Eintracht-Stürmer Andre Silva im Zweikampf mit einem Bremer.

Für Eintracht Frankfurt steht das kleine Finale im Bundesliga-Showdown bei Werder Bremen an. Die Devise ist: Verlieren verboten! Dafür müssen die Hessen aber eine Schwäche abstellen. Das Wichtigste zum Spiel.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel in Bremen

Adi Hütter
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Eigentlich hätte die Partie lange vor der Corona-Pause stattfinden sollen, nun hat das Nachholspiel der Eintracht in Bremen (20.30 Uhr) aber aufgrund der aktuellen Tabellenlage noch mehr Reiz. Gewinnen die Hessen im Norden, ist zumindest Werder aus Frankfurter Sicht distanziert.

Die Ausgangslage

"Verlieren verboten!" So markant, so simpel, so wahr. Adi Hütter hat schon vor dem Spiel aus Frankfurter Sicht alles zur Ausgangslage vor dieser eminent wichtigen Partie gesagt. Verlieren die Hessen gegen Werder, sind es nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Bremer, zudem hätten die Frankfurter dann einmal mehr einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf belebt.

Der Sieg in Wolfsburg am Samstag hat aus Sicht der Eintracht aber zumindest die ganz große Dramatik rausgenommen. Eine Niederlage wäre zwar immer noch schmerzhaft, das Punktepolster wäre aber auch dann noch ausreichend. Andersrum könnten die Hessen mit einem Sieg eben auch zehn Zähler Abstand zwischen sich und einem direkten Abstiegsrang schaffen. Wenn das mal kein Anreiz ist.

Das Personal

Kaum kehrt der eine gesperrte Spieler zurück, fällt der nächste aufgrund einer Sperre aus. Stefan Ilsanker ist nach seiner Pause wieder an Bord, Lucas Torró muss nach seiner rekordverdächtigen Gelb-Roten Karte in Wolfsburg das Spiel in Bremen aber vor dem Fernseher verfolgen. Ebenfalls nicht dabei ist Gelson Fernandes, der sich beim VfL eine Sehneverletzung zugezogen hat und möglicherweise nie mehr für die Frankfurter auflaufen wird.

Werder-Coach Florian Kohfeldt musste lange um zwei formstarke Spieler zittern. Nun ist aber klar: Sowohl Leonardo Bittencourt (Beckenprellung) als auch Milot Rashica (Adduktorenprobleme) können gegen Frankfurt spielen. "Alle Spieler, die gegen Schalke im Kader standen, sind einsatzfähig", erklärte Kohfeldt.

So könnte die Eintracht spielen:

Eintracht mögliche Aufstellung Werder

So könnte Werder spielen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl - Vogt - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Rashica - Sargent

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Werder steht unter Zugzwang, sie müssen gegen uns gewinnen. Uns ist der Befreiungsschlag schon in Wolfsburg gelungen, jetzt haben wir die Möglichkeit, uns auf zehn Punkte von Bremen zu entfernen. Wir müssen die gleiche Leistung wie in Wolfsburg bringen, dann haben wir gute Chancen, auch in Bremen zu gewinnen."

Florian Kohfeldt: "Das Spiel hat einen Finalcharakter, aber es gibt danach noch fünf weitere Endspiele. Gegen Frankfurt wird nichts passieren, was uns endgültig retten kann. Wir sind nach wie vor hinten dran. Deshalb sind wir unter Zugzwang."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Man kann es nicht anders sagen, aber Daichi Kamada hat einen Lauf. Nun gut, zumindest einen kleinen. Zweimal in Folge hat der spielfreudige Japaner nun bereits in Folge getroffen, wo doch in allen Bundesliga-Spielen zuvor die Null auf der persönlichen Habenseite stand. "Manchmal platzt der Knoten einfach", weiß aber auch sein Trainer Adi Hütter. In Bremen darf aus Sicht der Eintracht sehr gerne das dritte Erfolgserlebnis folgen.

Was bei den Frankfurtern Kamada ist, ist in Bremen der bereits erwähnte Bittencourt. Ebenfalls spielfreudig, ebenfalls in der Offensive überall zu finden - vor der Corona-Pause aber ähnlich harmlos vor dem gegnerischen Tor. Nach nur zwei Treffern vor der Saison-Unterbrechung hat Bittencourt nun aber nach dem Re-Start bereits zweimal den 1:0-Siegtreffer für die Hanseaten erzielt. Ihn sollte die Defensive der Eintracht daher besonders im Blick haben.

Die Statistik des Spiels

Es gibt eine Statistik, die jeweils einmal Werder und einmal der Eintracht wenig Grund zur Hoffnung gibt. Daher ist sie vielleicht aber auch die fairste und zugleich aussagekräftigste. Denn am Mittwoch treffen an der Weser zeitgleich das schlechteste Heimteam und das schlechteste Auswärtsteam der Liga aufeinander.

Kurz ausgedrückt: extrem schwach spielt gegen extrem schwach. Kleiner Lichtblick aus Sicht der Frankfurter: Am Wochenende konnten die Hessen in Wolfsburg ihren Fluch in der Fremde durchbrechen und sehen in der Auswärtstabelle wenigstens wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Bremer hingegen sind in der Heimtabelle abgeschlagen Letzter. Vielleicht gibt am Ende ja genau dieses kleine Detail den Ausschlag.