Eintracht-Torwart Frederik Rönnow freut sich

Die Chance auf die Europa League ist klein, aber Eintracht Frankfurt will sie nutzen. Mit Frederik Rönnow im Tor soll beim 1. FC Köln der erste Schritt Richtung internationales Geschäft gemacht werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die komplette Eintracht-PK vor dem Spiel in Kölo

Hütter PK Mainz
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Ein Funken Hoffnung in der Bundesliga und in der Europa League - viel mehr bleibt Eintracht Frankfurt für diese Saison nicht. Die Aussichten vor den letzten beiden Spieltagen auf die dritte internationale Teilnahme in Serie sind minimal. Immerhin spielen die Hessen noch im laufenden europäischen Wettbewerb. "Wir möchten diese Chance am Schopfe packen und einfach, dass die Mannschaft so auftritt wie in den letzten Spielen", sagte Trainer Adi Hütter vor den abschließenden Liga-Partien beim 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr) und die Woche darauf gegen Absteiger SC Paderborn. 

Fünf Punkte beträgt der Rückstand der Frankfurter auf Rang sieben, der zur Qualifikation für die Europa League berechtigt. Der Aufschwung mit zuletzt 13 Zählern aus sieben Partien kam womöglich zu spät. Doch: "Wenn eine Tür nach Europa offen ist, versuchen wir, da reinzustoßen", hatte Hütter bereits nach dem 2:1-Sieg am Mittwoch gegen Schalke 04 gesagt. "Aber wir sind abhängig davon, was die Konkurrenz macht."

Bei einem Remis oder einer Niederlage in Köln wäre die Eintracht raus aus dem Kandidatenkreis. Selbst bei einem Sieg, wenn aus dem Trio VfL Wolfsburg, TSG 1899 Hoffenheim und SC Freiburg zwei Clubs ihre Partien am Samstag gewinnen.

Vereinsrekord zum Greifen nah

Nach zuletzt drei Auswärtserfolgen in Serie kann die Eintracht sogar einen Vereinsrekord aufstellen - vier gab's noch nie. Köln ist seit acht Spielen sieglos, hatte die Eintracht im Hinspiel aber mächtig geärgert: Damals setzte es für die Frankfurter eine 2:4-Niederlage nach einem 2:0-Vorsprung. Daran erinnerte auch Hütter am Freitag.

Nach dem Liga-Alltag geht es für die Eintracht-Profis erstmal drei Wochen in den Urlaub, bevor die letzte Herausforderung in dieser ungewöhnlichen Spielzeit ansteht: Eine Mini-Chance besteht auch in der Europa League. Nach dem 0:3 im Hinspiel des Achtelfinals gegen den FC Basel vor der Corona-Zwangspause bräuchte das Hütter-Team in der ersten August-Woche gegen die Schweizer schon ein kleines Wunder. Unklar ist noch der Ort des Rückspiels. Das Final-Turnier (ab Viertelfinale) findet vom 10. August an in Köln (Endspielort), Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg statt.

Respekt vor Rönnow

Dass die Saison für Frankfurt am Austrudeln ist, beweist auch eine besondere Geste Hütters: Ersatztorwart Frederik Rönnow darf als Lohn für seine Trainingsleistungen in Köln spielen. Der 27 Jahre alte Däne ersetzt Nationalkeeper Kevin Trapp. "Ich habe mit Kevin gesprochen. Wir sind der Meinung, dass sich Freddy das verdient hat", sagte der Österreicher. Dies geschehe "aus Respekt ihm gegenüber".

Rönnow hat seit 2018 erst zehn Liga-Spiele für die Eintracht bestritten, habe aber eine "top Teameinstellung". Sein Vertrag läuft noch bis 2022. Hütter will seine Entscheidung nicht als Abschiedsgeschenk verstanden wissen, obwohl der Schlussmann bereits angedeutet hatte, wieder mehr spielen zu wollen. Verzichten muss die Eintracht in der Partie beim 1. FC Köln auf die verletzten Gonçalo Paciência und Gelson Fernandes sowie auf den gelbgesperrten Daichi Kamada.

So könnte die Eintracht in Köln spielen.

Glas halbleer oder halbvoll?

"Natürlich ärgern wir uns, dass wir ein paar unnötige Punkte haben liegen lassen", meinte Hütter mit Blick auf die fast abgeschlossene Runde. Er erinnerte aber auch an grandiose Siege wie das 5:1 gegen den FC Bayern und daran, wie sich sein Team nach der Corona-Zwangspause stabilisiert hat: "Da haben viele geglaubt, wir kommen in den Abstiegsstrudel. Wie wir da rausgekommen sind: alle Achtung!"