Andre Silva von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt kämpft um die Teilnahme an der Champions League und gleichzeitig um den Verbleib von Stars wie André Silva oder Evan N'Dicka. Sollten die Ziele verfehlt werden, droht ein erneuter Umbruch.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hübner: "Silva weiß, was er Eintracht Frankfurt zu verdanken hat"

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner mit Maske
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Die Ausgangslage von Eintracht Frankfurt vor der heißen Saisonphase erinnert stark an die Spielzeit 2018/19. Auch damals lagen die Hessen Ende März auf Rang vier der Bundesliga-Tabelle und träumten von ihrer Premiere in der Champions League. Im Sturm brillierten Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic, nach einem spektakulären 2:1-Sieg in der neunten Minute der Nachspielzeit beim FC Schalke 04 schien die Teilnahme an der Königsklasse selbst im April noch zum Greifen nah.

Was dann folgte? Fünf Bundesliga-Partien in Serie ohne Sieg, das Abrutschen auf Rang sieben und der schmerzliche Abgang der Büffelherde. Ein ähnliches Schicksal könnte der Eintracht auch in diesem Jahr drohen.

Eintracht braucht den Königsklassen-Glanz

Die Doppelbelastung der Europa League, die vor zwei Jahren wohl hauptverantwortlich für den nationalen Leitungsknick war, gibt es aktuell zwar nicht. Sollte die Eintracht das große Ziel Champions League verfehlen, wird es allerdings erneut sehr schwer, alle Leistungsträger zu halten. "Alleine die Gruppenphase bringt uns 18 bis 20 Millionen Euro", betonte Sportdirektor Bruno Hübner am Dienstag. "Die Champions League wäre eine Stufe, die uns auch danach noch helfen würde."

Heißt: Alleine die Königsklasse würde die Eintracht finanziell und strategisch in die Lage versetzen, im Werben um die eigenen Stars mitbieten zu können. Ein Abgang, das betonte Hübner, bahnt sich aktuell zwar nicht an. "Es gibt kaum Personalien, die nicht geklärt sind. Momentan ist kein Drive drin."

Am Ende der Saison könnte es je nach Ausgang aber schnell gehen. Filip Kostic oder Evan N'Dicka stehen schon länger ganz oben auf der Wunschliste potenter Clubs aus dem Ausland, besonders heiß gehandelt wird zudem Toptorjäger André Silva.

Eintracht kämpft um Silva und N'Dicka

"Er weiß, was er Eintracht Frankfurt zu verdanken hat", warb Hübner für einen Verbleib des vertraglich bis Sommer 2023 gebundenen Portugiesen. Das gute Umfeld und die aktuellen Erfolge werden allerdings keineswegs reichen, um den 25-Jährigen auch in der kommenden Saison im Frankfurter Trikot bewundern zu können. "Es hilft uns, wenn wir uns für die Champions League qualifizieren", stellt Hübner deshalb auch klar. "Sonst wird es wohl schwer, ihn zu halten."

Ähnlich verhält es sich bei N'Dicka. Der 21 Jahre alte Franzose, der ebenfalls bis Sommer 2023 bei der Eintracht unter Vertrag steht, will über kurz oder lang den nächsten Karriereschritt gehen. Sein Berater hat diesen Wunsch vor ein paar Wochen schon einmal öffentlichkeitswirksam lanciert, die Zukunft des Innenverteidigers scheint deshalb offen.

"Die Chancen steigen dramatisch, wenn wir die Champions League erreichen", fasste Hübner die fast deckungsgleiche Ausgangslage zusammen. Sogar eine Vertragsverlängerung inklusive Gehaltserhöhung sei dann möglich, unterstrich der scheidende Sportdirektor.

Umbruch oder Konstanz?

Sollte die Eintracht die Champions League erreichen und erstmals Spiele unter dem Logo mit den acht Sternen bestreiten, könnte die derzeit so erfolgreiche Mannschaft zusammenbleiben und gemeinsam in das Abenteuer Königsklasse starten. Sollte es letztlich "nur" die Europa League oder gar die Europa Conference League werden, wartet erneut viel Arbeit auf Trainer Adi Hütter, wenn er denn in Frankfurt bleiben sollte, und den noch zu findenden Nachfolger von Fredi Bobic. Anders ausgedrückt: Die Zukunft von Silva, N'Dicka und Co. hängt von den Champions-League-Sternen ab.

Wer genau sich in Zukunft um den Verkauf oder das langfristige Binden der Leistungsträger kümmert, ist derweil weiter offen. Mit Hendrik Almstadt gibt es seit Dienstag zwar einen neuen Kandidaten auf den Posten des Sportvorstands bei Eintracht Frankfurt, mit einer schnellen Entscheidung ist jedoch vorerst nicht zu rechnen. Fest steht nur, dass diese Aufgaben definitiv nicht mehr von Hübner erledigt werden. Der Abschied des 60-Jährigen zum Saisonende steht fest, einen Rücktritt vom Rücktritt wird es nicht geben.

"Das ist so manifestiert in meinem Kopf, da wird sich nichts mehr ändern", so Hübner. "Ich werde aber bis dahin alle so unterstützen, dass ich mich mit etwas Außergewöhnlichem verabschiede und wir die Champions League erreichen." Die Arbeit der Kaderplaner würde das enorm erleichtern.