Erik Durm von Eintracht Frankfurt

Nach langer, sehr langer Zeit als Reservist ist Erik Durm bei Eintracht Frankfurt plötzlich wieder gefragt. Für den Außenverteidiger ein neues Gefühl. Dennoch bleibt die Stammplatz-Lage fragil.

Erik Durm, so kann man es schätzen, dürfte aus allen Wolken gefallen sein. Keine einzige Minute stand der Weltmeister von 2014 in dieser Bundesliga-Saison bislang auf dem Platz, befand sich meistens noch nicht einmal im Kader von Eintracht Frankfurt. Und dann kam der Morgen vor dem achten Spieltag gegen RB Leipzig. Durm, wahrscheinlich froh, wenigstens mal im Aufgebot zu sein, blickt auf die Startelf - und sieht seinen Namen. "Ich kann nicht sagen, dass es sich angedeutet hat", gibt der Außenverteidiger nun zu. Egal, Durm ist wieder da, er ist ein wenig der Eintracht-Phönix aus der Asche.

Das Spiel gegen Leipzig absolviert der 28-Jährige im Anschluss ordentlich, zur Belohnung steht er auch eine Woche gegen Union Berlin wieder in der Anfangsformation. Auch da spielt er nicht wie jemand, der monatelang außen vor war. Bleibt die Frage: Ist Durm nun sogar Stammspieler bei den Hessen? "Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Ich versuche, mich weiter anzubieten", erklärt der Ex-Dortmunder diplomatisch.

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Die Fehler von Touré genutzt

Schlecht stehen die Chancen nicht, einen Freifahrtschein hat der Außenverteidiger nun aber auch nicht. Denn auf der einen Seite hat er mit Almamy Touré, Danny da Costa und Timothy Chandler quantitativ reichlich Konkurrenz, andererseits hat bislang niemand aus diesem Trio Eintracht-Coach Adi Hütter restlos überzeugt.

Touré zeigt mehr als nur gute Ansätze, hat aber immer wieder unerklärliche Fehler in seinem Spiel, da Costa scheint bei Hütter nach einem Startelf-Einsatz am ersten Spieltag komplett außen vor und Chandler setzt der Frankfurter Trainer lieber eine Position weiter vorne ein. Wenn er ihn denn überhaupt spielen lässt. Kurzum: Auf der Position konnte noch keiner richtig überzeugen. Tut auch Durm das nicht, ist der Platz wohl wieder weg.

Auch gegen Dortmund winkt der Startelf-Platz

Gegen Dortmund dürfte er am Samstag (15.30 Uhr) aber eine weitere Startelf-Chance erhalten. Auch deswegen, da der BVB ähnlich wie Leipzig mit ordentlich Geschwindigkeit auf die Eintracht-Defensive zurollen wird. Das Thema Geschwindigkeit war schon gegen RB das Pendel, das laut Hütter für Durm ausgeschlagen hatte. Speed gegen Speed - so könnte der Eintracht-Coach auch am Samstag agieren.

"Das wird ein starker Gegner. Sie haben eine überragende Besetzung. Hoffen wir mal, dass sie gegen Rom in der Champions League Körner liegen lassen", erläutert Durm, für den das Spiel gegen den alten Verein "immer etwas Besonderes" ist: "Die Zeit dort war durchweg positiv."

"Nie den Kopf in den Sand gesteckt"

Das kann Durm über seine Zeit in Hessen trotz der zwei Spiele gegen Leipzig und Berlin mitnichten sagen. "Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, es wäre keine schwere Zeit für mich gewesen", sagt er ehrlich über die vergangenen Monate im Wartestand. "Ich habe aber nie den Kopf in den Sand gesteckt. Das alles hat meine Motivation nur mehr gesteigert."

Das Ergebnis sieht man. Und: Auch wenn die Stammplatz-Lage weiter fragil bleibt, will Durm nun mehr. "Es lohnt sich immer, Gas zu geben." Sollte es dadurch am Samstag wieder ein Platz in der ersten Elf werden, dürfte der Eintracht-Phönix aber definitiv nicht mehr aus allen Wolken fallen.