Luka Jovic von Eintracht Frankfurt im Spiel gegen den BVB

Wieder kein Treffer, wieder keine Torvorlage, nur ein Schuss auf das Tor - und trotzdem wird Luka Jovic nach dem Spiel von Eintracht-Trainer Hütter überschwänglich gelobt. Warum? Weil der Serbe eine neue Rolle hat.

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Adi Hütter
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Es war eine Szene mit Symbolcharakter. Die 87. Minute lief im ehemaligen Westfalenstadion in Dortmund, die Eintracht, eigentlich nicht mehr unter Zugzwang, wollte es noch einmal wissen. An den Ball kam Luka Jovic. Und der Serbe ließ ihn partout nicht mehr los. Manuel Akanji kam, Jovic lief ihn ab, Mats Hummels setzte zur Grätsche an, Jovic wehrte sich - wodurch der Ball zu Filip Kostic kam. Der flankte, André Silva köpfte, 2:1 für die Eintracht. Jovic, das wurde in dieser Szene nochmal deutlich, ist bei den Hessen nicht mehr nur noch der Mann der finalen Aktion, der Serbe hat nun eine neue Rolle.

Der Blick auf die Zahlen beim 2:1-Sieg in Dortmund ist eigentlich ernüchternd: wieder kein Treffer, wieder keine Torvorlage, nur ein Schuss auf das Tor. Aus Angreifersicht ist das eigentlich mau. Trainer Adi Hütter wollte den Serben nach der Partie aber lieber nach anderen Maßstäben bewerten. "Er hat sich viele Bälle fast auf der Zehnerposition geholt. Die kann er dann auch richtig gut behaupten. Mir hat er heute sehr gut gefallen, er hat eine tolle Leistung gezeigt."

Hütter über Jovic: "Luka ist ein intelligenter Spieler"

Dass sich Jovic die Bälle, wie von Hütter erwähnt, vermehrt auf der Zehnerposition holte, sei zwar nicht direkt seine Rolle, erklärte der Eintracht-Coach hinterher, dennoch war die andere Herangehensweise am Samstag deutlich. "Luka ist ein intelligenter Spieler, der weiß, dass er auch mal entgegenkommen muss", analysierte Hütter.

Wenn Jovic an der Seite von Silva aufläuft, dann ist es aktuell oft der Serbe, der genau diesen Part übernimmt. Die Doppel-Zehn gibt es in diesem System mit zwei klassischen Stürmern nicht, Jovic spielt dann so etwas wie eine hängende Spitze.

Jovic ackert, Silva vollendet

Das war in seiner ersten Frankfurter Zeit nicht der Fall. Da spielte die Real-Leihgabe, eingebettet in die Büffelherde um Sébastien Haller und Ante Rebic genau den Part, den in diesen Tagen Silva inne hat. Direkt im Strafraum, als Knipser. Beim 2:1 war das nochmal deutlich zu sehen. Jovic übernimmt den Acker-Part, Silva vollendet.

Hütter imponierte daher vor allem, "wie er gearbeitet und die Bälle festgemacht hat". Oder eben: der neue Luka Jovic. Aber auch Hütter weiß, dass das bis zum Ende der Saison nicht reichen wird. "Was ihm noch fehlt, ist vielleicht noch der letzte Abschluss", erklärte auch der Eintracht-Coach.

Bis das eintritt, kann Jovic aber auch in seiner neuen Rolle glänzen. Dem Erfolg der gesamten Mannschaft dürfte das nicht abträglich sein. Das hat das Dortmund-Spiel eindeutig gezeigt.