Eintracht in Freiburg

Nach dem Po-Tor von Freiburg freut sich die Eintracht über ein 2:2. Tuta könnte der neue Abraham werden. Und alle wollen nach Europa. Die Analyse in fünf Punkten.

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zum Video Die Pressekonferenz nach dem Spiel der Eintracht in Freiburg

Adi Hütter auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Freiburg.
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Eintracht Frankfurt hat am Mittwoch 2:2 (1:1) beim SC Freiburg gespielt. Amin Younes hatte die Eintracht in der 6. Minute in Führung gebracht. Nach den Freiburger Toren durch Roland Sallai (32.) und dem eingewechselten Nils Petersen (63.) sicherte Freiburgs Keven Schlotterbeck durch sein Eigentor in der 75. Minute der Eintracht das 2:2 und damit einen Punkt.

1. Die Remis-Könige der Liga

Nach vier Siegen in Folge gab es mit dem 2:2 in Freiburg mal wieder ein Unentschieden. Das neunte Remis in 17 Hinrundenspielen. So viele hat sonst keine andere Bundesliga-Mannschaft. Auch wenn die Eintracht in Freiburg eine ordentliche Leistung zeigte, ist Trainer Adi Hütter von der Remis-Flut nicht ganz so begeistert: "Natürlich hätten wir bei dem einen oder anderen Unentschieden - aber nicht hier in Freiburg - einen Sieg einfahren können".

Das 2:2 im Breisgau war für Hütter nach dem Rückstand ein Erfolg. Dementsprechend entspannt gab sich der Eintracht-Coach nach dem Abpfiff. Lachend, scherzend, wild gestikulierend unterhielt er sich vier Minuten lang auf dem Platz mit Freiburg-Trainer Christian Streich. Vielleicht ja über:

2. Das Fehlerketten-Gegentor der Eintracht

Nach dem ansehnlichen 1:0-Führungstreffer durch Younes (nach Musterpass von Djibril Sow) hatte die Eintracht alles im Griff. Die Frankfurter drücken auf das 2:0 und erlebten dann einen schmerzhaften Hallo-Wach-Effekt. Wie aus dem Nichts fiel der Freiburger Ausgleich, resultierend aus einer Fehlerkette der Eintracht-Defensive.

Im Mittelfeld ließ der schwache Makoto Hasebe seinen Gegenspieler laufen. Deshalb rückte Martin Hinteregger etwas unmotiviert aus der Abwehrkette heraus, mit dem Ergebnis, dass nun sein Gegenspieler frei stand. Diesem spurtete Linksverteidiger Evan N'Dicka entgegen. Und siehe da: Nun stand sein Gegenspieler Roland Sallai völlig blank. Der bedankte sich mit dem 1:1.

Das zweite Freiburger Tor resultierte dagegen nicht aus einer Fehlerkette, sondern einem Solo-Fehler, für den man auch in der Kreisklasse einen Anschiss bekommen würde. Erste Regel: als Abwehrspieler vor dem eigenen Tor nie nach Innen klären. Genau das tat jedoch Hasebe per Kopf. In der Folge schoss Freiburgs Petersen sein 29. Tor als Einwechselspieler. Weitgehend fehlerlos blieb dagegen:

3. Tuta auf den Spuren von David Abraham

Der brasilianische Innenverteidiger Tuta stand zum dritten Mal in der Eintracht-Startelf, nach dem Karriere-Ende von David Abraham jedoch erstmals als dessen legitimer Nachfolger. Der erst 21-Jährige machte seine Sache richtig gut. Tuta spielte aufmerksam und sicher. Er redete und dirigierte ähnlich viel wie Vorgänger Abraham.

"Ich habe sehr hartnäckig gearbeitet, dass ich mich auf dem Feld verbessere. Ich habe probiert, sehr fokussiert zu sein und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", sagte Tuta. Sein einziger Fehler blieb folgenlos. Sein Fehlpass in der 89. Minute zwang Daichi Kamada zwar zu einem Foul, der anschließende Freistoß brachte aber nichts ein. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:2 durch:

4. Das Po- und Eier-Eigentor von Schlotterbeck

Tore wurden in 58 Jahren Fußball-Bundesliga schon mit allen möglichen Körperteilen erzielt. Natürlich mit den Füßen und dem Kopf, aber auch mit dem Knie, dem Oberschenkel oder dem Rücken. Freiburgs Keven Schlotterbeck wählte für sein Eigentor allerdings eine Variante, die es wahrscheinlich noch nie gab.

Schlotterbeck gab nach dem Spiel an, dass ihm der Ball nach dem Schuss von Kamada "auf den Arsch oder auf die Eier" gefallen sei und vor dort ins eigene Tor. Dieser Umstand bewahrte die Eintracht vor der ersten Bundesliga-Niederlage seit Anfang Dezember. Und da die Frankfurter überhaupt erst zweimal in dieser Saison verloren haben, dürfen sie nach oben schauen.

5. Alle reden von Europa

So langsam dürfen die Eintracht-Fans anfangen zu zählen: Nach dem 2:2 in Freiburg sind die Europapokal-Plätze für den Tabellen-Achten zum Greifen nahe. Die Eintracht steht einen Punkt hinter einem Platz für die neu geschaffenen Europa-Conference-League-Playoffs und zwei Zähler hinter einem Europa-League oder Champions-League-Rang.

"Wir werden weiterhin bis zum Schluss um die internationalen Plätze mitspielen", sagte Hütter. "Wir sind jetzt voll dabei im Geschäft um die internationalen Plätze", ergänzte Hinteregger. Und auch Freiburg-Trainer Christian Streich machte Mut: "Das (was die Eintracht spielt, Anm. d. Red.) ist fußballerisch im Moment mit das Beste in der Liga". Und vielleicht hat Streich Hütter genau das in den vier Minuten nach dem Spiel auf dem Rasen auch noch mal persönlich gesagt.