Jubel bei der Frankfurter Eintracht

Auftakt nach Maß: Die Frankfurter Eintracht hat zum Start ins neue Jahr überraschend Bayer Leverkusen bezwungen. Dabei lief es gegen den Tabellenzweiten zu Beginn nicht rund - doch dann kam Amin Younes.

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Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Die Frankfurter Eintracht ist mit einer Überraschung in das neue Fußballjahr gestartet. Das Team von Trainer Adi Hütter feierte am Samstag einen 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Dabei erwischte die Eintracht gegen den Tabellenzweiten keinen guten Beginn und lag nach einem Tor von Nadiem Amiri nach nur zehn Minuten zurück. Doch Amin Younes (22. Minute) traf zum Ausgleich, und mit dem Eigentor von Edmond Tapsoba (54.) hatten die Hessen die Partie gegen den Tabellenzweiten schließlich gedreht.

"Es war ein absolut verdienter Sieg gegen ein Spitzenteam aus Leverkusen. Wir haben sehr viel richtig gemacht, sonst kann man so einen Gegner nicht bezwingen", sagte der Coach nach der Partie. "In vielen Spielen, in denen wir unentschieden gespielt haben, haben wir eher unglücklich einen Punkt gemacht – sonst könnten wir schon weiter vorne stehen. Aber dieses Spiel gibt viel Zuversicht für die Zukunft."

Erster Coup vor dem Anpfiff

Ob zu Hütters Neujahrsvorsätzen gehörte, die Eintracht-Fans 2021 mal zu überraschen, ist nicht überliefert. Mit der Aufstellung gegen den Tabellenzweiten ist ihm das aber gelungen, verzichtete der Eintracht-Coach doch auf Langzeit-Liebling Stefan Ilsanker und berief dafür Makoto Hasebe ins defensive Mittelfeld. Spätestens mit dem Anpfiff war dieser Coup allerdings vergessen, denn die Leverkusener kombinierten sich früh durch die Frankfurter Defensive. Dabei hatte sich nicht nur Coach Hütter, sondern auch sein Team für den Start ins Jahr eine Überraschung vorgenommen und wollte nach dem 2:0-Sieg vor Weihnachten in Augsburg an den Erfolg anknüpfen.

Nach zehn Minuten aber erging es den Frankfurter Vorsätzen wie denen jener Menschen, die sich Anfang Januar hoffnungsfroh für ein Fitnessprogramm anmelden: Sie fanden ein jähes Ende. Ausgangspunkt war Florian Wirtz’ perfekter Pass in die Schnittstelle, der suchte und fand Amiri. Der Leverkusener behielt anders als Gegenspieler Erik Durm den Überblick und zirkelte den Ball mit der Hacke (!) durch die Beine von Eintracht-Keeper Kevin Trapp ins Tor (10.).

Younes trifft, Durm nicht

Die Führung der Gäste, für die Frankfurter war es ein Wirkungstreffer - wenn auch nur ein kurzer. Das Team von Trainer Hütter fand schnell in die Spur zurück, die erste Möglichkeit spielte dann Routinier Hasebe heraus. Der Japaner scheiterte aber an Ex-Teamkollege Lukas Hradecky im Kasten der Gäste (21.). Nur eine Minute später machte es Younes dann besser. Nach Zuspiel von Djibril Sow legte er den Ball an Hradecky vorbei und traf gegen dessen Laufrichtung zum Ausgleich (22.).

Die Eintracht hatte nun mehr Spielanteilen - und Chancen. Die beste hatte erneut Younes in der 39. Minute. Er drosch den Ball aber freistehend in den Frankfurter Himmel. Ähnlich fahrlässig ging Durm mit der nächsten Möglichkeit für die Eintracht um - auch sein überhasteter Abschluss kurz vor dem Pausenpfiff brachte deshalb nichts Zählbares ein (43.). So ging es mit dem Remis in die Kabine.

Weiser als Schwachstelle

"Tempo, Tempo", schallte es nach dem Seitenwechsel durch das weitgehend leere Frankfurter Rund. Einzig, es blieb vorerst ein frommer Wunsch - bis zur 54. Minute. Dann brachte Kamada den Ball spitz vors Leverkusener Tor, er suchte Silva und fand Tapsoba. Der drückte das Leder unglücklich über die Linie - und bescherte der Eintracht so die Führung (54.).

Eine besondere Rolle spielte auch in dieser Szene der so starke Younes - mit einem präzisen Pass auf Kamada leitete er den Angriff über die rechte Seite der Eintracht ein. Über die ging ohnehin viel, was auch an Aushilfsverteidiger Mitchell Weiser lag, der sich zusehends als Schwachstelle entpuppte. Er musste auf der Linksverteidiger-Position aushelfen, weil die Teamkollegen Wendell und Daley Sinkgraven nach positiven Corona-Tests fehlten.

Dank ans Aluminium

Der Eintracht fehlte in der Schlussphase vor allem Präzision - beispielhaft dafür die Möglichkeit von Kamada, der wie zuvor schon Younes den Ball unbedrängt und ohne Not in den Frankfurter Himmel schickte (73.). Apropos Präzision - Maßarbeit zeigte Martin Hinteregger, der einen Leverkusener Angriff in der 82. Minute über das Lattenkreuz ins Aus lenkte. Das war nicht die einzige spektakuläre Strafraumszene in der Schlussphase - es blieb aber beim Frankfurter Sieg. Für das erneute Aufeinandertreffen der beiden Teams am 12. Januar im DFB-Pokal könnte das bereits ein gutes Omen sein.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt – Bayer Leverkusen 2:1 (1:1)

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hinteregger, Ndicka - Durm (87. Toure), Sow, Hasebe, 10 Kostic - Younes (76. Kohr), Kamada (76. Barkok) - Silva

Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Tah, Tapsoba, Weiser (68. Alario) - Baumgartlinger, Amiri – Diaby (68. Bellarabi), Wirtz (68. Demirbay), Bailey – Schick

Tore: 0:1 Amiri (10.), 1:1 Younes (22.), 2:1 Tapsoba (54./ET)

Gelbe Karten: - / -

Schiedsrichter: Brych (München)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 03.01.2021, 23.35 Uhr