Zuschauer auf der Haupttribüne beim Eintracht-Spiel gegen Köln. Im Vordergrund ein Zweikampf auf dem Spielfeld.

Mit einem neuen Deal mit dem Gesundheitsamt hatte Eintracht Frankfurt gehofft, die Ultras gegen Berlin zurück ins Stadion zu bekommen. Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Nun sind auch Familien sauer auf den Bundesligisten.

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Audioseite 2G oder 3G - Ärger bei den Profiklubs um Fans

Darf die Eintracht 31.000 Fans gegen Köln begrüßen?
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Alles soll so werden wie früher – und das am besten schon bald. Ginge es nach der Frankfurter Eintracht: Das Waldstadion wäre an Bundesliga-Nachmittagen und Europa-League-Abenden prall gefüllt, die Nordwestkurve ein einziges Fahnenmeer. Wegen der Corona-Pandemie, dem strengen Frankfurter Gesundheitsamt und strikten Ultras bleibt das aber vorerst ein Traum der Eintracht-Verantwortlichen.

Nachdem gegen den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln schon wieder 25.000 Fans ins Stadion durften, wollten die Frankfurter nach der Länderspielpause den nächsten Schritt Richtung "Normalität" gehen. Gegen die Hertha aus Berlin sollten wieder 40.000 Menschen ins Waldstadion strömen. Mit dem Frankfurter Gesundheitsamt hatten die Hessen sich auf ein entsprechendes Hygienekonzept geeinigt. Das kam bei den Fans aber überhaupt nicht gut an.

Forderungen der Ultras nicht zu erfüllen

Ziel des Deals mit dem Gesundheitsamt dürfte primär gewesen sein, die Ultras wieder in Stadion zu bekommen. Die waren getreu ihrem Motto "Alle oder keiner" den bisherigen Spielen nämlich ferngeblieben. Gegen die Hertha könnten laut der Eintracht alle Dauerkarteninhaber wieder ins Stadion – die Ultras wollen aber weiterhin nicht kommen.

Den Fans missfällt zum einen, dass im Stehplatzbereich eine Maskenpflicht herrschen soll, zum anderen, dass "lediglich 5 Prozent der zugelassenen Zuschauer" nur gegen Corona getestet und nicht geimpft oder genesen sein dürfen, wie sie am Mittwoch mitteilten. Man sei bereit, "die eine oder andere Kröte zu schlucken", ließen die Ultras wissen, aber welche genau? Darauf gab es von den Fans keine Antwort. Laut Stellungnahme besteht die Fanszene auf volle Stehblöcke, keine Masken und mehr Getestete im Stadion. Das sind Forderungen, die die Eintracht schlichtweg nicht erfüllen kann.

Kein Besuch im Städel

"Wir erwarten, das gibt der Antrag der Eintracht her, dass viele Leute im Stehplatzbereich sind", sagt der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann, dem hr-sport. "Das sind Gedrängesituationen. Das gibt uns die Corona-Schutzverordnung vor, dass wir da eine Maske erwarten müssen."

Das Amt gibt klar zu verstehen, dass es ein Fußballspiel anders einordnet als etwa einen Besuch im Städel-Museum, wo ein negativer Antigen-Schnelltest reicht, um Zutritt zu bekommen. Für den Besuch eines Eintracht-Heimspiels muss es hingegen ein negativer PCR-Test sein – auch bei Kindern ab sechs Jahren. "Es ist ganz wichtig, dass auch die Kinder geschützt sind. Wir legen ein hohes Sicherheitsmaß an", sagt Tinnemann.

Eltern beschweren sich über Kosten

Das wiederum bringt jene Eintracht-Fans auf die Palme, die mit ihren Kindern ins Stadion wollen. Einen PCR-Test gibt es günstig für etwas mehr als 70 Euro zu haben. Plus Ticket, plus Stadion-Pommes und Cola: Da kommt schnell ein stattliches Sümmchen zusammen. Nach hr-Sport-Informationen hat die Eintracht bereits zahlreiche Anrufe von aufgebrachten Eltern bekommen, die sich den Stadionbesuch unter diesen Umständen nicht leisten können oder wollen.

Die Frankfurter stecken also in einer echten Zwickmühle: Mit der neuen 3G-Plus-Regelung wollte der Bundesligist seinem Traum von einem vollen Stadion wieder ein Stückchen näherkommen. Die Reaktionen der Fans deuten indes eher auf einen Rückschritt hin. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Eintracht in der Länderspielpause noch eine Kehrtwende vollzöge und doch nur 25.000 Zuschauer zulässt. Dann kämen zwar immer noch keine Ultras, aber vielleicht ja wieder zahlreiche Familien in die Arena im Stadtwald.

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