Steven Zuber, Adi Hütter und Stefan Ilsanker von Eintracht Frankfurt

Veränderungen sind bei Eintracht Frankfurt aktuell nicht gefragt. Trainer Adi Hütter vertraut seiner ersten Elf. Eine Herangehensweise, die reichlich Konfliktpotenzial birgt.

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zum Video Die Pressekonferenz nach dem Eintracht-Spiel gegen Stuttgart

Adi Hütter nach dem Spiel gegen Stuttgart
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Samstag, gegen 14.30 Uhr. Um diese Zeit gibt es an Bundesliga-Spieltagen immer die neue Aufstellung der Teams für die anstehende Partie. Wer darf ran? Wer ist überraschend auf der Bank? Welchen Joker zieht der Trainer? Fragen, die sich bei Eintracht Frankfurt aktuell nicht wirklich stellen. Um 14.30 Uhr heißt es bei der Eintracht: Im Westen (oder besser: in Hessen) nichts Neues. Die Startelf ist fast zementiert, die Rotation steht auf dem Index. Ein Umstand, der viele langsam mächtig stört.

Seit der zweiten Halbzeit am ersten Spieltag gegen Arminia Bielefeld steht die erste Elf der Frankfurter beinahe unumstößlich fest. Nur wenn ein Spieler - wie Filip Kostic in Berlin, David Abraham vor dem Spiel in München oder nun Sebastian Rode beim 2:2 in Stuttgart - sich verletzte, änderte Trainer Adi Hütter bislang seine erste Elf. Ansonsten: Konstanz statt Kreativität.

"Irgendwann werden die anderen drankommen"

Dabei hatte die Eintracht in den vergangenen Spieltagen ganz unterschiedliche Gegner. Haushohe Favoriten (München), mitspielende, sprintstarke Teams (Stuttgart) oder Spiel-Zerstörer und -Verweigerer (Bremen, Köln). Und dennoch: Änderungen gab es nie. Die Dreierkette steht, davor agiert eine klassische Doppel-Sechs mit einem Spielgestaler als Kreativ-Element. Ganz vorne darf ein Doppel-Sturm ran.

Gegen diese klassische Grundformation ist auch gar nichts einzuwenden. Alleine: Auch Spieler, die nicht überzeugen, dürfen bei Hütter momentan Woche für Woche neu ran. Der 50-Jährige rechtfertigt seine Entscheidung: "Ich möchte den Jungs auch das gewisse Vertrauen geben, dass sie auch mal Schwankungen haben können. Irgendwann werden auch die anderen drankommen."

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Nur Stabilität und Kontinuität?

Eine Haltung, die per se nicht gegen Hütter spricht. Im Gegenteil. Dennoch vermissen viele bei dieser Herangehensweise den Fokus auf den Gegner. "Stabilität und Kontinuität", wie es der Eintracht-Coach beschreibt, sind keine unwichtigen Faktoren, jedoch verlangt ein Gegner wie Stuttgart eine andere Ausrichtung als es Bremen oder gar die Bayern tun.

Zudem birgt die fehlende Rotation, auf die die Eintracht durch fehlende Europapokal-Partien nicht mehr angewiesen ist, auch Konfliktpotential im Team. Gegen Stuttgart rutschte Danny da Costa bereits aus dem Spieltags-Kader. Nicht nur er dürfte frustriert sein, auch andere Profis spielen aktuell kaum eine bis gar keine Rolle.

Kostic kehrt zurück

"Viele haben die Rotation im Kopf", weiß auch Hütter, verteidigt sich dennoch: "Ich muss aber nicht immer fünf, sechs Spieler wechseln." Da würde dem Trainer der Frankfurter sicher mancher entgegnen: Ein oder zwei Wechsel - je nach Gegner - täten es auch.

Beim nächsten Bundesliga-Spiel wird der Eintracht-Coach ziemlich sicher mindestens einmal wechseln. Filip Kostic hat sich in Stuttgart bei seinem Kurz-Einsatz für mehr empfohlen und dürfte gegen Leipzig zurück in die erste Elf kehren. Wobei: Eine richtige Rotation stellt auch das nicht dar. Im Endeffekt ist es erneut nur ein Verletzungs-Tausch.

Ihre Kommentare Sollte Eintracht-Trainer Adi Hütter häufiger rotieren?

58 Kommentare

  • Hütter raus!

    Jetzt hilft nur noch Peter Neururer.

  • Das Hauptproblem ist für mich, wie agieren wir gegen "schnelle" Offensivspieler? Schon länger ist das Problem, dass die Rückwärtsbewegung bei Ballverlusten zu langsam erfolgt und enorme Freiräume für den Gegner entstehen, was auch gegen Bielefeld und Bremen deutlich zu sehen war. In Erinnerung habe ich da auch das Spiel im Herbst 2019 gegen Düsseldorf, wo Hennings völlig frei stand und treffen konnte, da unsere Abwehr leicht zu überspielen war. Hier ist für mich keine Weiterentwicklung zu sehen und das Argument Mehrfachbelastung greift ja nun auch nicht mehr (wie von einem Vorschreiber erwähnt, ist der fehlende 10er auch ein Thema, vielleicht wäre mal Hrustic an der Reihe). Sollte sich da nichts bessern, bleibt es schwer und geht tendenziell eher um Vermeidung des Abstiegskampfs.

  • Die enzige Möglichkeit, die die Eintracht diese Saison hat ist das erreichen eines minimum Tabellenplatz 6!
    Im Pokal werden sie gegen Leverkusen ausscheiden, dann hat Eintracht überhaupt nur noch eine Konzentration um eventuell nächste Saison International mitzuspielen.
    Die Spiele gegen Arminia, Bremen, Stuttgart = Verlust von 6 Punkten Bayern ohne irgendeine Gegenwehr ne das geht nicht.
    Ich mag Hüter, aber mehr und mehr regt es mich nur noch auf jeden Samstag die gleiche Konzeptionslosigkeit zu sehen. Entweder ich habe ein Eintracht Herz und verhalte mich entsprechend oder ich lasse es und gehe zu einem anderen Verein.
    Ich möchte auch kein 5-3-2 ich möchte Spieler mit Leidenschaft, Kreativität, Durchsetzungsfähigkeit und die im Elfmeterraum auch mal das Gehirn einschalten!
    Ich höre immer wir haben das nicht (Büffelherde), wir haben jenes nicht - alles mumpits!
    Wir haben soviele Spieler, da muss man zwei Manschaften draus machen bzw. jede Woche rotieren von wegen frische!

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