Adi Hütter Fredi Bobic Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic will zu Hertha BSC, Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach: Im Sommer steht Eintracht Frankfurt - Stand jetzt - ohne Trainer und Sportvorstand da. Es müssen schnell Lösungen her. Nur: Wer packt die Probleme an?

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Wer eine Rangliste erstellen möchte, welche Personen in einem Fußballverein die wichtigsten sind, dürfte mindestens auf dem Podest die Berufsbezeichnungen "Manager" und "Trainer" stehen haben. Der eine stellt die Mannschaft zusammen, der andere betreut sie. Das sind nicht ganz unwichtige Aufgaben, darauf können sich wohl alle einigen. Betrachtet man derzeit Eintracht Frankfurt, dann haben die Hessen in diesen beiden Bereichen bald ein riesiges Problem. Denn sowohl Fredi Bobic als Sportvorstand und Adi Hütter als Trainer wollen die Hessen verlassen. Und: Ersatz ist weit und breit nicht zu sehen.

Diese Konstellation führt bei der Eintracht derzeit zu einem Macht-Vakuum zur absoluten Unzeit. Aber kurz davor noch ein (aus hessischer Sicht schmerzhafter) Überblick: Fredi Bobic will zu Hertha BSC, das ist bereits klar. Es wird nur noch um die Ablöse gefeilscht. Laut Bild sollen sich der Sportvorstand und die Eintracht inzwischen auf 2,5 Millionen Euro geeinigt haben.

Hütter will nach Gladbach

Das alleine ist schon ein schwerer Schlag ins Kontor. Nun ist aber auch raus, dass Trainer Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach wechseln möchte. Der Österreicher und die Fohlen sind nach hr-sport-Informationen sehr, sehr weit in den Verhandlungen. Die Bild-Zeitung berichtete am Montag sogar schon, dass sich beide Parteien einig seien. Der nächste schwere Schlag - der die Eintracht nun vor ein gewaltiges Problem stellt.

Bei den Hessen gibt es ein Macht-Vakuum zur Unzeit. In jedem Fußballverein ist es üblich, dass der Manager den Trainer sucht und bestimmt. So auch in Frankfurt. Nur: Bei der Eintracht gibt es derzeit keinen Sportvorstand, der einen Nachfolger für den abwanderungswilligen Hütter suchen oder geschweige denn bestimmen könnte.

Eintracht muss sich mit Grundlegendem beschäftigen

Erschwerend kommt hinzu: Es ist bereits Mitte April. Während andere Vereine längst mitten in der Planung für die neue Saison stecken, müssen sich die Frankfurter mit Grundlegendem beschäftigen. Manager, Trainer - Personalien, mit denen sich, siehe Gladbach, Vereine manchmal Monate lang Zeit lassen, müssen bei der Eintracht nun in Windeseile geklärt werden. Keine gute Voraussetzung.

Die Hessen wollen daher, so ist intern zu hören, erst einmal die wichtigste Personalie klären: Wer wird der Bobic-Nachfolger? Dazu gehört, dass der Noch-Sportvorstand erst einmal aus seinem Vertrag herauskommt. Der Kaugummi-Poker um den Ex-Nationalspieler sollte eigentlich schon vor Wochen geklärt sein. Nun heißt es laut Bild: Nach dem Leverkusen-Spiel (24. April) soll endlich Klarheit herrschen. Die Hertha will Bobic, Bobic will zur Hertha: Eigentlich ist alles klar.

Bobic-Einigung in dieser Woche?

Vor knapp zwei Wochen hatte der scheidende Sportdirektor Bruno Hübner schon erklärt, dass er mit Bobic nur noch telefonieren würde. Bedeutet im Umkehrschluss, dass das aktuelle Führungspersonal sicher keinen neuen Übungsleiter installieren wird. Das ist die Aufgabe des neuen Managers. Spätestens nachdem der Wechselwunsch von Hütter nun öffentlich ist, drängt es also in dieser Personalie.

Verantwortlich bei der Suche ist der Aufsichtsrat um Boss Philip Holzer. Viele Namen geisterten schon durch den Stadtwald, ein Treffer war augenscheinlich noch nicht dabei. Dass die Causa Bobic immer noch ungeklärt ist, ist dabei nicht unbedingt hilfreich und lähmt den Verein. Bis Ende dieser Woche, das berichtet die Bild-Zeitung, soll der Deal nun endgültig über die Bühne gegangen sein.

Zukunftsentscheidende Wochen

Es wäre aus Eintracht-Sicht enorm wichtig. Denn auch wenn die Hessen freilich nicht ganz handlungsunfähig sind, kann erst ein Bobic-Nachfolger den Hütter-Nachfolger suchen. Es dürften entscheidende Wochen werden für die Zukunft des Vereins.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 12.04.2021, 23.15 Uhr