Hanau Grafitti

Vor einem Jahr ermordete ein rassistischer Terrorist neun Menschen in Hanau. Eintracht Frankfurt plant eine emotionale Solidaritätsaktion zum Jahrestag, wie Präsident Peter Fischer nun verriet.

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Eintracht-Präsident Fischer ist zu Gast in der Sendung "Heimspiel"
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Wenn Eintracht Frankfurt am Samstag den FC Bayern München empfängt, ist das ein denkwürdiger Tag für Hessen, für ganz Deutschland. Nicht wegen des Spiels, vielmehr jährt sich der rassistische Terroranschlag von Hanau am 19. Februar zum ersten Mal. Ein Jahr ist es her, dass ein rassistischer Attentäter in Hanau neun Menschen ermordete: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.

Anlässlich des Jahrestags plant Eintracht Frankfurt eine besondere Aktion. Die Spieler werden sich mit speziellen Trikots vor dem Spiel warmmachen. "Wir haben auf den Shirts die Porträts der ermordeten Menschen von Hanau und ihre Namen", verriet Vereinspräsident Peter Fischer im Interview mit dem hr-sport. "Wir bilden die Menschen ab. Das sind keine Zahlen, das sind Menschen. Wir wollen deutlich sagen: Wir reden nicht von Zahlen. Wir reden von Menschen, die bestialisch ermordet worden sind."

"Die Tränen nimmst du mit"

Fischer, der sich, wie auch der gesamte Verein, in der Vergangenheit wiederholt gegen Rassismus und Fremdenhass starkmachte und öffentlich positionierte, hat sich im vergangenen Jahr wiederholt mit den Hinterbliebenen des Terroranschlags getroffen. "Die Tränen nimmst du mit", sagte Fischer.

"Das erste Treffen, als die Mama anfing von ihrem Sohn zu sprechen, so liebevoll. Und der kleine Bruder sitzt daneben und sagt: 'Ich hatte nur einen Freund, und der ist jetzt weg, mein großer Bruder.' Das sind so schlimm berührende Momente."

Eintracht Frankfurt will ein Zeichen setzen

Mit der Aktion will Eintracht Frankfurt ein Zeichen setzen. "Wir werden Solidarität zeigen angesichts dieser grausamen, schrecklichen Tat", so Fischer. "Die wichtigste Botschaft ist: Nie wieder Hanau!" Gleichzeitig warnte Fischer aber auch.

"Ich bin ja nicht naiv. Wir sehen rechten Terror an allen Ecken und Enden. Aber ich glaube auch, dass Hanau für einen Schritt gesorgt hat, nicht einfach zu vergessen, nicht einfach drüber hinwegzugehen und zu warten, bis wieder etwas passiert. Da ist eine große Mobilisierung entstanden", so Fischer weiter.