Makoto Hasebe schreit

Makoto Hasebe verleiht Eintracht Frankfurt beim Sieg in Freiburg ungewohnte Sicherheit und könnte damit Martin Hinteregger als Abwehrchef ausstechen. Grund ist auch die veränderte Spielweise.

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Mit Statistiken ist es ja immer so eine Sache. Vertraut man rein auf die Daten, die bei jedem Spiel berechnet werden, hat Makoto Hasebe beim 2:0-Sieg von Eintracht Frankfurt in Freiburg am Sonntag eine eher maue Vorstellung hingelegt. Lediglich 33 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind für den zentralen Mann einer Dreierkette klar zu wenig und klingen eher nach Risikofaktor als nach Leistungsträger. In Zahlen ausgedrückte Sicherheit sieht anders aus.

Dass der Japaner dennoch einer der besten Spieler auf dem Platz und damit einer der Frankfurter Sieggaranten war, liegt eher an den weichen Faktoren. Hasebe verhalf seinen in dieser Spielzeit hin und wieder etwas wackligen Mitspielern zu deutlich mehr Stabilität, er dirigierte seine Nebenleute und sorgte auch im Spielaufbau für Ordnung. "Er coacht die Jungs, hilft ihnen mit seiner Erfahrung und ist deshalb so wichtig. Er ist ein Anker für die jungen Spieler", fasste Sportvorstand Markus Krösche passend zusammen. Hasebe, der Ruhepol.

Hasebe beruhigt das Spiel

Der Frankfurter Libero, der im Januar 38 Jahre alt wird, fällt schon lange nicht mehr durch spektakuläre Aktionen oder hart geführte Zweikämpfe auf. Beim Spiel im Breisgau bewies er aber wieder einmal, dass er immer noch der Kopf und Anführer dieser Mannschaft sein kann. Nach einer für ihn bislang eher enttäuschend verlaufenen Saison mit gerade einmal vier Startelf-Einsätzen in der Bundesliga ist Hasebe in dieser Form beinahe schon unverzichtbar und damit in der Gunst der Abwehrchefs an Martin Hinteregger vorbeigezogen.

Der Österreicher ist zwar in Mann-gegen-Mann-Duellen ein absolutes Schwergewicht, in Offensive und Defensive bei Kopfbällen klar stärker und zudem dank seiner Mentalität enorm wichtig für die Eintracht. Die abgeklärte Art von Hasebe passt jedoch aktuell besser zu der von Trainer Oliver Glasner etwas veränderten Spielweise der Hessen. Motto: Safety first.

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Die Eintracht denkt um

Nachdem die Eintracht und Glasner zu Beginn der Saison noch darauf aus waren, eine spielerische Weiterentwicklung voranzutreiben, hat nach dem zwischenzeitlichen Abrutschen in die eher dunklen Bereiche der Bundesliga-Tabelle ein Umdenken stattgefunden. Die Eintracht setzt auf Ballsicherheit und eine kompakte Defensive. Schnelle Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, die es gerade in den ersten Spielen viel zu häufig gab, stehen auf dem Index. "Es hat Klick gemacht", beschrieb zuletzt auch Kristijan Jakic die Wende in den Frankfurter Köpfen.

Heißt: Um die Defensive zu entlasten, soll das Risiko in der Offensive minimiert werden. Die oft und gerne vor allem von Hinteregger gespielten vertikalen Bälle in die Spitze sind bei einer funktionierenden Mannschaft ein gutes Mittel zur Beschleunigung. Sie können aber auch ebenso schnell wieder zurückkommen und dann zum unangenehmen Bumerang werden. Lieber einmal zu lange gezögert, als einen Konter des Gegners provoziert. Wenn's vorne rum nicht geht, ruhig mal hintenrum.

Und in genau dieser Disziplin ist Hasebe der dringend benötigte Taktgeber. In Freiburg war er mit 64 Ballaktionen deutlich öfter am Spiel beteiligt als das komplette Mittelfeld mit Djibril Sow (41), Jakic (50), Daichi Kamada (49) und Jesper Lindström (29). Seine Passquote war zudem die beste aller Frankfurter Spieler.

Es werden alle gebraucht

Klar ist allerdings auch: Oldie Hasebe, der im April über Ende oder Fortsetzung seiner Karriere entscheiden will, wird nicht in allen sieben verbleibenden Partien bis Weihnachten über 90 Minuten auf dem Platz stehen und diese Leistung wiederholen können. Da Hinteregger zudem auch auf die eine der beiden Außenpositionen in der Dreierkette wechseln kann, hat die Eintracht erstmals in dieser Spielzeit in einem Mannschaftsteil ein Luxusproblem. Die Abwehr – und damit das Fundament des Teams – steht. Auch das war nicht immer so.

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heimspiel vom 22.12.
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