Kevin Trapp (li.) und Trainer Oliver Glasner

Eintracht Frankfurt trifft in der Europa League auf Fenerbahce Istanbul und blendet die Alltagssorgen für einen Tag aus. Trainer Oliver Glasner fühlt sich wie an Weihnachten, beim Spiel dabei sein darf er kurioserweise nicht.

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Genau 99 Tage liegen zwischen zwei Feiertagen, die für Eintracht-Trainer Oliver Glasner eine ganz besondere Bedeutung haben. Der eine, am Donnerstag – Spieltag in der Europa League, sein Team empfängt Fenerbahce Istanbul (21 Uhr) und dann ist da noch dieses Ereignis im Dezember, Weihnachten. Das Gefühl aber ist identisch. "Heiligabend, wenn die Geschenke da liegen, dann ist man auch nervös, aber es ist eine positive Nervosität", so Glasner.

Harte Arbeit fürs Präsent

Aber wie ihm mit den Präsenten, gehe es seinen Spielern mit dem Auftritt auf internationalem Parkett – statt Angst herrscht aufgeregte Vorfreude. Der Puls steigt. Auch bei Kevin Trapp. "Dafür haben wir hart gearbeitet", so der Keeper. Da unterscheidet sich das Abenteuer Europa Pokal dann doch von Weihnachten.

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Spiel in der Vollreportage

Die Partie der Frankfurter Eintracht gegen Fenerbahce Istanbul gibt es am Donnerstag ab 21 Uhr bei hr-iNFO und auf hessenschau.de in der Audio-Vollreportage.

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"Die Motivation ist sowohl in der Bundesliga als auch in der Euro League groß, aber nichtsdestotrotz wissen wir: Hier donnerstags bei Flutlicht vor eigenem Publikum aufzulaufen, das ist etwas Besonderes." Für Glasner ist die anstehende Partie gar "ein Geschenk – für den Club, die Fans, für Spieler und Trainer, für die Stadt und die ganze Region".

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Oliver Glasner
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Nur anschauen, nicht auspacken

In seinem speziellen Fall aber eines ohne Schleife. Denn Glasner darf gegen Fenerbahce nicht auf der Bank sitzen. Der Grund: Weil der Coach mit seinem Ex-Club VfL Wolfsburg in drei internationalen Spielen nach der Halbzeit zu spät auf den Rasen zurückkam, wurden Verein und Trainer sanktioniert. Für den Club gab es eine Geldstrafe, Glasner darf deshalb nicht in den Innenraum.

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Lenz ist angeschlagen

Der Einsatz von Linksverteidiger Christopher Lenz ist vor dem Spiel gegen Fenerbahce fraglich. "Er hat ein bisschen muskuläre Probleme aus dem Stuttgart-Spiel", sagte Trainer Oliver Glasner. "Wir werden morgen noch einen Fitnesstest machen."

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"Natürlich bin ich nicht happy darüber", verriet er. "Aber da ist die UEFA rigoros. Schade, dass es so weit gekommen ist." So weit, dass Glasner das Präsent Europa League zwar sehen, aber eben nicht selbst auspacken darf. Die Verantwortung während der Partie und bis 15 Minuten nach Abpfiff haben die beiden Co-Trainer Michael Angerschmid und Ronald Brunmayr. Sie genießen Glasners "volles Vertrauen". Der Coach selbst wird nicht auf der Tribüne sitzen, sondern sich "in eine Loge zurückziehen".

Apfelwein statt Eierlikör

Für seine Mannschaft soll das kein Nachteil sein. "Der Matchplan steht davor", so Trapp. "Ich gehe davon aus, dass der Trainer alle so eingestellt haben wird, dass sie wissen, was zu tun ist. Und ansonsten können wir Spieler ja auch Verantwortung übernehmen." Denn international soll es besser laufen als zuletzt im Alltag Bundesliga. Das Knirschen der vergangenen Wochen, es soll am Feiertag ein Ende haben.

Glasner warnt dennoch vor dem Gegner, der sich als Party-Crasher entpuppen könnte. So wie der entfernte Onkel, der Heiligabend rücklings in den Weihnachtsbaum stolpert. "Das ist eine fußballerisch sehr gute Mannschaft mit Routiniers, die sich nicht nervös machen lassen." Auch nicht von den Frankfurter Fans. "Aber aus dem Liga-Alltag ist sie nicht Intensität der deutschen Bundesliga gewohnt. Wir wollen ihnen einen Spielrhytmus auferlegen, den sie nicht gewohnt sind."

Und wenn das klappt, hat Glasner in seiner Loge vielleicht ja was zu feiern. Dass der Kühlschrank gut gefüllt sein sollte, hat der Trainer beim Club schon einmal hinterlegt. Vielleicht gibt es dann ja Apfelwein statt Eierlikör. Noch sind es ja 99 Tage bis Weihnachten.