Younes und Chandler von Eintracht Frankfurt

Noch steht Eintracht Frankfurt im Rennen um die Champions League gut da. Damit der Traum von der Königsklasse wahr wird, muss sich aber etwas ändern. Trainer Adi Hütter ist gefordert, Timothy Chandler ist weiter optimistisch.

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Auch Timothy Chandler wand sich am Dienstag wie ein Aal um die Frage nach den Ursachen für den Leistungs-Abfall von Eintracht Frankfurt. Der Abschied von Trainer Adi Hütter, der rein chronologisch direkt vor den erstaunlich blutleeren Auftritten gegen Gladbach (0:4), Augsburg (2:0) und Leverkusen (1:3) lag, sei jedenfalls nicht der Grund, betonte der Ur-Frankfurter. "Wäre der Wechsel nicht rausgekommen und wir hätten verloren, wäre alles normal gewesen." Hätte, hätte, alles nur eine konstruierte Kausalkette? Wohl kaum.

Die Eintracht kann es - muss es aber auch zeigen

Nun ist es tatsächlich müßig darüber zu diskutieren, wie groß oder klein der Einfluss des Hütter-Hickhacks auf die sportliche Performance der Eintracht ist. Dass die Hessen vor Hütters Vermählung mit Gladbach drei von 28 Spielen und danach zwei von drei Spielen verloren, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Klar ist aber auch: Noch beträgt der Vorsprung auf Platz fünf und Borussia Dortmund einen Punkt. Und die kommenden Gegner Mainz, Schalke und Freiburg sind alles andere als unschlagbar. Die Eintracht hat es weiter selbst in der Hand.

"Wir bestimmen, wo es langgeht", fasste deshalb auch Chandler die Ausgangslage zusammen. Die Mannschaft stellte in dieser Saison gleich mehrfach ihre Qualität unter Beweis und steckte immer wieder Rückschläge weg. Der mutlose Herbst ist ebenso vergessen wie die zahlreichen Rückstände, mit einem letzten Aufbäumen könnte nun der Traum von der Champions League wahrwerden. "Wir wissen immer noch, was wir können", so Chandler. Die Eintracht muss wieder zu sich selbst finden und den Schalter umlegen. Aber wie?

Younes braucht Startelf-Garantie

In erster Linie verantwortlich ist selbstverständlich weiter Coach Hütter. Der Österreicher, der stets seine Professionalität betonte, muss seinen Worten nun Taten folgen lassen und sein Team in den drei verbleibenden Spielen optimal ein- und aufstellen. Wenn die Hessen nach kurzer Verschnaufpause am Mittwoch in die Endspurt-Vorbereitung starten, müssen die Geschehnisse der Vergangenheit genau dieser angehören und auch mögliche Verstimmungen abgehakt werden. Stichwort: Amin Younes.

Die Nicht-Berücksichtigung des Nationalspielers in den vergangenen Partien begründete Hütter nach der Niederlage in Leverkusen zwar damit, dass Younes "nicht 100 Prozent fit" sei. Vor allem der Auftritt des Spielmachers nach Einwechslung in Gladbach machte aber deutlich, dass auch ein nicht ganz fitter Younes eine echte Bereicherung und im Rennen um die Champions League unabkömmlich ist. Die Eintracht, die zuletzt auch in der Offensive ohne Esprit und Mut agierte, ist auf die Ideen von Younes angewiesen. An ihm führt kein Weg vorbei.

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Die Führungsspieler sind gefordert

Was Younes in der Offensive ist, ist Konstanz in der Defensive. Aufgrund von Sperren, Verletzungen oder vorher nicht gekannter Rotation wirbelte Hütter die Dreierkette in den drei vergangenen Spielen immer wieder durcheinander, auch auf der rechten Außenverteidiger-Position gab es Änderungen. Für mehr Stabilität, das beweisen die insgesamt neun Gegentore, sorgte das nicht. Heißt: Hütter muss sich auf eine Startelf festlegen und dieser vertrauen. Martin Hinteregger, Tuta und Evan N’Dicka bilden die Dreierkette, der Gegenpart zu Filip Kostic ist Erik Durm.

Der wohl entscheidende Punkt bleibt aber die abhandengekommene Leichtigkeit. Seit dem Abschied von Hütter, den selbst Chandler trotz aller Abwehrhaltung als "kleinen Schock" bezeichnete, hat die Eintracht ihr Selbstverständnis verloren und damit die großen Ziele in Gefahr gebracht. Ein mentaler Umkehrschwung ist dringend nötig. Ob Trainer Hütter, dessen Aufgabe genau das wäre, das noch hinbekommt, scheint offen. Die Motivation, erstmals in der Champions League zu spielen, sollte für die Spieler aber Antrieb genug sein.

Chandler geht voran

"Ich habe vor allem mit den jüngeren Spielern viel gesprochen", sagte deshalb auch Chandler, der derzeit vor allem neben dem Platz vorneweg geht und Führungsspieler-Aufgaben übernimmt. "Wir müssen uns bewusst machen, was wir schon geleistet haben und was das den Fans bedeutet." Die Eintracht kann weiter Historisches erreichen, sie muss sich dafür nur auf sich selbst besinnen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 26.04.21, 23.15 Uhr