Aymen Barkok Eintracht Frankfurt RB Leipzig

Beim Remis von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig überrascht Adi Hütter nicht nur den eigenen Anhang mit seiner Aufstellung. Zwei Startelf-Debütanten fallen besonders auf, nur das Ergebnis ist wenig überraschend. Die Analyse in fünf Punkten.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Pressekonferenz mit Adi Hütter nach dem Leipzig-Spiel

Adi Hütter auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Leipzig
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga einmal mehr Remis gespielt. Beim 1:1 (1:0) gegen RB Leipzig traf zunächst Aymen Barkok für die Hessen (43. Minute), ehe Yussuf Poulsen für die Gäste in der zweiten Hälfte ausgleichen konnte (57.).

1. Hütter krempelt die Startelf um

Wer sich die Startaufstellung von Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag gegen 17.30 Uhr ansah, blickte vermutlich nicht einmal, sondern zwei- oder dreimal darauf. Ob nun aus Verwunderung, Enttäuschung oder Begeisterung - egal. Adi Hütter hatte seine erste Elf gehörig umgekrempelt und dabei auch Spieler aus dem Hut gezaubert, die in Frankfurt eigentlich schon in der Kategorie Abstellgleis verortet waren.

Dass Filip Kostic in die Anfangsformation zurückkehrte, überraschte niemanden wirklich. Dass Aymen Barkok eine Chance von Beginn an erhielt, war der verdiente Lohn der vergangenen Wochen. Dass aber neben Evan N'Dicka und dem wochenlang ignorierten Djibril Sow auch Erik Durm in der Anfangself stand, war tatsächlich eine faustdicke Überraschung. Nicht nur für den Eintracht-Anhang. "Mit dem Personal hat er mich schon überrascht", gab auch RB-Trainer Julian Nagelsmann unumwunden zu.

2. Endlich eine formidable erste Hälfte

Ob diese Aufstellung nun die eigene Mannschaft beflügelte oder vielleicht doch den Gegner verwirrte, sei dahingestellt, klar war in jedem Fall: Die Eintracht verschlief endlich mal nicht die erste Hälfte. Nachdem die Hessen in Stuttgart nach 45 Minuten bereits mit zwei Toren zurücklagen und sowohl gegen Werder als auch gegen Köln im ersten Abschnitt nicht in Schwung kamen, stimmte die Leistung gegen RB von Minute eins an.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht trotzt Leipzig einen Punkt ab

Imago Barkok Eintracht Leipzig
Ende des Audiobeitrags

Der Gast aus Leipzig konnte dadurch sein eigentlich rasantes Offensiv-Spiel nicht wirklich aufziehen, die Eintracht hingegen arbeitete in der Defensive konzentriert. Die Fünferkette um Martin Hinteregger im Zentrum, die je nach Situation teilweise auch eine Viererkette mit Durm und N'Dicka auf den Außen war, ließ wenig zu, dazu setzten die Hessen einzelne Nadelstiche durch beispielsweise Daichi Kamada (30.). Belohnt wurden die Frankfurter aber erst kurz vor der Pause...

3. Barkok belohnt sich

... und zwar durch Aymen Barkok. Der Offensiv-Allrounder, unter der Woche noch 90 Minuten für Marokko im Einsatz, durfte nach zuvor sieben Einwechslungen in sieben Spielen endlich einmal von Beginn an ran. Dem 22-Jährigen gelang freilich nicht alles, in der 43. Minute sorgte er dennoch für den zu diesem Zeitpunkt etwas überraschenden Frankfurter Führungstreffer.

Nach einem langen Ball von N'Dicka, bei dem die Hintermannschaft von RB kollektiv eine kurze Verschnaufpause einlegte, setzte sich Barkok gegen Leipzigs Angelino durch und traf zur 1:0-Führung. Alleine dadurch verdiente sich das Eintracht-Eigengewächs die Startelfnominierung - fand zumindest auch Trainer Hütter: "Aymen hat seine Aufstellung gerechtfertigt."

4. Die Defensive steht

In der zweiten Hälfte konnte der Gast aus Leipzig die Frankfuter Führung zwar egalisieren, mehr als das 1:1 durch Poulsen sprang aber nicht mehr heraus. Auch deswegen, weil die Eintracht 90 Minuten lang konzentriert verteidigte - was den Hessen zuvor in vielen Spielen nicht unbedingt gelang.

"Wir haben wenig Chancen zugelassen", befand auch Hütter, der seine überraschende Aufstellung auch aufgrund der Defensiv-Taktik ausgewählt hatte. "Man muss gegen RB Geschwindigkeit entgegenstellen", erklärte der Österreicher hinterher. "Ich musste schmunzeln, als ich die Grundformation vor dem Spiel im TV gesehen habe. Es war aber klar, dass wir mit einer Dreierkette spielen, dazu Filip auf der linken und Erik auf der rechten Seite. Wenn wir einen Spieler mehr brauchen, sollte Erik mit einrücken." Ein Plan, der - außer beim 1:1 - hervorragend funktionierte.

5. Ein Remis - mal wieder

Trotz alledem stand am Ende das Ergebnis, das die Eintracht-Anhänger in den vergangenen Wochen zur Genüge kennengelernt haben: ein Remis. In nun schon fünf von acht Bundesliga-Partien teilten die Hessen die Punkte mit ihrem Gegner.

Freilich war dieses Unentschieden ein anderes als gegen Bremen, Köln oder Stuttgart. Die Leipziger sind immer noch einer der drei Bayern-Verfolger und die Eintracht hat es sich mittlerweile im tristen Mittelfeld bequem gemacht. Daher fiel das Fazit zum Spiel von Trainer Hütter auch positiv aus. "Ich bin mit dem Punkt zufrieden", erklärte er hinterher. Richtig vom Fleck kommen die Hessen in der Tabelle dadurch aber nicht.