Marco Russ Eintracht Frankfurt Paderborn

Die Eintracht beendet die Saison mit einem Sieg, hinterher dreht sich aber fast alles um Marco Russ und die Frage: Wie lautet denn nun das Saison-Fazit? Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht PK nach Paderborn
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Die Bundesliga-Saison ist vorbei, die Eintracht beendet die turbulente Spielzeit mit einem Sieg. Beim 3:2 (2:0)-Sieg gegen den SC Paderborn treffen für die Frankfurter Sebastian Rode (9. Minute), André Silva (33.) und Bas Dost (52.), Mohamed Dräger (55.) und Sven Michel (76.) machten die Partie zum Ende aber nochmal spannend.

1. Nicht mehr als ein Sommerkick

Wer dieses Bundesliga-Spiel fußballerisch analysieren möchte, kann für einen ersten Hinweis auf die Gelbe-Karten-Statistik schauen. Der Grund dafür ist schnell ersichtlich: Sie weist lediglich eine Verwarnung in dieser Partie auf, der Paderborner Sven Michel sah sie - wegen Meckerns. Sonst? Kartentechnischer Leerlauf. So viel zu Zweikämpfen und richtigem Bundesliga-Fight.

Man muss, das kann man nicht anders sagen, insgesamt von einem besseren Sommerkick sprechen. Besonders zum Ende der zweiten Hälfte plätscherte die Partie nur noch vor sich hin. Dass das die Eintracht beinahe noch den sicheren Sieg gekostet hätte, war den Beteiligten nach der Partie jedoch herzlich egal. "Natürlich ist man als Trainer nach so einem Spiel nicht hundertprozentig zufrieden. Da muss ich aber auch mal ein Auge zudrücken", erklärte auch Trainer Adi Hütter milde.

2. Die Finanzen freut's

Unwichtig war der Sieg aber nicht. Zwar gewann der SC Freiburg gegen Schalke und der achte Platz war nicht mehr zu ergattern, Berlin verlor jedoch gegen Mönchengladbach, die Eintracht sicherte sich folglich durch Rang neun in der Abschluss-Tabelle Platz sieben im finanziell wichtigen TV-Ranking.

Fast 2,4 Millionen Euro wären der Eintracht durch die Lappen gegangen, wäre das am letzten Spieltag in die Hose gegangen. Daher freute es in jedem Fall die Finanzen, dass es am Ende gut ging. "Das Spiel war nicht unbedeutend", wusste auch Torschütze Sebastian Rode. "Der Sieg tut uns gut."

3. Keine Minuten für Fernandes und Russ

Dass es am Ende aber nur ein knapper Sieg wurde, hatte bittere Konsequenzen für zwei Profis, die sich eigentlich auf dem Platz verabschieden wollten: Marco Russ und Gelson Fernandes. Beide saßen 90 Minuten auf der Bank, obwohl Hütter sie zu ihrem Karriereende eigentlich einwechseln wollte.

"Ich wollte die Partie unbedingt gewinnen, da wurde ich leider zum Spielverderber. Ich hoffe, sie nehmen es mir nicht böse", erklärte der Eintracht-Coach hinterher - und erhielt dafür Verständnis. "Der Trainer und ich hatten abgesprochen, dass, wenn das Spiel es zulässt, ich ein paar Minuten bekomme. Das Spiel stand aber auf der Kippe. Daher war die Entscheidung für mich selbstverständlich", so Russ, der somit dennoch keinen richtigen Abschied feiern konnte. "Natürlich wäre es mit den Fans emotionaler gewesen. Das holen wir aber nach."

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Russ zu seinem Abschied
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4. Wie ist denn nun die Bilanz?

Mit dem Spiel gegen Paderborn ging nicht nur für die Eintracht eine turbulente Saison zu Ende. Fast zwölf Monate ist es her, dass die Frankfurter mit der Saisonvorbereitung begannen, nun findet die Marathon-Spielzeit knapp ein Jahr später ihren Abschluss. Zeit also für ein abschließendes Fazit.

"Vor der Saison wollten wir einstellig enden und gut in den Cup-Wettbewerben sein. Das war das Ziel, das haben wir erreicht. Natürlich kann man sich die Frage stellen: War mehr drin? Wir hatten aber zwei schlechte Phasen und stehen nun da, wo wir hingehören", erklärte Sportvorstand Fredi Bobic nach dem Paderborn-Spiel am Sky-Mikrofon. Man ist geneigt, dem Ex-Stürmer in aller Gänze recht zu geben.

5. Endlich Pause

Die eben angesprochenen zwölf Monate haben aber auch Kraft gekostet - und das nicht zu wenig. Die Hessen spulten mit der Europacup-Qualifikation im vergangenen Sommer ein Mammut-Programm ab und dürfen nun endlich in die wohlverdiente Pause. Vier Wochen kriegen die Eintracht-Kicker frei, um den Akku aufzuladen.

"Wir sind froh, dass es rum ist. Alle sind glücklich, jetzt in den Urlaub zu kommen", betonte Bobic. Nur: Vier Wochen komplett die Beine hochlegen, ist auch nicht ratsam. Lediglich eineinhalb Wochen nach dem Trainingsauftakt Ende Juli wartet bereits das Europa-League-Rückspiel gegen Basel auf die Hessen. "Wir hoffen, dass wir gegen Basel frisch sein werden und hoffen, es dort noch einmal spannend zu machen", erklärte Hütter. Dafür muss es dann aber auch ein bisschen Aktiv- anstatt nur Ruhe-Urlaub sein.

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EINTRACHT FRANKFURT - SC PADERBORN 3:2 (2:0)

Tore:  1:0 Rode (9.), 2:0 Silva  (33.), 3:0 Dost (52.), 3:1 Dräger (55.), 3:2 Michel (76.)               

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, N'Dicka - Kohr (78. de Guzman), Rode - da Costa, Kamada, Kostic - Silva (65. Sow), Dost (78. Paciencia)         
Paderborn: Zingerle - Kilian (Fridjonsson), Jans, Collins - Dräger (85. Holtmann), Antwi-Adjei - Ritter (75. Pröger), Vasiliadis, Sabiri (85. Evans) - Srbeny (66. Zolinski), Michel                 

Gelbe Karten: -/Michel
Zuschauer: keine
Schiedsrichter: Brand (Unterspießheim)

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