Amin Younes Eintracht Frankfurt

Amin Younes soll Eintracht Frankfurt verlassen. Am besten so schnell wie möglich. Nur: Welche Optionen hat Younes überhaupt? Und was passiert, wenn er gar keinen neuen Verein findet?

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Audioseite Eintracht: Weiter Wirbel um Younes und Kostic

Filip Kostic und Amin Younes
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Jetzt ist es offiziell: Amin Younes und Eintracht Frankfurt - dieses Kapitel soll schnellstmöglich geschlossen werden. Geht es nach dem hessischen Bundesligisten besser gestern als morgen. Nachdem Younes am Dienstag mitsamt Beraterschar am Stadtwald aufgetaucht war, verkündete die Eintracht keine 24 Stunden später, dass der Termin genutzt wurde, "um eine einvernehmliche Lösung" in der Causa zu finden. Younes werde in dieser Zeit nicht am Training teilnehmen. Kurz ausgedrückt: Er soll weg. Nur: wohin?

Seit seinem geplatzten Wechsel zu Al-Shabab in Saudi-Arabien ist es still geworden auf dem Transfer-Rummel um den Mittelfeldspieler. Neue Interessenten gab es wohl nicht. Es braucht freilich auch nicht viel Vorstellungskraft, dass viele Vereine vom Verhalten Younes' abgeschreckt worden sein dürften. Ein Profi, der mehrere Tage dem Training fernbleibt, um den Club zu verlassen? Das ist sicherlich kein Wunschkandidat.

Younes hat sich verzockt

Der an guten Tagen geniale Mittelfeldstratege hat sich, so ist zu hören, schlicht und ergreifend verzockt, in dem er alles auf die Karte Saudi-Arabien setzte. Der Wechsel platzte, obwohl alles unterschriftsreif war. Dem Vernehmen nach zog Al-Shabab plötzlich die Offerte zurück. Nix war es mit dem Wechsel auf die arabische Halbinsel.

Was folgte, ist auch für die stress- und krisenerprobte Eintracht ein Verhalten und Vorgehen, das nur schwer erträglich ist. Younes meldete sich eigenmächtig ab, verschwand, war für die Frankfurter Macher tagelang nicht zu erreichen. Den Weg zurück bei den Hessen hatte er sich da schon verbaut.

Dortmund-Krach nicht der einzige

Auch, weil er in weiten Teilen der Mannschaft komplett unten durch ist. Younes wird aus Eintracht-Kreisen als Mann mit zwei Gesichtern dargestellt. Das eine, positive, ist das eines Mannes, der am Jahrestag der Anschläge von Hanau nach einem Torerfolg ein Shirt mit dem Konterfei eines der Opfer hochhält und sich privat bei einer Veranstaltung der Angehörigen aufhält.

Das andere, negative, ist das eines Spielers, der aufbrausend ist, ein Hitzkopf, oft schwer einzufangen. Die Halbzeitpause im Dortmund-Spiel, wo es zum ultimativen Krach kam, ist dabei eine wichtige, aber nicht die einzige Episode. Stimmen aus der Mannschaft, die ihn gerne zurück hätten, gibt es nicht.

Ein Wechsel wird immer schwerer

Bleibt nun die wichtige Frage, wie es weitergeht. Younes soll weg. Das ist allen Beteiligten klar. Die Möglichkeiten sind nun aber übersichtlich geworden. Der Transfermarkt der europäischen Topligen ist längst geschlossen, auch das türkische Sommer-Transferfenster ist seit dem Mittwoch zu. Viel bleibt da nicht mehr übrig, damit die leidige Posse noch in diesen Tagen ein Ende findet.

Das Transferfenster in Saudi-Arabien ist noch bis zum 18. September offen. Auch das ist nicht mehr lange. Es wäre möglicherweise die letzte Möglichkeit für die Eintracht, mit einem Transfer Geld zu erwirtschaften. Es gibt aber auch noch eine, für Younes unsichere, Möglichkeit: Vertragsauflösung.

Younes vor ungewisser Zukunft

In diesem Fall wäre die Eintracht fein raus. Der Mittelfeldspieler könnte sich dann eigenständig um einen neuen Arbeitgeber kümmern. Er würde dann aber auch kein Gehalt kassieren und stünde vor einer ungewissen Zukunft. So oder so lässt sich jetzt schon sagen, dass diese Causa nur Verlierer kennt. Und der größte Verlierer ist Younes selbst.

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