Erst der Sprung ins Europa-League-Finale, dann das tägliche Brot Bundesliga für Eintracht Frankfurt. Emotionen sind am Sonntag dennoch zu erwarten, Ex-Trainer Adi Hütter kommt mit Gladbach. Das Wichtigste zum Spiel.

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Eintracht empfängt Gladbach

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Eintracht Frankfurt trifft im letzten Bundesliga-Heimspiel der laufenden Saison am Sonntag (15.30 Uhr) auf Borussia Mönchengladbach und Ex-Coach Adi Hütter. Beide Teams stehen im tabellarischen Niemandsland, bei den Hessen dreht sich alles um die historische Chance in der Europa League.

Die Ausgangslage

Natürlich geht es im Duell der Eintracht gegen Gladbach theoretisch um etwas. Jeder Platz weiter oben bedeutet in der TV-Geldtabelle mehr Geld. Zudem wäre der zweite Bundesliga-Heimsieg 2022 wünschenswert. Und eine Niederlage gegen Ex-Trainer Hütter? Es sind nicht zu unterschätzende Faktoren. Doch nüchtern betrachtet ist die Begegnung der beiden Traditionsmannschaften ein Kampf um die "goldene Ananas".

Gladbach hat schlicht und einfach die Ziele verfehlt und kann die Saison auch im Schlussspurt nicht mehr retten. Die Eintracht hingegen steht noch vor einer der größten Partien der Vereinsgeschichte, dem Europa-League-Endspiel in Sevilla gegen die Glasgow Rangers. Der gegen West Ham United perfekt gemachte Einzug ins Finale überstrahlt alles in der Mainmetropole, die Vorbereitungen auf den großen Tag laufen bereits auf Hochtouren. Da lässt sich auch das mäßige Abschneiden in der Bundesliga verkraften. Der Fokus jedenfalls liegt auf dem 18. Mai.

Das Personal

Mit einem Wort: uff. Die Eintracht spürt die Nachwehen des Donnerstags enorm. Martin Hinteregger wird nach seiner Oberschenkel-Verletzung den Rest der Saison fehlen, dazu müssen ein paar Spieler geschont werden. Relativ sicher werden das Djibril Sow, Jens Petter Hauge und Jesper Lindström sein, die alle angeschlagen sind. Definitiv zum Einsatz kommen Aymen Barkok, Danny da Costa und Stefan Ilsanker, die ihr letztes Heimspiel für die Eintracht bestreiten.

Bei Borussia Mönchengladbach ist trotz aller gesundheitlicher Fortschritte Marcus Thuram noch keine Option für den Kader. Darüber hinaus fallen Christoph Kramer, Nico Elvedi und Manu Koné aus.

So könnte die Eintracht spielen:

Mögliche Aufstellung Eintracht Frankfurt Mönchengladbach

So könnte Gladbach spielen: Sommer - Beyer, Friedrich, Bensebaini - Lainer, Hofmann, Neuhaus, Netz- Stindl, Plea - Embolo

Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Ich weiß, dass das Spiel am Donnerstag und die anschließende Nacht Spuren hinterlassen haben. Wir wollen zuhause aber endlich mal gewinnen. Wir wissen natürlich, dass die Vorzeichen nicht optimal sind. Ich erwarte aber, dass die Jungs alles rausfeuern. Gladbach hat aufsteigende Leistung gezeigt in den letzten Wochen. Das ist eine qualitativ sehr starke Mannschaft."

Adi Hütter: "Es wird sicherlich das eine oder andere kommen. Darauf muss ich mich einstellen. Den Abgang hätte man besser lösen können. Ich habe einige Aussagen getätigt, die ich bereue. Das Nervenkostüm war zu dem Zeitpunkt sicherlich ein bisschen angekratzt. Ich hatte dort eine sehr, sehr schöne Zeit. Es geht aber nicht um die Rückkehr von Adi Hütter, sondern darum, dass Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt spielt."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Am Sonntag werden möglicherweise auch ein paar Tränen vergossen. Mit Barkok und da Costa verlassen zwei Pokalsieger den Verein in Richtung Mainz 05. Ihre auslaufenden Verträge wurden ebensowenig verlängert wie der von Stefan Ilsanker. Wo es den Österreicher hinzieht, ist noch nicht klar. Glasner sprach eine Einsatzgarantie aus, die Anzahl der Minuten bleibt aber offen. Emotionen sind dennoch fest eingeplant.

Wie werden die Fans Hütter empfangen? Vorstandssprecher Axel Hellmann schloss zuletzt Frieden mit dem Ex-Coach der Eintracht, der die Einladung annahm und beim Halbfinale vor Ort war. Die Anhängerschaft freilich hat Hütter den Abschied vor einem Jahr noch nicht verziehen. Doch möglicherweise zählt auch hier der Spruch: "Zeit heilt alle Wunden!"

Die Statistik des Spiels

"Wild-West-Fußball" in Frankfurt? In den vergangenen fünf Aufeinandertreffen rappelte es häufig in den Toren. 2:4, 1:3, 3:3, 0:4, 3:2 lauteten die Ergebnisse aus Sicht der Eintracht. Fünf Treffer im Schnitt deuten auf ein Spektakel hin. Und mit Glasner und Hütter stehen zwei Trainer am Seitenrand, die eine mutige und offensive Spielidee verfolgen.