Der Jahres-Endspurt beginnt für die Frankfurter Eintracht mit einem Heimspiel. In der Arena im Stadtwald sind die Hessen in der aktuellen Bundesliga-Saison noch ungeschlagen. Gegen Wolfsburg sollte die Eintracht aber nicht dauernd über die Flügel spielen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wegweisendes Spiel der Eintracht gegen Wolfsburg

Filip Kostic im Duell gegen Marcel Tisserand
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Neunter gegen Zehnter: Am Samstagnachmittag muss Eintracht Frankfurt gegen den Tabellennachbarn VfL Wolfsburg ran. Anpfiff in der heimischen Arena ist um 15.30 Uhr.

Die Ausgangslage

Die Euphorie nach dem 5:1-Sieg gegen Bayern München ist schon längst wieder verflogen. Die Eintracht hat vor der Länderspielpause zwei Niederlagen der Kategorie unnötig kassiert. Die Last-Minute-Pleite in Lüttich hat das Weiterkommen in der Europa-League deutlich erschwert. Das 0:1 in Freiburg kostete nicht nur den Anschluss an die Tabellenspitze, sondern auch das Mitwirken von Gelson Fernandes (Gelb-Rot) und David Abraham (Rot) gegen Wolfsburg.

Ähnlich mau lief es zuletzt für die Niedersachsen. Bis zum 10. Spieltag waren die Wölfe in der Bundesliga ungeschlagen. Seither setzte es Niederlagen in Dortmund (0:3) und gegen Leverkusen (0:2). Die bitterste Erfahrung muss aber das Zweitrunden-Aus im DFB-Pokal gewesen sein. Dort scheiterte der VfL mit 1:6 an RB Leipzig. Vielleicht hat keine andere Mannschaft die Länderspielpause so dringend benötigt wie Wolfsburg.

Das Personal

Wie erwähnt muss die Eintracht auf ihre Rot-Sünder aus dem Freiburg-Spiel verzichten. Für Abraham dürfte Makoto Hasebe zurück in die Dreierkette rücken, ein Einsatz für Rekonvaleszent Almamy Touré dürfte noch zu früh kommen. Sebastian Rode ist die erste Alternative auf der Sechser-Position. Ob Bas Dost im Sturmzentrum gegen seine alten Kollegen ran darf, scheint hingegen fraglich: Erstens zwickt es den Angreifer immer mal wieder in der Leiste, zweitens dürften gegen eine kopfballstarke Wölfe-Abwehr filigranere Angriffs-Typen gefragt sein.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg kann in Frankfurt wieder auf seinen Stammkeeper bauen. Koen Casteels kehrt nach seinem Haarriss im rechten Wadenbein Anfang September zurück auf den Platz. Auch Admir Mehmedi steht nach seinem Muskelfaserriss vor der Rückkehr. Mittelfeldspieler Xaver Schlager steht nach auskuriertem Knöchelbruch immerhin erstmals wieder im Wölfe-Kader.

So könnte Wolfsburg spielen:

Casteels – Knoche, Bruma, Tisserand – Guilavogui – William, Mehmedi, Arnold, Roussillon – Joao Victor, Weghorst

Das sagen die Trainer

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Wir sind tabellarisch auf Augenhöhe mit Wolfsburg. Der VfL ist sehr gut in die Saison gestartet und nun in einer Phase, in der nicht so viel geklappt hat. Aber ich kenne Oliver Glasner gut. Er wird uns seinen Stil aufs Auge drücken wollen. Wolfsburg ist in der Defensive schwer zu knacken."

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): "Ich erwarte ein sehr intensives Spiel. Ich erwarte eine Mannschaft mit ganz viel Wucht, mit viel Power nach vorne. Sie spielen oftmals mit sechs, sieben Spielern am gegnerischen Strafraum. Da brauchen wir eine gute Organisation und Durchsetzungsvermögen. Aber wenn du mit so vielen Spielern angreifst, gibst du dem Gegner auch Räume. Die wollen wir ausnutzen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Makoto Hasebe hat nicht nur eine Wolfsburger Vergangenheit, er ist nach dem Ausfall von David Abraham auch wieder der uneingeschränkte Abwehr-Chef der Eintracht. Als solcher wird er gegen Wolfsburg alle Hände voll zu tun haben. Immerhin hat die Eintracht seit 13 Jahren Zuhause gegen den VfL nicht mehr zu null gespielt.

Das Wolfsburger Angriffsspiel ist allerdings stark von einem Mann abhängig: Wout Weghorst. Der Holländer war an 64 Prozent aller VfL-Tore beteiligt. Keine andere Mannschaft ist derart abhängig von einem einzigen Spieler. Das ist in Ordnung, solange Weghorst funktioniert. Problematisch wird es (gut gemeinter Hinweis an die Eintracht), wenn er aus dem Spiel genommen wird. An den vergangenen drei Spieltagen war der Stürmer an keinem Tor beteiligt. Wie auch? Wolfsburg schoss an den vergangenen drei Spieltagen kein Tor. Quod erat demonstrandum.

Die Statistik des Spiels

Das Eintracht-Angriffsspiel überrollt die Gegner meistens über die Flügel. Kein Team jagt mehr Flanken in die gegnerischen Strafräume als die Hessen. Aber ob das auch gegen Wolfsburg zum Erfolg führt? Die Niedersachsen kassierten erst zwei Tore nach Zuspielen von den Flügeln. Ein Kopfballtor gelang noch keiner Mannschaft gegen die Wölfe.