Hütter und Silva

Zurückhaltung geht anders: Mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein tritt die Frankfurter Eintracht am Sonntag beim 1. FC Köln an. Trainer Adi Hütter will den Saisonstart mit drei Punkten vergolden und liefert gute Gründe, warum das klappen könnte.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht vor Köln: Spitzenteam ohne Angst?

Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt tritt zu einem Bundesliga-Auswärtsspiel an und reklamiert die Favoritenrolle ganz eindeutig für sich. Was vor der Corona-Pause im Frühjahr noch als undenkbar erschien, scheint mittlerweile zur erfolgreichen Normalität zu werden. Vier Siege und ein Remis stehen in den saisonübergreifend letzten fünf Gastspielen zu Buche. Da wundert es nicht weiter, dass Trainer Adi Hütter diese Serie auch am Sonntag (15.30 Uhr) beim 1. FC Köln fortsetzen will. "Wenn wir so spielen wie in der letzten Zeit, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch in Köln gewinnen können", kündigte der Coach an.

Keine Zeit für Sentimentalitäten

Dass die Hessen ihre starke Form trotz der Testspiel-Pleite gegen Würzburg über die Länderspiel-Pause retten konnten, daran ließ Hütter keinen Zweifel. Regelrecht ins Schwärmen geriet der Österreicher sogar beim Rückblick auf die vergangenen Übungseinheiten. Die Mannschaft habe sehr, sehr gut trainiert. Von Schlendrian oder nachlassender Konzentration könne keine Rede sein. Im Gegenteil: "Ich habe ein sehr gutes Gefühl, an der Außenlinie zu stehen", pries der 50-Jährige trotz herbstlicher Witterung seinen Arbeitsplatz an der frischen Luft an.

Ganz so viel Freude dürfte sein Gegenüber auf Kölner Seite aktuell nicht verspüren. Markus Gisdol ist mit dem FC seit 13 Spielen ohne Sieg. Der Stuhl des Trainers wackelt bedenklich. "Wir wissen, dass der Gegner angeschlagen ist", entgegnete Hütter. Für Sentimentalitäten unter Kollegen sei dennoch keine Zeit. Vielmehr wolle man den Kölnern schnell zeigen, wer aktuell das größere Selbstbewusstsein hat. "Wir wollen das Spiel in die Hand nehmen", kündigte Hütter an. Die Kölner Taktik interessiert den Frankfurter Coach dabei nur zweitrangig: "Für mich ist wichtig, was wir machen", sagte er und ließ damit keine Zweifel an der Favoritenrolle offen.

Personell gut aufgestellt

Auch personell haben die Hessen derzeit wenig Grund zum Klagen. Zwar fällt mit Filip Kostic weiter ein Leistungsträger aus, Neuzugang Steven Zuber konnte die Lücke auf dem linken Flügel zuletzt aber ordentlich füllen. Zudem befinde sich Kostic, der sich nach seinem Teilanriss des Innenbands im rechten Knie im Kreis der serbischen Nationalelf behandeln ließ, auf dem Weg der Besserung, teilte Hütter mit. Auch der Ausfall von Sturm-Backup Ragnar Ache, der nach einer Sehnenverletzung ebenso eifrig an einem schnellen Comeback schuftet, bereitet dem Trainer kein allzu großes Kopfzerbrechen. "Solange wir noch mindestens einen Stürmer haben, mache ich mir keine Sorgen", so Hütter.

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Köln ohne Hector, Sturm-Duo zurück

Der 1. FC Köln muss gegen die Eintracht weiter ohne Kapitän Jonas Hector auskommen. Der 30-Jährige laboriert an einer Nackenverletzung. Wieder fit meldete sich indes der angeschlagene Torjäger Sebastian Andersson. Auch Anthony Modeste steht nach langer Verletzung vor einem Comeback.

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Das zuletzt so erfolgreiche Offensivduo dürften also auch in Köln wieder Bas Dost und André Silva bilden. Der Portugiese Silva wurde nach dem Corona-Fall seines Nationalmannschaftskollegen Cristiano Ronaldo negativ getestet und ist ebenso einsatzfähig wie Martin Hinteregger. Der österreichische Innenverteidiger musste im Länderspiel gegen Rumänien einen harten Schlag einstecken, trainiert aber wieder. Auch Evan N'Dicka dürfte nach ausgestandener Syndesmoseverletzung wieder zum Kader gehören.

Ungeschlagen nach München?

Ob die beiden Neuzugänge Amin Younes und Ajdin Hrustic ebenfalls schon eine Option für das Köln-Spiel sind, ließ Hütter indes offen. "Sie sind gierig und wollen so schnell wie möglich wissen, wie wir spielen", attestierte der Trainer eine gute Entwicklung. Man müsse aber noch ein wenig geduldig sein. Gesetzt ist dagegen auf dem rechten Flügel weiterhin Almamy Touré. Der Franzose, der wegen seiner wechselhaften Leistungen in der Vergangenheit immer wieder gescholten wurde, scheint die Kurve zu bekommen. "Er tut uns momentan gut, aber er muss seine Leistung natürlich weiter bringen", forderte Hütter.

Diese Maßgabe gilt selbstverständlich auch für das restliche Team. Mit den angestrebten drei Punkten in Köln könnte die Eintracht ihren guten Saisonstart endgültig vergolden und sich mit zehn Zählern aus vier Spielen ganz oben in der Tabelle festsetzen. "Es wäre natürlich toll, wenn wir ungeschlagen nach München fahren könnten", blickte Hütter bereits auf das kommende Gastspiel beim FC Bayern. Gegen die Münchner verloren die Hessen übrigens ihr einziges Auswärtsspiel nach der Corona-Pause. Das einzige Remis gab es in Köln.

So könnte Eintracht Frankfurt in Köln spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Köln