Rodrigo Zalazar wird bei der Eintracht seine Chance(n) erhalten.

Eintracht Frankfurt wird in der kommenden Saison ein jüngeres Gesicht erhalten. Die ersten Transfers deuten auf weniger Erfahrung und mehr Talent hin.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht holt Toptalent Blanco

Fabio Blanco
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Mit einem Durchschnitt von 29,6 Jahren stellte Eintracht Frankfurt in den Partien in Köln und gegen Bremen jeweils die älteste Startelf der Bundesligasaison. David Abraham, Makoto Hasebe, Stefan Ilsanker und Bas Dost waren zu diesem Zeitpunkt bereits 30 Jahre oder älter, Sebastian Rode und Kevin Trapp schon 29 Jahre. Im Profifußball ist damit eine magische Altersgrenze erreicht, die Gedanken an ein Karriereende fangen an zu reifen.

Eintrachts Kaderverjüngung nimmt Konturen an

Zwar gab es im Laufe der Saison eine durch den Abgang von Ex-Kapitän Abraham erzwungene Verjüngung mit dem erst 21 Jahre alten Tuta. Doch der wahre Umbruch folgt erst im kommenden Sommer.

Der vom Chefscout zum Direktor Profifußball aufgestiegene Ben Manga setzt auf dem Transfermarkt weiter Zeichen. Ali Akman (18 Jahre) kam ablösefrei aus der zweiten türkischen Liga, Fabio Blanco (17) gar noch aus der Jugendabteilung des FC Valencia.

Zalazar überragt auf St. Pauli - Joveljic überzeugt in Österreich

Die Eintracht wird sich somit deutlich talentierter aufstellen. Rodrigo Zalazar (21) reifte mit jeweils sechs Toren und Vorlagen beim FC St. Pauli zu einem Shootingstar der zweiten Liga heran. Der Mittelfeldspieler wird in der Vorbereitung seine Chance erhalten.

Für Dejan Joveljic (21) hat sich seine Leihe ebenfalls vollumfänglich rentiert. Der Angreifer erzielte in Österreich beim Wolfsberger AC 18 Treffer in 43 Pflichtspielen. Im vergangenen Ligaspiel in Tirol erzielte der Serbe einen Doppelpack.

Ache wieder fit nach langer Verletzungspause

Joveljic muss sich mit Akman und Ragnar Ache um einen Platz im Sturm duellieren. Ache erlebte eine schwierige erste Saison, Muskelverletzungen setzten ihn monatelang außer Gefecht. Immerhin durfte der pfeilschnelle Angreifer auf Schalke erstmals wieder mitwirken.

Mit Evan N'Dicka (21) und Tuta stellte die Eintracht zum größten Teil in der Rückrunde bereits das jüngste Abwehrduo der Bundesliga. Der kommende Eintracht-Trainer wird es also mit einer unbekümmerteren, jüngeren, möglicherweise auch etwas naiver agierenden Mannschaft zu tun bekommen. Ob sich alle durchsetzen und ohne (weitere) Leihe weiterkommen? Das ist noch nicht absehbar.

Umbruch zum richtigen Zeitpunkt?

Doch Veränderung muss nach enttäuschend verlaufenen Wochen, in denen Champions League und Euphorie gleichermaßen schnell verspielt wurden, nichts Schlechtes bedeuten. Möglicherweise ist es unter einem neuen Coach und dem kommenden Sportvorstand Markus Krösche ein Umbruch ganz genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die Eintracht benötigt mit Blick auf die Dreifachbelastung einen größeren Kader, Talente werden somit ihre Einsatzchancen erhalten. Natürlich ist zugleich ein gewisses Risiko vorhanden. Was ist, wenn Entwicklungen stagnieren und der Sprung nach ganz oben zu groß ist? Doch ein frisches, etwas unverbrauchteres Gesicht kann auch ganz neue Kräfte freisetzen. Keine Frage: Es ist spannend, was in Frankfurt heranwächst.