Die Eintracht-Spieler applaudieren nach dem Sieg in Sevilla in Richtung mitgereister Fans.

Eintracht, Europa, Emotionen: Dieser Dreiklang hatte auch in Sevilla Bestand. Nach dem Sieg gegen Betis haben die Hessen das Europacup-Viertelfinale fest im Visier. Sicher ist aber noch nichts.

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Sevilla-Eintracht: Die Tore zum Nachhören

Eintracht-Jubel
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Eintracht Frankfurt hat das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League gewonnen. Am Mittwochabend setzten sich die Hessen bei Betis Sevilla mit 2:1 (2:1) durch. Filip Kostic (14. Minute) und Daichi Kamada (32.) trafen für die Gäste, Nabil Fekir (30.) erzielte das zwischenzeitliche 1:1.

1. Die organisierte Fan-Szene ist zurück

Lange, lange waren die Frankfurter Ultras nicht mehr im Stadion. Dass sie nun ausgerechnet bei einem Europa-League-Spiel ihr Comeback feierten, passte irgendwie perfekt. Große Reisen, große Choreographien, großer Support und große Fußballabende: Die Europa League und die Eintracht, das hat einfach gepasst in den vergangenen Jahren. In Sevilla waren offiziell 3.000 Gästefans vor Ort, der Lautstärke nach dürften es aber viel mehr gewesen sein. "Fast zwei Jahre lang haben die sich nicht getroffen und gesehen. Die sind sich permanent um den Hals gefallen", wusste Eintracht-Präsident Peter Fischer bereits vor Spielbeginn zu berichten. Schon weit vor Anpfiff war das der erste emotionale Höhepunkt in Spanien.

2. Kostic, das Schlitzohr

Auf den ersten spielerischen Höhepunkt mussten die Frankfurter Fans dann auch nicht lange warten. 13 Minuten waren gespielt, als Djibril Sow Filip Kostic auf dem linken Flügel fand. Der Serbe schaute in die Mitte, holte aus – und chippte den Ball dann überraschend aufs Tor. In hohem Bogen segelte das Runde über Betis-Keeper Claudio Bravo hinweg, touchierte die Unterkante der Latte und landete im Eckigen. Ob der 29-jährige Serbe den Ball wirklich genauso platzieren wollte, kann abschließend nur er selbst beantworten. Nach dem Studium diverser Kameraeinstellungen und Wiederholungen lässt sich vorerst aber sagen, dass Kostic ein echtes Schlitzohr ist.

3. Kamada kann Europa

Weniger spektakulär war das zweite Tor des Abends. Nach einer Balleroberung von Sow (bzw. einem Katastrophen-Pass der Betis-Abwehr) zündete Jesper Lindström auf rechts den Turbo, zog zur Grundlinie und fand im Rückraum Kamada. Der Japaner musste nur noch den Fuß hinhalten. Das Überragende daran: Es war bereits Kamadas viertes Tor in der laufenden Europa-League-Saison. In sieben Spielen! In 23 Bundesliga-Partien hat der Japaner bisher nur zweimal genetzt. In Europa ist auf Kamada einfach immer Verlass.

4. Borré vergibt die (Vor-)Entscheidung

Weniger treffsicher präsentierte sich am Mittwoch Rafael Borré. Der Kolumbianer spielte wie immer, rieb sich auf, stellte seinen Körper rein... Borré arbeitet Fußball. Nur ließ er dieses Mal seinen verdienten Lohn leichtfertig auf dem Tresen liegen. Sein schlecht getretener Handelfmeter war für Betis-Schlussmann Bravo kein Problem (52.). Aus dem Spiel heraus vergab der Angreifer alleine vor Bravo dann noch zweimal kläglich (65., 67.). Ein drittes Tor hätte nicht nur die Nerven der mitgereisten Fans vorzeitig beruhigt, es wäre auch aus einem anderen Grund immens wichtig gewesen...

5. Die Auswärtstorregel gibt es nicht mehr

Hätte der Eintracht in der vergangenen Saison noch eine 0:1-Niederlage im Rückspiel gereicht, um das Viertelfinale zu erreichen, ist das in diesem Jahr nicht mehr der Fall. Ein auswärts erzieltes Tor zählt jetzt genauso viel wie eins im heimischen Stadion. Heißt: Steht es im Rückspiel nach 90 Minuten 0:1, gibt es Verlängerung. "Es wäre mehr drin gewesen", sagte Sow nach dem Spiel bei RTL+. Zweifel am Viertelfinal-Einzug der Hessen hat er deshalb aber nicht: "Zuhause wird die Hütte brennen. Das lassen wir uns nicht mehr nehmen."

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Betis Sevilla – Eintracht Frankfurt 1:2 (1:2)

Sevilla: Bravo - Sabaly, Pezzella, Gonzalez, Ruibal (77.Tello) - Rodriguez, William (61.Miranda) - Canales, Fekir,  Juanmi (61.Joaquin) - Willian Jose (77. Iglesias)

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, N'Dicka - Knauff, Sow, Jakic, Kostic - Lindström (73.Hauge), Kamada (78.Lenz) – Borre (86.Lammers)

Tore: 0:1 Kostic (14.), 1:1 Fekir (30.), 1:2 Kamada (32.)

Gelbe Karten: Fekir / Sow, Hinteregger
Besondere Vorkommnisse: Borre vergibt Handelfmeter (52.)

Schiedsrichter: Guida (Italien)
Zuschauer: 45.000

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