Oliver Glasner Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt bereitet sich auf das letzte Spiel des Jahres vor. Trainer Oliver Glasner kümmert sich erst um sein Team und kellnert dann für Obdachlose. Eine frohe Botschaft überbringt er von Djibril Sow.

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Glasner: Sow will mit Eintracht Erfolge feiern

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Oliver Glasner hatte am Mittwoch viel zu tun. Zunächst einmal leitete er das Training seiner Mannschaft, dann standen noch zwei emotionale Termine an. Doch dazu später mehr.

Im Training ließ er Torschüsse im Dreierverbund praktizieren, sein Team soll mit Pässen im Dreieck spielen und die Tiefe suchen. So lässt es Glasner schon das gesamte Jahr über einüben, und gemäß seinem Ehrgeiz will er auch im Testspiel am Freitag gegen Bergamo (20 Uhr) die entsprechende Umsetzung im Spiel sehen. Über tausend Fans werden die Mannschaft zu den befreundeten Italienern begleiten, die Eintracht selbst reist mit einem Rumpfkader an.

Sow meldet sich bei Glasner

"Wir hoffen, dass Timmy Chandler und Jens Grahl noch mitkommen und sich Faride Alidou erholt. Maximal zwei Spieler aus der U19 oder U21 werden dazu kommen", sagt Glasner. Alidou plagte sich am Mittwoch noch mit einem Magen-Darm-Infekt herum, Chandler und Grahl befanden sich wie Sebastian Rode bei einem Trainerlehrgang.

Fehlen werden definitiv die Nationalspieler, die – anders als beispielsweise bei Borussia Dortmund – noch im Extra-Urlaub weilen. Mit allen von ihnen hatte Trainer Glasner Kontakt, jüngst mit dem im Achtelfinale ausgeschiedenen Schweizer Djibril Sow. "Ich habe Djibril gratuliert zu einem fantastischen Jahr, nicht nur in der Nationalelf, sondern auch bei uns. Er hat mir geantwortet: 'Im nächsten Jahr werden wir mit der Eintracht Erfolge feiern.' Er hat explizit geschrieben: 'mit der Eintracht'."

Glasner kellnert für Obdachlose

Zuletzt hatte es Spekulationen um einen möglichen Winterabgang des Mittelfeldspielers gegeben, Vorstand Markus Krösche hatte Anfragen anderer Klubs bestätigt. Trainer Glasner aber lassen diese Meldungen kalt: "Bei jedem Berater gibt es Anfragen, dann wäre theoretisch jeder weg und wir hätten gleichzeitig 30 Neue." Derzeit gehen sie bei der Eintracht ohnehin davon aus, mit allen Spielern wieder im Januar an den Start zu gehen – also auch mit Luca Pellegrini, den italienische Portale gerade bei Lazio Rom handeln.

Diskussionen um Abgänge und auslaufende Verträge wie jene von Daichi Kamada oder Evan N'Dicka werden wohl auch im kommenden Jahr nicht abreißen. Da genießt es Trainer Glasner, Zeit für andere Themen und auch für einen genussvollen Rückblick zu haben. Am Mittwochnachmittag kellnerte er bei einem Essen für Obdachlose in Frankfurt, am Abend wollte er zu einer Vernissage zum Europapokalsieg. Schon im Vorfeld hatte er Bilder aus dem dazugehörigen Buch über den Triumph von Sevilla gesehen – wie Chandler oder Rode Freudentränen weinten oder Goncalo Paciencia beim Elfmeterschießen nicht hinschauen konnte.

"Die Gefühle kann dir keiner nehmen"

Für Glasner, der sich über seine langfristige Zukunft in Frankfurt noch keine Gedanken machen mag, bleiben diese Bilder für die Ewigkeit. "Wir hatten viel zu wenig Zeit, das auszukosten. Im Urlaub werde ich mir die Zeit nehmen. Die Gefühle kann dir keiner nehmen, alles andere ist vergänglich." Und so werden die Frankfurter in diesem Jahr am Neujahrsabend, egal wo sie sich auch befinden, gedanklich wohl auch wieder zusammen in Sevilla sein.