Filip Kostic von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt startet beim 1. FSV Mainz 05 in die entscheidende Phase der Saison und könnte mit einem Sieg wieder ein Wörtchen um die Europa League mitreden. Die Sieglos-Serie gegen den Angstgegner ist aber alarmierend.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rückenwind für die Eintracht – für Mainz aber auch

Jubel bei der Frankfurter Eintracht
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Als Eintracht Frankfurt letztmals ein Spiel beim 1. FSV Mainz 05 gewann, war die Welt noch eine andere. Der Bundeskanzler hieß Helmut Kohl, Deutschland war geteilt und Donald Trump allenfalls ein windiger Geschäftsmann. Viele Spieler aus dem aktuellen Frankfurter Kader waren nicht einmal geboren, und selbst Adi Hütter interessierte sich nur am Rande für Fußball. "Ich war damals 16 Jahre alt, erinnern kann ich mich aber nicht", blickte der Österreicher am Donnerstag auf den 26. Oktober 1986 zurück. Dieser historische Tag ist mittlerweile mehr als 34 Jahre her.

Nun ist es natürlich nicht so, dass sich die Hessen und die Rheinhessen seitdem jedes Jahr im Rhein-Main-Nachbarschaftsduell duelliert haben. Auf den 1:0-Erfolg der Eintracht im DFB-Pokal der Saison 1986/87 folgten aber immerhin 16 Frankfurter Auswärtsspiele ohne Sieg. Neun Partien endeten mit einem Remis, sieben Mal hieß der Sieger Mainz 05. "Das ist schon eine lange Durststrecke", kommentierte Hütter die Bilanz gegen den Angstgegner. "Aber jede Serie geht ja einmal zu Ende."

Eintracht nimmt Favoritenrolle an

Und die Zeichen, dass es tatsächlich am Samstag (15.30 Uhr) soweit ist, stehen nicht schlecht. Während die Eintracht nach zwei Siegen in Folge nur so vor Selbstbewusstsein strotzt, befinden sich die 05er nach dem insgesamt dritten Trainerwechsel in dieser Spielzeit noch in der Findungsphase. Der ehemalige Mainzer Profi Bo Svensson, der am Dienstag seine erste Trainingseinheit leitete, soll den selbsternannten Karnevalsverein wieder aufrichten und vor dem Abstieg retten. Neuer Trainer, neues Glück also? Hütter hat da wenig Sorgen.

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Adi Hütter
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"Natürlich bringt ein neuer Trainer immer neue Impulse. Und Mainz hat beim 2:5 in München 50 Minuten lang wirklich sehr gut gespielt", fasste Hütter zusammen und sprach damit die obligatorische Warnung vor dem kommenden Gegner aus. Ja nicht unterschätzen! Die Favoritenrolle sieht der Frankfurter Coach dennoch klar bei der Eintracht. "Die müssen gewinnen – wir können. Wir haben schon 20 Punkte und sind gut drauf." Heißt: Wer in Augsburg und vor allem gegen Bayer Leverkusen verdient gewinnt, muss sich vor dem Tabellenvorletzten nicht verstecken. "Unsere Form stimmt, das wollen wir fortsetzen."

Eintracht mittendrin im heißen Januar

Wie wichtig ein Sieg in Mainz für die Eintracht wäre, zeigt ein Blick auf die Tabelle und die kommenden Aufgaben. Tabellenrang sechs, der für die Teilnahme an den neugeschaffenen Europa-Conference-League-Play-offs berechtigen würde, ist gerade einmal vier Punkte entfernt. Ein Rückstand, den die Hessen in den kommenden drei Wochen mit Spielen gegen Mainz, Schalke, Freiburg, Bielefeld und Hertha durchaus aufholen könnte. "Wir haben im Jänner die Möglichkeit, etwas an der Tabelle zu verändern. Die nächsten Spiele können uns nach oben bringen", unterstrich auch Hütter. Jetzt zählt's.

Mit welchem Personal Hütter diesen wichtigen ersten Schritt in die entscheidende Phase der Saison gehen will, verriet er auf der Pressekonferenz wie gewohnt nicht. Klar ist aber, dass Sebastian Rode nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder ein Kandidat für die Startelf ist. Makoto Hasebe könnte dann vom Mittelfeld auf den zentralen Posten in der Dreierkette rücken und Evan N'Dicka auf die Bank verdrängen. Im Sturm, wo derzeit André Silva den Alleinunterhalter mimt, gibt es weiter nichts Neues: Ragnar Ache ist noch verletzt, ein Neuzugang weiter nicht da, Andrea Pinamonti von Inter Mailand aber wohl zumindest ein heißer Anwärter. "Er ist ein interessanter Spieler", gab Hütter zu.

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Heimspiel-Studio: Die Eintracht und der Transfermarkt
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Auch für Mainz geht es gegen eine Serie

So oder so sollte die Eintracht ohnehin auch mit dem aktuellen Aufgebot in der Lage sein, die nächsten drei Punkte einzufahren und sich eine gute Ausgangsposition im Rennen um die Europa-League-Plätze zu verschaffen. "Wir mussten einen harten Weg gehen, um wieder diese Leichtigkeit zu bekommen", so Hütter. "Unsere Zuversicht ist groß, Mainz hat in dieser Saison noch kein Heimspiel gewonnen." Ob das aber nun ein gutes oder schlechtes Omen ist, muss sich noch herausstellen. Denn auch das ist eine Serie, die bekanntlich irgendwann zu Ende gehen muss.

So könnte Eintracht Frankfurt in Mainz spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Mainz

Sendung: hr1, 07.01.20, 15.20 Uhr