Adi Hütter und Marco Rose

Adi Hütter verlässt Eintracht Frankfurt. Das steht nun fest. Gefährdet das den Erfolg? Bei den Hessen geht der bange Blick jetzt nach Gladbach.

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Eintracht-Trainer Adi Hütter konnte mit dem Punkt in Leipzig leben.
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Wochenlange Gerüchte, quälende Fragen und andauerndes Ausweichen, am Ende war die Katze dann doch aus dem Sack: Der amtierende Trainer verlässt den Verein und wechselt zu einem Liga-Konkurrenten. Dieses Szenario, oder Schauspiel, je nach Lesart, wurde gerade bei Eintracht Frankfurt und Adi Hütter vollzogen. Fast exakt das gleiche Drama spielte sich aber auch schon vor Monaten bei Borussia Mönchengladbach und deren Coach Marco Rose ab. Geht es nach den Hessen, ist die Schlusspointe in Frankfurt aber anders.

Als Rose nämlich in Gladbach bekannt gab, im Sommer zu Borussia Dortmund zu wechseln, sorgte das für einen Negativ-Lauf seiner Mannschaft, der seinesgleichen suchte. Vier Spiele in Folge verloren die Borussen in der Bundesliga, flogen zudem mit Niederlagen aus dem DFB-Pokal und der Champions League. Erst Aufbaugegner Schalke stoppte nach sieben Pleiten in Serie die rasante Talfahrt der Fohlen.

Ähnlichkeiten sind augenscheinlich

Zarte Hoffnungen auf eine Champions-League-Teilnahme waren aber zu diesem Zeitpunkt schon verspielt. Für die Gladbacher geht es mittlerweile nur noch darum, die Saison zu retten und sich irgendwie für irgendeinen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Es ist ein warnendes Beispiel, was nach einer solchen Nachricht passieren kann.

Droht der Eintracht nun auch der Rose-Effekt? Die Ähnlichkeiten sind augenscheinlich. Auch in Hessen ist nun die Katze aus dem Sack, jeder weiß, dass an der Seitenlinie ein Trainer auf Abruf steht. Hütter, der zu eben jener Borussia aus Mönchengladbach wechseln wird, hat in den vergangenen Wochen und auch im Vereins-Statement zur Trennung immer betont, dass er das Ziel Champions-League-Teilnahme felsenfest im Blick hat.

Hütter: "Wollen Vorsprung verteidigen"

"Wir haben eine historische Chance", hatte Hütter am Dienstag nochmal betont. "Alles, was für mich jetzt zählt, ist der Erfolg der Eintracht. Wir wollen unseren Vorsprung verteidigen und uns für die Champions League qualifizieren." Er wolle diesem Ziel alles unterordnen, so Hütter weiter.

Nur: Ähnliche Worte waren dereinst im Februar auch von Rose zu hören. Den Negativ-Strudel konnte er trotzdem nicht aufhalten. Die Eintracht hatte im Gegensatz zur Borussia freilich in den vergangenen Wochen mit noch mehr Trubel zu kämpfen. Dass Sportvorstand Fredi Bobic die Frankfurter verlassen möchte, steht schon seit Anfang März fest - tangiert hat das die Leistungen der Hessen nicht im geringsten.

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Blick ins leere Heimspiel-Studio. Text: HEIMSPIEL - Hütter-Beben: Frisst der Erfolg die Eintracht auf?
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Was, wenn in Gladbach nicht gewonnen wird?

Klar ist aber auch: Eine Trainer-Abgangs-Verkündigung so knapp vor dem gemeinsamen Ziel hat nochmal eine andere Wucht. Dem Vernehmen nach hat Hütter auch erst am Dienstag der Mannschaft mitgeteilt, dass er den Verein verlassen wird. Die Eindrücke sind daher noch frisch.

Eminent wichtig dürfte daher das Spiel am Samstag bei, der Spielplan will es so, Borussia Mönchengladbach werden. Hält der Höhenflug der Frankfurter auch dort an, dürfte sich das Thema Rose-Effekt direkt erledigt haben. Aber was, wenn nicht?

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 13.04.2021, 16.45 Uhr