Spieler von Eintracht Frankfurt nach der Pleite in Paderborn

Die Frankfurter Talfahrt zum Jahresausklang endet krachend in Paderborn. Bei der letzten Pleite der Hinrunde werden erneut alle Eintracht-Schwächen offenbar. Änderungen müssen nun her. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter Paderborn HR still
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Eintracht Frankfurt hat nach der Negativ-Serie der vergangenen Wochen auch das letzte Bundesliga-Spiel des Jahres 2019 verloren. Beim SC Paderborn setzte es für die Hessen eine empfindliche 1:2 (0:2)-Niederlage. Nach den Toren von Abdelhamid Sabiri (9. Minute) und Sebastian Schonlau (41.) kam der Anschlusstreffer von Bas Dost zu spät (72.).

1. Hütter probiert's mit der Viererkette

Schon vor dem Spiel in Paderborn war klar: Eintracht-Coach Adi Hütter musste mal wieder seine Abwehr neu formieren. Martin Hinteregger fehlte gelbgesperrt, was in diesen Tagen in Hessen eine Schwächung der Offensive und Defensive gleichzeitig darstellt. Anstatt den Österreicher aber einfach durch Evan N'Dicka zu ersetzen, änderte Hütter gleich das ganze System.

So verteidigte bei den Ostwestfalen seit einer halben Ewigkeit mal wieder eine Viererkette in der Abwehr der Hessen mit Startelf-Neuling Simon Falette und Makoto Hasebe in der Zentrale und N'Dicka und Timothy Chandler auf den Außen. Eine Möglichkeit, mit der Hütter schon länger geliebäugelt hatte und mit der er in Bern einst Meister wurde, sie aber in Frankfurt schnell in die Mottenkiste gepackt hatte. Wirklich auf ging dieser Kniff nicht. Das zeigte sich vor allem in der ersten Hälfte.

2. Eine erste Halbzeit als Offenbarungseid

Freilich war es nicht nur die neuformierte Viererkette der Hessen, die in Paderborn in den ersten 45 Minuten nicht funktionierte. Im Endeffekt fehlte der Frankfurter Eintracht beim Tabellenletzten vom Anpfiff weg alles, um ein Bundesliga-Spiel auf diesem spielerischen Preissegment zu gewinnen. Laufbereitschaft, Zweikampfführung, Passsicherheit - nichts war vorhanden.

Besonders deutlich wurde das beim 0:1. Abdelhamid Sabiri durfte nahezu unbehelligt durch die Frankfurter Hälfte spazieren, weit und breit kein Gegner zu sehen. Der Paderborner nahm sich ein Herz, zog ab und traf zur frühen Führung. Ende der Fehlerkette war Keeper Felix Wiedwald, der wie angewurzelt auf der Torlinie stehen blieb, als der Ball über ihm im Netz einschlug. "Das 1:0 geht in der Form überhaupt nicht", ärgerte sich Hütter hinterher. Nur: Viel besser wurde es nach dem Tor nicht. Die erste Halbzeit blieb ein einziger Offenbarungseid, der in der zweiten Hälfte nicht mehr gut zu machen war.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt verliert in Paderborn

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3. Drei von fünf Kellerkindern reanimiert

So blieb am Ende die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen. Das Schlimme an dieser sowieso schon haarsträubenden Negativ-Serie: Die Eintracht hat zum Jahresausklang gleich drei Kellerkinder der Liga reanimiert. Die Niederlagen in Mainz (1:2), gegen Köln (2:4) und nun in Paderborn haben direkten Konkurrenten neues Leben eingehaucht.

Selbst Hertha BSC, das in Frankfurt einen Zähler ergatterte, punktet seit dem Auftritt in Hessen fleißig. Die Frankfurter helfen damit seit Wochen am Boden liegenden Teams wieder auf. Nur: Nach der Negativ-Serie im November und Dezember hätte die Hütter-Elf selbst eine Konjunktur-Hilfe bitter nötig.

4. Neustart dringend erforderlich

Das hessische Weihnachtsfest ist nach der Pleite in Paderborn endgültig verhagelt. Nur noch drei mickrige Pünktchen Vorsprung haben die Frankfurter auf den Relegationsrang 16. Das graue Mittelmaß, in dem sich die Eintracht noch vor einer Woche befand, wäre aus hessischer Sicht fast schon wieder sexy. Geht die Talfahrt im neuen Jahr weiter, droht nach Jahren des Höhenflugs wieder Abstiegskampf.

Daher gilt: Im Januar muss ein Neustart her. Im Trainingslager in Florida wollen Makoto Hasebe und Co. trotz all der Reisestrapazen die leeren Akkus wieder aufladen und mit neuer Energie in die Rückrunde starten. Dazu dürfte der eine oder andere Neuzugang die Frankfurter verstärken. Eine Rückkehr von Ante Rebic geistert weiter durch den Stadtwald. Das alleine wird aber nicht die Lösung sein. Zur Frischzellenkur unter der Sonne Floridas benötigt die Eintracht auch eine tiefgehende Analyse der vergangenen Wochen.

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5. Was, wenn es doch am Trainer liegt?

Diese Analyse kündigten sowohl Trainer Hütter als auch Sportvorstand Fredi Bobic nach der Partie in Paderborn an. "Wir werden in der kurzen Vorbereitungszeit an vielen Stellschrauben drehen müssen, um taktisch ein anderes Gesicht zu zeigen", kündigte Hütter an. "Wir haben uns viel kaputt gemacht. Jeder wird in sich gehen und sich hinterfragen", fügte Bobic hinzu. Gehört dazu auch der Trainer?

Noch will der Eintracht-Sportvorstand nicht über Hütter debattieren. "Die Trainerdiskussion braucht man bei uns gar nicht beginnen", betonte Bobic direkt nach der Pleite. Klar ist aber: Auch der Eintracht-Coach trug seinen Teil zum Sinkflug der vergangenen Wochen bei. Der 49-Jährige muss nun beweisen, dass er die Krise meistern kann und Lösungen findet. Sollte ihm das in der Rückrunde nicht gelingen, dürfte das Bobic-Statement schon bald nicht mehr viel Aussagekraft haben.