Makoto Hasebe bei der Platzwahl mit Manuel Neuer

Die Frankfurter Eintracht legt vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern die Zurückhaltung ab und schickt erste Kampfansagen nach München. Der Zeitpunkt des Duells könnte aus Sicht der Hessen nicht besser sein.

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Spätestens nach dem überzeugenden 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln ist Eintracht Frankfurt endgültig im Kreis der Spitzenteams angekommen. Rein sportlich waren das die Hessen, die letztmals vor mehr als zwei Monaten ein Bundesliga-Spiel verloren und seitdem mit erstaunlicher Abgeklärtheit von Punktgewinn zu Punktgewinn und auf Platz drei eilten, wohl schon vorher. Wenige Tage vor dem Topspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Bayern schalten viele Spieler und Trainer Adi Hütter aber auch verbal in den Angriffsmodus.

"Wir können jetzt auch die Bayern schlagen", sagte etwa Makoto Hasebe am Sonntag. "Wir wissen, dass wir in der Lage sind, gegen jeden zu gewinnen", legte Torhüter Kevin Trapp nach. Und selbst Hütter, der sich sonst gerne hinter Allgemeinplätzen versteckt, wagte sich aus der Deckung: "Wir sind gut drauf. Wir wollen die Bayern fordern und ungeschlagen bleiben." So klingen Frankfurter Kampfansagen. Mit freundlichen Grüßen nach München.

Die Eintracht lädt zum Spitzenspiel

Klar ist: In dem zum Spitzenspiel ausgerufenen Duell zwischen dem Dritten und dem Spitzenreiter steckt dieses Mal tatsächlich auch ein Spitzenspiel drin. Die Eintracht hat seit dem Jahreswechsel noch nicht ein Bundesliga-Spiel verloren und steht in der inoffiziellen Tabelle des Jahres 2021 mit 22 von 24 möglichen Punkten auf Platz eins. Die insgesamt schon 39 Punkte nach 21 Spielen sind Frankfurter Rekord. Dass Torjäger André Silva mit bereits neun Treffern in diesem Jahr noch torgefährlicher ist als Robert Lewandowski (8), passt ins Bild. Die Eintracht muss sich nicht verstecken.

Hinzu kommt, dass die bayrischen Weltpokalsieger trotz ihrer immer größer werdenden Titelsammlung und trotz ihrer weiterhin souveränen Tabellenführung in den vergangenen Wochen nicht immer überzeugten. Neben dem Pokal-Aus beim Zweitligisten Holstein Kiel und der 2:3-Niederlage nach Zwei-Tore-Führung in Gladbach hatte das Team von Trainer Hansi Flick auch bei weiteren Partien große Probleme.

Beispiele: Der 1. FSV Mainz 05 führte in München zur Halbzeit 2:0 und traf kurz nach der Pause den Pfosten, ehe die Bayern aufwachten und noch 5:2 gewannen. Freiburg (2:1), Augsburg (1:0) und auch Hertha BSC (1:0) hätten Zählbares verdient gehabt. Aufsteiger Arminia Bielefeld zeigte erst beim furiosen 3:3-Remis am Montag, dass die Bayern in dieser Spielzeit verwundbar sind. Man muss sich nur trauen.

Die Bayern-Defensive wackelt

Im Gegensatz zur 0:5-Klatsche im Hinspiel, als die Eintracht noch mit Sechser Stefan Ilsanker, Linksaußen Steven Zuber, Stürmer Bas Dost und ohne jeglichen Mut agierte, sollten und werden die Hessen dieses Mal ihre Stärken ausspielen und die Bayern unter Druck setzen.

Die bayrische Defensive, die bereits 29 Gegentreffer zugelassen hat, ist derzeit alles andere als sattelfest und neigt zu Fehlern. Da die Münchner unter Flick zudem stets sehr hoch verteidigen und meist geschlossen bis zur Mittellinie aufrücken, werden sich Lücken ergeben. Dass die Eintracht diese nutzen kann, hat sie oft bewiesen. "Wir haben die Qualität", so Trapp.

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Der perfekte Zeitpunkt

Dass die Bayern nur drei Tage nach dem Gastspiel in Frankfurt im Champions-League-Achtelfinale bei Lazio Rom gefordert sind und auch die Strapazen der Reisen zur Club-WM nach Katar noch nicht komplett aus den Klamotten geschüttelt haben, könnte ein weiterer Vorteil für die Eintracht sein.

"Wir können frei aufspielen. Vielleicht sind wir demnächst Weltpokalsiegerbesieger", zeigte sich auch Sportvorstand Fredi Bobic optimistisch. Kurzum: Einen besseren Zeitpunkt, um auf den FC Bayern zu treffen, ist wohl nur schwer zu finden. Es ist angerichtet.