Adi Hütter Eintracht Frankfurt Borussia Mönchengladbach

Nein, an Adi Hütter und seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach lag es nicht, dass Eintracht Frankfurt bei den Fohlen verloren hat. Das beteuern zumindest alle. Wird aus der einen Niederlage nun aber ein Abwärts-Strudel, steht bald viel auf dem Spiel.

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Adi Hütter
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Das Thema ist keins, war nie eins und wird auch nie eins werden in den nächsten Tagen. Adi Hütter verlässt Eintracht Frankfurt zum Saisonende, das ist seit Dienstag klar, mit der Mannschaft und deren Leistung hat das aber nichts zu tun. Das sagten alle Verantwortlichen vor der Partie in Mönchengladbach, das sagten Spieler, Trainer und Manager nach der Partie. Nur: Dazwischen lagen vier Gegentore, eine Niederlage und ein insgesamt äußerst ernüchternder Tag am Niederrhein - und damit die bange Frage: War das, die Hütter-Meldung, der eine Schlag ins Kontor zu viel?

"Ich sehe da überhaupt keinen Zusammenhang", urteilte Hütter selbst. "Mir ist das zu einfach, dass man auf einmal sagt: Das könnte der Grund sein." Zumindest damit hat der Österreicher nicht unrecht. Es ist die einfachste Lösung, die Leistung bei der Borussia am Samstag zu erklären. Oft ist die naheliegende Lösung aber auch die richtige. Und die bleibt eben: Die Mannschaft tangiert das Thema mehr, als alle zugeben möchten.

Bald könnten die Verfolger nah sein

Klar ist auch: Sollte das stimmen, hat die Eintracht und auch ihr Trainer schon bald ein großes Problem. Noch ist das Punkte-Polster auf Rang fünf da. Der Vorsprung ist noch komfortabel. Gibt es aber auch am Dienstag beim Heimspiel gegen den FC Augsburg keinen Sieg, können die Verfolger aus Leverkusen und Dortmund schon in der Englischen Woche sehr, sehr nah kommen. Aus hessischer Sicht: zu nah.

Womit wir beim springenden Punkt angekommen sind. Ab sofort geht es damit auch um die Art und Weise, wie Hütter Frankfurt verlassen wird. Mit einem Triumph, ergo Champions-League-Qualifikation. Oder mit einer Enttäuschung, ergo alles ab Rang fünf. Es geht, da kann man getrost große Worte in den Mund nehmen, nach der Niederlage in Mönchengladbach ab jetzt auch um Hütters Erfolgsbilanz in Hessen.

Jetzt zählt nur noch der Erfolg

Die Geschichte ist in Frankfurt ja nicht unbekannt. Niko Kovac verabschiedete sich dereinst zwar mit einem beachtlichen Negativ-Lauf in der Bundesliga aus Hessen, gewann aber im Anschluss noch den DFB-Pokal und stimmte die Eintracht-Gemeinde damit mehr als nur milde. Hätte er das Pokalfinale verloren - den Rest kann sich jeder denken. Bei Hütter dürfte die Beurteilung im Sommer ähnlich ausfallen. Jetzt zählt nur noch der Erfolg.

Freilich ist der Österreicher nicht der einzige, der den Verein nach der Spielzeit verlässt. Auch Sportvorstand Fredi Bobic wird nach dem letzten Spieltag seine Koffer packen. Das könnte nun, nach dem bitteren Tag in Mönchengladbach, auch zu einer Schicksalsgemeinschaft führen. Es war zumindest nicht verwunderlich, dass sich Bobic direkt einreihte in die Gruppe derjenigen, die die Niederlage nicht mit der Veröffentlichung in Verbindung bringen wollten.

Bobic: "Ich habe keine Sorgen"

"Es ist sehr oberflächlich zu denken, dass es daran liegt", befand der Ex-Nationalspieler nach der Begegnung. "Einen Zusammenhang da zu finden, das ist mir zu einfach." Der Eintracht-Manager verwies dabei auch auf das Team, das das große Ziel freilich nicht verpassen möchte. Schließlich sind im Sommer ja nicht alle weg. "Die Jungs haben selber den Anspruch, das große Ziel zu erreichen", so Bobic. "Ich habe keine Sorgen."

Zumindest diesen Punkt könnte manch einer, der es mit dem hessischen Bundesligisten hält, gänzlich anders betrachten. Dafür war in der Eintracht-Mannschaft vom Samstag zu wenig Spirit, zu wenig Energie, zu wenig Wille. Es wirkte, als wären Kevin Trapp und Co. mindestens ein wenig gehemmt - auch wenn sie im Nachgang selbst in den Chor derjenigen einstiegen, die die ernüchternde Nachricht vom Dienstag nicht als ursächlich für die Niederlage betrachteten.

"Es ging allen nicht gut"

"Die Niederlage hat nichts mit dem Trainer-Wechsel zu tun gehabt", erklärte Torwart Trapp einerseits, ließ danach aber auch tief blicken in das Innenleben der Mannschaft. "Es ging allen nicht gut." Ändert sich dieser Zustand nicht, könnte es in Frankfurt noch unschön werden.

"Es liegt an uns, in den letzten fünf Spielen zu zeigen, dass die Entscheidung des Trainers keine Auswirkungen auf uns hat", forderte Sebastian Rode. Damit sollte im besten Fall schon am Dienstag gegen Augsburg begonnen werden. Schließlich geht es in Frankfurt in den kommenden Wochen um mehr als nur eine Kleinigkeit.