Kevin Trapp jubelt nach dem Abpfiff in München

Nach schwierigen Wochen meldet sich Kevin Trapp beim Überraschungssieg der Frankfurter in München eindrucksvoll zurück. Gegen den Meister wird der 31-Jährige zum nahezu unüberwindbaren Hindernis.

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Trapp hält gegen Lewandowski
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Beim Abpfiff brach es aus Kevin Trapp heraus: Mit ausgebreiteten Armen lief der Torhüter über das Spielfeld in München und verschwand in einer Jubeltraube mit den Kollegen von der Ersatzbank. Der zuletzt nicht immer sichere Keeper war beim 2:1-Überraschungssieg von Eintracht Frankfurt bei Bayern München der entscheidende Mann.

Lob von Glasner und Hinteregger

20 Torschüsse gaben die Bayern ab, trafen aber nur ein Mal. Denn im Laufe des Spiels wurde der 31-Jährige zum unüberwindbaren Hindernis für den Meister. "Wir wussten vor dem Spiel, dass wir einen überragenden Torwart brauchen. Und genau den hatten wir", hatte Trainer Oliver Glasner seinen Schlussmann schnell als wichtigen Baustein zum Sieg ausgemacht. "Kevin war ganz klar der Mann des Spiels", befand auch Verteidiger Martin Hinteregger.

Für Trapp ein ungewohntes Gefühl, hatte er zuletzt doch eher in der Kritik gestanden. Seine Wackler blieben zumeist ohne direkte Folgen: In Dortmund faustete er Marco Reus einen Ball vor die Füße und hatte Glück, dass das Spielgerät die Linie vor seiner Rettungsaktion bereits vollständig überquert hatte. Gegen Fenerbahce verursachte er kurz vor Schluss einen Elfmeter, den er dann aber halten konnte - der Nachschuss zählte nicht. Und gegen Köln ließ er einen harmlosen Schuss abprallen und konnte erneut froh sein, dass der VAR den anschließenden Treffer wegen Abseits einkassierte.

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Weltklasse-Fußabwehr gegen Lewandowski

In der vergangenen Woche dann der nächste Rückschlag: Bundestrainer Hansi Flick verzichtete bei seiner Nominierung auf den Frankfurter Torhüter. "Manuel Neuer ist bei uns die Nummer 1 vor Marc-André ter Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp. Das haben wir den Spielern auch klar so kommuniziert, damit jeder weiß, wo er augenblicklich steht", so Flicks Erklärung im Kicker. Und der zur deutschen Nummer vier degradierte Trapp ("Klar bin ich enttäuscht") nutzte die Chance am Sonntag, vor den Augen des Bundestrainers seine mit Abstand beste Saisonleistung zu zeigen.

Immer wenn seine leidenschaftlich kämpfenden Vordermänner doch mal überspielt waren, war er zur Stelle. Die wohl denkwürdigste Parade des Abends gelang ihm in der 56. Minute, als er den Kopfball von Top-Torjäger Robert Lewandowski aus kürzester Distanz mit dem langen Bein abwehren konnte. "Das war sicher eines der besten Spiele meiner Karriere", sagte er nach Abpfiff. In der Liste der abgewehrten Schüsse in dieser Saison war er noch vor der Partie in München einer der drei schwächsten Keeper der Liga, aber alleine die starken 90 Minuten steigerte seine Quote um rund zehn Prozentpunkte auf 67,6 Prozent.

"Ich spiele für mich selbst"

Von Genugtuung in Richtung von Kritikern, Kontrahenten und Bundestrainer gab es dennoch keine Spur in seinen Interview-Antworten. Er glaube nicht, dass Flick nun "noch anruft und sagt, jetzt darfst du doch kommen", sagte Trapp. Er werde weiter alles geben: "Ich versuche, meine Leistung zu bringen, dass ich mein Ziel erreiche, wieder Teil der Nationalmannschaft zu sein."

Und überhaupt: "Ich spiele nicht, um es Manuel Neuer oder irgendwem anders zu zeigen, sondern für mich selbst. Und ich will unserer Mannschaft helfen, Spiele zu gewinnen." Nach der Länderspielpause, die Trapp dieses Mal in Frankfurt verbringt, kann er dann dazu beitragen, dass die Eintracht den ersten Bundesliga-Saisonsieg mit einem Erfolg gegen die Hertha veredelt.

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Kevin Trapp als Krake vor Tor im Fuballstadion. Text: Heimspiel. Ist Trapp weltklasse?
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