Adi Hütter gestikuliert.

Warum gibt es in der Startelf von Eintracht Frankfurt so selten Veränderungen? Wann spielt der formstarke Aymen Barkok von Beginn an? Und wie belastet ist das Verhältnis zu Danny da Costa? Zu diesen und anderen Fragen bezieht Trainer Adi Hütter nun Stellung.

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"Ich bin da, um Euch ein paar Eindrücke zu geben. Zu gewissen Themen möchte ich Stellung nehmen." Mit diesen Worten steigt Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter in ein neues YouTube-Format des Bundesligisten ("EintrachtTV Meinungsbild") ein. Wie in einer virtuellen Pressekonferenz antwortet der Coach auf Fragen, die Fans auf den Social-Media-Kanälen des Clubs gestellt hatten. Ein Überblick.

Warum hält Hütter so sehr an seiner Stammelf fest?

Über die ausbleibende Rotation in der Frankfurter Mannschaft ist in den vergangenen Wochen viel diskutiert worden. Fakt ist: Bereits seit der ersten Halbzeit des Bielefeld-Spiels am ersten Spieltag (!) wirkt die Startelf wie zementiert, Veränderungen gibt es nur punktuell und nur bei Verletzungen.

Hütter begründet das so: Die Eintracht nimmt in dieser Saison nicht am Europapokal teil, weniger Pflichtspiele bedeuten also auch weniger Rotation. Der Österreicher, das betont er, setzt auf Kontinuität und Stabilität. Ganz wichtig ist ihm darüber hinaus auch Vertrauen.

"Ich bin nicht der Trainer, der gleich beim ersten schlechten Spiel den Spieler wechselt. Ich möchte ihm eine zweite, vielleicht auch mal eine dritte Chance geben. Das ist meine Philosophie, eine Mannschaft zu führen."

Wieso ist Stefan Ilsanker gesetzt?

Fehlpässe und Unsicherheiten haben Ilsanker zuletzt viel Kritik eingebracht. Auf die Rückendeckung seines Trainers kann der 31-Jährige trotzdem zählen. "Stefan ist für mich ein klarer Sechser, der vor der Abwehr aufräumt. Er kann eine Mannschaft mit seinen Emotionen mitreißen", sagt Hütter. Eine Kombination, die den Coach offenbar sehr an die Qualitäten von Ilsankers Vorgänger erinnert.

"Was seine Emotionen betrifft, ist er nichts anderes als ein Gelson Fernandes, der uns im ersten Jahr vor der Abwehr unheimlich viel abgeräumt hat." Deshalb erhalte Ilsanker auf der Position im defensiven Mittelfeld den Vorzug. "Er kann sie am besten bekleiden", so Hütter.

Wann spielen Barkok und Younes von Beginn an?

Eine Startelfnominierung von Rückkehrer Aymen Barkok und auch von Leih-Neuzugang Amin Younes ist einer der sehnlichsten Wünsche vieler Eintracht-Fans. Das Duo – in allen möglichen Spielen eingewechselt – bringt nach der Halbzeit stets frischen Wind in die Auftritte der Hessen.

Einziges Problem: Ihr Trainer ist noch zurückhaltend. "Niemand hat die Garantie, dass er im darauffolgenden Spiel auch von Anfang an die dementsprechende Leistung bringt", sagt Hütter. "Ich möchte Aymen behutsam und langsam aufbauen und weiterentwickeln."

Zumindest etwas weiter scheint da Younes zu sein. Der Offensivspieler befinde sich in einem "sehr guten Prozess" und gewinne immer mehr an Physis. Der Coach: "Ich kann mir vorstellen, dass es nicht mehr lange dauert, bis er von Beginn an spielt."

Was ist mit Danny da Costa?

Das Verhältnis zwischen dem Trainer und seinem Dauer-Läufer der vergangenen Jahre soll zerrüttet sein, doch Hütter bestreitet das: "Ganz im Gegenteil, das stimmt einfach nicht." Und doch spielt der Flügelflitzer viel seltener, als er es lange Zeit gewohnt war. Warum? Auch hier bezieht sich Hütter in seiner Begründung auf den fehlenden Europacup.

Weniger Spiele – und zudem weniger verletzte Profis – bedeuten in Summe weniger Einsatzmöglichkeiten für da Costa, der in dieser Saison erst zwei Mal in der Startelf stand und zuletzt in Stuttgart (2:2) gar nicht erst im Kader war. Hütter umschreibt die Personalie da Costa auch mit der "unangenehmen Qual der Wahl, Spieler aus dem Kader zu streichen", obwohl sie gut trainiert hätten.

"Die Mannschaft weiß, dass es auch in Zukunft weiter Härtefälle geben wird." Klingt nicht so, als würde da Costa beim nächsten Heimspiel gegen Leipzig am Samstag (21. November, 18.30 Uhr) von Beginn an auflaufen.

War das nun ein zufriedenstellender Saisonstart?

Geht es nach dem Trainer: nein. Hütter ist mit der Ausbeute der Eintracht nicht zufrieden, er ärgert sich über die Ergebnisse aus den Spielen gegen Bielefeld, Köln sowie Bremen (alle 1:1): "Da sind mir drei Punkte zu wenig." Was den 50-Jährigen am meisten stört? Die permanenten Rückstände.

"Die Mannschaft muss unheimlich viel Energie aufbringen, um ein Unentschieden zu holen. Wir müssen klare Tendenzen zeigen, dass wir auch mal wieder in Führung gehen können." Eine Woche ist noch Länderspielpause, dann bieten sich den Frankfurtern neue Möglichkeiten.

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