Spieler von Eintracht Frankfurt nach dem Spiel auf Schalke

Die Frankfurter Eintracht verliert gegen Schalke knapp und offenbart ihre momentanen Schwächen überdeutlich. Im Gedächtnis wird das Spiel aber wegen einer einzigen Szene bleiben. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter PK Schalke still
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Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga das Gewinnen verlernt. Auch im fünften Liga-Spiel in Folge gelang kein Sieg. Beim FC Schalke 04 verlor das Team von Trainer Adi Hütter mit 0:1 (0:0). Das Tor des Tages erzielte Benito Raman in der 53. Minute. Schalke-Schlussmann Alexander Nübel sah zudem in der 66. Spielminute die Rote Karte.

1. Schock nach Tritt an Gacinovic

Wer nach dem Spiel der Eintracht beim FC Schalke 04 in ein paar Jahren gefragt wird, kann sich sehr wahrscheinlich nicht mehr an das Ergebnis der Partie erinnern. Eine Szene des Spiels wird dennoch jeder im Kopf haben - und zwar keine schöne. Es lief die 66. Minute in der Arena in Gelsenkirchen, als Mijat Gacinovic per langem Ball auf die Reise geschickt wurde. Schalke-Schlussmann Alexander Nübel wollte die Situation durch Herauseilen klären, verschätzte sich und traf den schmächtigen Serben frontal mit voller Wucht mit dem ausgestreckten Fuß.

Gacinovic ging zu Boden, wurde ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht. Nübel musste folgerichtig mit der Roten Karte vom Platz. "Ich hatte Angst", gestand Stürmer Bas Dost nach der Partie. "Der hat aus seinem Mund geblutet, da stand ich richtig unter Schock. Das Gute war, dass er noch reden konnte." Mittlerweile hat die Eintracht selbst mitgeteilt, dass Gacinovic eine Rippenprellung erlitt und es ihm den Umständen entsprechend gut geht.

2. Hütter probiert etwas aus

Dass Mijat Gacinovic in dieser 66. Minute auf dem Feld stand, war auch dem Umstand geschuldet, dass Eintracht-Coach Hütter bei seiner Aufstellung ordentlich die Rotationsmaschine in Gang geworfen hatte. Die äußerst ernüchternde 2:3-Pleite gegen Vitoria Guimaraes unter der Woche kostete gleich sechs Eintracht-Spieler die Startelf-Berechtigung für das Spiel auf Schalke.

So kam es, dass Bas Dost, Evan N’Dicka, Almamy Touré, Lucas Torro, Timothy Chandler und eben Gacinovic von Beginn an ran durften. Die klare Botschaft: In den verganenen Wochen lief es nicht, deshalbt muss etwas Neues her. Viel Eigenwerbung konnten das Sextett aber nicht für sich betreiben.

3. Der Eintracht fällt in der Offensive nicht viel ein

Denn spielerisch waren die 90 Minuten auf Schalke einmal mehr absolute Magerkost. Am Ende war es gar nicht mal so, dass die Schalker der Eintracht deutlich überlegen waren. Die Feldanteile waren über die gesamte Spielzeit gesehen relativ ausgeglichen. Gefährliche Momente vor dem gegnerischen Tor kreierten aber nur die Köngisblauen.

Suat Serdar (28. Minute), Amine Harit (42.) und Daniel Caligiuri (50.) vergaben noch ihre Möglichkeiten, bis Raman zum Tor des Tages traf (53.). Kurz vor Schluss traf Guido Burgstaller zudem den Pfosten. Und die Hessen? Hatten besonders im zweiten Abschnitt viel Ballbesitz, zündende Ideen sprangen dabei aber nicht heraus. Der Eintracht fehlt in der Offensive aktuell mehr als nur eine Prise Esprit - nämlich ein klarer Plan.

4. An der Physis liegt es nicht

Das Bemerkenswerte an den Frankfurtern momentan ist, dass die Eintracht im Dezember dieses Kalenderjahres ihre Spiele aufgrund mangelnder Klasse verliert - und nicht wegen fehlender Physis. Vor der Saison hätte wohl jeder dafür Verständnis gehabt, wenn den Hessen nach dem Mammut-Programm inklusive Europa-League-Qulifikation seit August die Puste ausgehen würde.

Aber so ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Wie gegen die Hertha vor einer guten Woche konnte die Hütter-Elf im zweiten Abschnitt noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Hessen sind fit, keine Frage. Das Problem ist nur: Spielerisch ist die Eintracht höchstens noch Bundesliga-Mittelmaß.

5. Im Winter muss etwas passieren

Klar ist: So kann es - besonders in der Offensive - nicht weitergehen. Im Winter muss etwas passieren. Ein neuer Stürmer muss her, vielleicht sogar zwei. Dass Angreifer André Silva gegen Schalke bei einem Rückstand 90 Minuten lang auf der Bank saß, spricht Bände. Ganz zu schweigen von Dejan Joveljic, der aktuell überhaupt keine Rolle mehr spielt.

Pünktlich zum Winter-Transferfenster geistern auch schon die ersten potenziellen Neuzugänge durch Frankfurt. Einer davon ist Ante Rebic. Wieviel an dem Gerücht dran ist, ist gar nicht so relevant. Viel wichtiger ist, dass ein Spielertyp wie Rebic, das wird immer deutlicher, den Frankfurtern schmerzlich fehlt. Ein Stürmer, der Spiele vorne auch mal alleine entscheidet. So jemanden brauchen die Hessen zur Rückrunde. Sonst könnte in der Bundesliga noch etwas Schlimmeres als Mittelmaß drohen.