sorgte für einen ordentlichen Dämpfer. Einerseits mit Blick auf den eigenen spielerischen Aufschwung, andererseits mit Blick auf eine mögliche Qualifikation für die Europa League, mit der Trainer Adi Hütter vor dem Mainz-Spiel noch geliebäugelt hatte. Bei acht Punkten Rückstand auf Tabellenrang sieben und noch vier ausstehenden Partien dürfte sich dieses Thema allerdings erledigt haben.

Apropos Europapokal: Auch beim Tabellen-Neunten aus Berlin ist das internationale Geschäft derzeit kein Thema. Zumindest kein großes. Die Hertha hat 38 Zähler auf dem Konto und damit fünf Punkte Rückstand auf die siebtplatzierte TSG 1899 Hoffenheim. "Wir lassen es auf uns zukommen", betonte Coach Bruno Labbadia, der 54-Jährige ergänzte aber noch: "Wenn wir eine Chance hätten, würden wir zugreifen." Zuletzt kassierten die Hauptstädter bei Borussia Dortmund die erste Niederlage (0:1) unter Labbadia, der das Team während der Corona-Pause übernommen hatte.

Das Personal

Die Wahrscheinichkeit, dass Eintracht-Trainer Hütter seine Aufstellung im Vergleich zur Partie in München verändern wird, ist hoch. Man könne die beiden Gegner nicht miteinander vergleichen, sagte er im Vorfeld des Auswärtsspiels in Berlin. Die Frage ist nur: Wie viel werden die Frankfurter rotieren? Allein im Mittelfeld deuten sich gleich mehrere Umstellungen an. Filip Kostic steht nach seiner Pokal-Sperre wieder zur Verfügung, Sebastian Rode hingegen fällt wegen der fünften Gelben Karte in der Liga aus. Abgesehen vom Schweizer Gelson Fernandes, der in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommt, stehen Hütter sonst alle Profis zur Verfügung.

So könnte die Eintracht spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung

Aufseiten der Hertha steht Marvin Plattenhardt vor einer Rückkehr ins Aufgebot. Der Verteidiger und Ex-Nationalspieler hat seine Gehirnerschütterung, die er sich bei einem Zusammenstoß während der Partie gegen RB Leipzig zugezogen hatte, auskuriert. Die Liste der Berliner Ausfälle ist dennoch lang: Neben den langzeitverletzten Santiago Ascacibar, Javairo Dilrosun und Luca Netz werden Marius Wolf (Sprunggelenk), Thomas Kraft (Rücken) und Mathew Leckie (Oberschenkel) definitiv fehlen. Hinter den Einsätzen von Matheus Cunha und Karim Rekik stehen noch Fragezeichen.

So könnte Hertha BSC spielen: Jarstein - Pekarik, Boyata, Torunarigha, Plattenhardt - Grujic, Skjelbred - Lukebakio, Darida, Mittelstädt - Ibisevic

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir waren nach dem Spiel in München natürlich enttäuscht, weil wir ausgeschieden sind. Aber wir haben noch vier sehr wichtige Ligaspiele vor uns. Die Jungs sind weiterhin gewillt, alles zu geben. Hertha wird uns körperlich zusetzen wollen. Darauf müssen wir uns einstellen. Wir müssen die Einstellung und den Willen aus der zweiten Halbzeit in München an den Tag legen."

Bruno Labbadia: "Wir wollen den Weg, den wir seit dem ersten Tag unserer Zusammenarbeit eingeschlagen haben – geschlossen zu arbeiten und mutig Fußball zu spielen – bis zum Saisonende weitergehen. Die bisherigen Spiele haben mir viel Freude bereitet, so müssen wir weitermachen und in jeder Partie ans Maximum kommen. Ich gehe davon aus, dass es bei Frankfurt den einen oder anderen Wechsel geben wird. Aber ich glaube, der grundsätzliche fußballerische Ansatz bleibt der gleiche, zumal die Mannschaft in Sachen Belastung inzwischen einiges gewohnt ist. Die Eintracht spielt intensiv – das wollen wir auch."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Mit ordentlich Karacho hat sich Danny da Costa auf die Bühne des Frankfurter Fußballgeschehens zurückkatapultiert. Sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 beim FC Bayern – erzielt nur drei Minuten nach seiner Einwechslung – war nicht nur ein sehenswerter Kracher, sondern auch ein Statement der Marke: "Ich bin noch da!" War da Costa in der abgelaufenen Saison in 50 Pflichtspielen noch gesetzt, kommt er in der Rückrunde wegen der Konkurrenzsituation nur schwer über die Reservistenrolle hinaus. Genau das könnte sich aber in den verbliebenen vier Spielen ändern. "Ich habe mit ihm gesprochen und er weiß, was die nächsten Tage auf ihn zukommt", stellte ihm Hütter für Berlin einen Startelfeinsatz in Aussicht.

Beim "Big City Club" ist die Suche nach den Top-Scorern angesichts von bislang 43 Saisontoren keine einfache. Positiv ausgedrückt könnte man aber auch sagen: In Berlin verteilt sich die Arbeit im gegnerischen Strafraum auf mehreren Schultern. Dodi Lukebakio ist sowohl bester Torjäger als auch Vorlagengeber (jeweils sechs), dahinter folgen Vedad Ibisevic (fünf Treffer) sowie Vladimir Darida (fünf Vorlagen).

Die Statistik des Spiels

Für Hertha-Coach Labbadia ist Eintracht Frankfurt wohl so etwas wie der absolute Lieblingsgegner. Seine persönliche Trainer-Bilanz gegen die Hessen kann sich mit elf Spielen ohne Niederlage sehen lassen: Fünf Mal gewann er mit seinen Teams, sechs Mal spielte er unentschieden. "Ich bin ja gebürtiger Hesse, vielleicht liegt es daran, dass ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin", sagte Labbadia, der aus Darmstadt stammt.