Makoto Hasebe im Duell mit dem Berliner Piatek

Nach dem ernüchternden Saisonstart gegen Bielefeld geht es für Eintracht Frankfurt zum Big City Club Hertha BSC. Die Berliner haben etwas, was die Hessen gerne hätten. Dafür aber weniger Fan-Unterstützung. Das Wichtigste zum Spiel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Müssen besser verteidigen"

Adi Hütter PK still
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Eintracht Frankfurt tritt am Freitag (20.30 Uhr) zum Auftakt des zweiten Bundesliga-Spieltags bei der Hertha in Berlin an. Mit dabei sein werden 5.000 Menschen - 4.000 von ihnen Fans, allerdings keine aus Frankfurt. Das Team von Trainer Adi Hütter, das beim Saisonstart gegen Bielefeld von 6.500 Anhängern unterstützt wurde, muss sich also wieder auf eine kleinere Kulisse einstellen.

Die Ausgangslage

Der Blick auf die Tabelle ist nach dem ersten Spieltag in etwa so erhellend wie der nach einer durchzechten Nacht in den Spiegel. Und doch - Eintracht-Gegner Hertha BSC ist aktuell Zweiter, hinter den 8:0-Bayern. Die Berliner feierten zum Auftakt ein 4:1 in Bremen und die Stimmung ist - anders als sonst oft beim Hauptstadtclub - spitze. Trainer Bruno Labbadia freut sich über über den starken Start, weiß aber auch: "Das macht uns nicht zum Favoriten." Denn da ist ja noch das Pokal-Aus in Braunschweig, bei dem die Labbadia-Elf zwar ebenfalls vier Tore schoss, allerdings auch fünf kassierte und ausschied.

Die Eintracht, die beim 1:1-Auftakt-Remis gegen Bielefeld in der Defensive viel zu große Räume ließ, sollte also gleichzeitig gewarnt und optimistisch sein. Die Alte Dame aus Berlin ist vor allem vorne extrem stark, in der Defensive aber nicht unverwundbar. Klar ist: Sollte die Eintracht in Berlin keine Punkte holen, könnte es ungemütlich werden in Hessen. Von einem Fehlstart zu sprechen, wäre wohl verfrüht. Der Druck würde in der letzten Woche der Transferfrist aber direkt erheblich ansteigen.

Das Personal

Die Eintracht reist mit voller Kapelle, oder besser - vollem Mannschaftsbus nach Berlin. Trainer Hütter muss nur auf den verletzten Verteidiger Evan N'Dicka verzichten. "Wir hoffen, dass er in etwa einem Monat wieder zurück ist", sagte Hütter. "Ansonsten sind für das Spiel alle an Bord."

Auch die Hertha hat kaum Ausfälle zu beklagen. Bis auf Flügelspieler Javeiro Dilrosun, der an Oberschenkelproblemen leidet, und Mittelfeldmann Santiago Ascacibar (Aufbautraining) sind alle Berliner Profis fit.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht Hertha mögliche Aufstellung

So könnte die Hertha spielen:

Schwolow - Pekarik, Boyata, Torunarigha, Mittelstädt - Stark - Darida, Tousart - Matheus Cunha - Lukebakio, Piatek

Das sagen die Trainer:

Adi Hütter: "Hertha BSC ist speziell in der Offensive sehr, sehr gut besetzt. Sie hatten ein Wechselbad der Gefühle, haben im Pokal verloren und dann souverän in Bremen gewonnen. Wir müssen unsere Lehren aus dem Bielefeld-Spiel ziehen und wir wissen, dass wir uns steigern müssen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es kann sein, dass es die eine oder andere Veränderung geben wird. Die Mannschaft kann anders aussehen."

Bruno Labbadia (Berlin): "Der gute Start hilft uns, weil es wichtig ist, dass man gut in die Saison kommt. Er macht uns aber nicht zum Favoriten. Die Eintracht hat in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Wir wollen den guten Start aber mitnehmen, erwarten ein kampfbetontes Spiel."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Im Fokus des Interesses steht der Sturm von Hertha BSC. Mit Neuzugang Jhon Cordoba, Dodi Lukebakio, Krzysztof Piatek und Matheus Cunha hat Berlins Coach Labbadia gleich vier Hochkaräter zur Verfügung, die allesamt den Unterschied ausmachen können. Bis auf Piatek trafen am ersten Spieltag gleich mal alle und sorgten so für ein echtes Hertha-Luxusproblem. Wen aufstellen? "Das entscheide ich nach meinem Gefühl", so Labbadia.

Probleme und Qualität, die es so in Frankfurt nicht gibt. Der Sturm stellt sich mangels Alternativen mit Bas Dost und André Silva von selbst auf, gefährlich ist das Sturmduo dennoch. Silva erzielte in elf Spielen nach der Corona-Pause neun Treffer, er und Partner Dost waren gemeinsam und direkt an allen drei bisherigen Pflichtspieltoren in dieser Saison beteiligt. Schlecht ist anders.

Die Statistik des Spiels

Besonders abergläubische Fans der Frankfurter Eintracht sollten an dieser Stelle besser aufhören zu lesen. Die Hessen haben nämlich eine Zweite-Spieltags-Seuche. Dieses nicht besonders häufige Phänomen führt dazu, dass Mannschaften eine Woche nach Saisonstart einfach nicht gewinnen können. In diesem speziellen Fall heißt das: Die Eintracht blieb an den vergangenen sieben zweiten Spieltagen sieglos. Zwei Partien endeten mit einem Remis, fünf gingen verloren. Na das kann ja was werden.

Sendung: hr1, heimspiel!, 26.09.20, 15.15 Uhr