Kostic von Eintracht Frankfurt gegen Trimmel von Union Berlin

Nur drei Tage nach dem Remis in der Europa League gegen Antwerpen trifft Eintracht Frankfurt auf Union Berlin und peilt dabei den ersten Heimsieg an. Trainer Oliver Glasner erwartet viel Kampf und fordert mehr Verkehr vor dem Tor.

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Die Eintracht-PK vor dem Duell mit Union Berlin

Glasner PK
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Die Aufarbeitung des 2:2-Unentschiedens in der Europa League gegen Royal Antwerpen begann und endete bei Eintracht Frankfurt schon am Freitagmorgen. Trainer Oliver Glasner zeigte seinen Spielern in Videosequenzen, was sie am Vorabend gut oder weniger gut gemacht hatten und bat darum, das Erlernte möglichst schon am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Union Berlin umzusetzen. Eine bessere Restverteidigung bei Kontern, weniger einfache Fehler und mehr Wille im Angriff. All das wird auch gegen die Eisernen elementar.

Union besticht durch körperliche Power

"Ich erwarte ein intensives und zweikampfbetontes Spiel. Union Berlin ist physisch die stärkste Mannschaft der Liga", warnte Glasner vor der Haudrauf-Truppe aus der Hauptstadt. Die Köpenicker, die aktuell als Fünfter nur einen Zähler hinter den Champions-League-Plätzen liegen, gelten traditionell als eklig und robust. In ihrer mittlerweile dritten Bundesliga-Saison in Serie hat sich das Team von Trainer Urs Fischer aber auch spielerisch weiterentwickelt. "Ich wünsche mir, dass wir das Spiel 90 Minuten im Griff haben. Aber Union wird da etwas dagegen haben", so Glasner.

Besonders kompliziert wird die Aufgabe für die Eintracht dadurch, dass die Berliner genau das habe, woran die Hessen in dieser Spielzeit bislang meist grandios scheiterten: eine kompakte Defensive. Hinten eine Dreierkette, die in der Defensive zu einer Fünferkette wird, davor ein Dreier-Mittelfeld und mit Taiwo Awonyi und Max Kruse zwei Stürmer, die Power und Spiel-Intelligenz perfekt kombinieren. "Wir haben großen Respekt vor ihnen", so Glasner. Besonders bei Standards und Kontern, wir erinnern und ans Spiel gegen Antwerpen, sei erhöhte Vorsicht geboten. "Das müssen wir konsequent verteidigen."

Hinteregger meldet sich zurück

Und die Eintracht selbst? Nach der kräfteraubenden Partie gegen Antwerpen gilt es zunächst, Kräfte zu sammeln und möglichst schnell zu regenerieren. An ordentliches Training, das betonte Glasner, sei aktuell nicht zu denken. Die Eintracht hangelt sich von Spiel zu Spiel und von Last-Minute-Tor zu Last-Minute-Tor. In den vergangenen fünf Spielen trafen die Hessen gleich viermal kurz vor dem Schlusspfiff, eine Niederlage gab es zuletzt vor rund einem Monat beim blamablen 0:2 in Bochum. Fußballerisch gibt es weiter Verbesserungsbedarf, die Mentalität und die Fitness stimmen aber.

Eine gute Nachricht gibt es zudem aus dem Lazarett: Martin Hinteregger, der zuletzt zwei Spiele angeschlagen verpasst hatte, stand am Freitag wieder auf dem Trainingsplatz und ist einsatzbereit. Da Makoto Hasebe zwar in Freiburg und gegen Antwerpen eine starke und umsichtige Leistung zeigte, mit 37 Jahren aber auch seine Pausen braucht, könnte der Österreicher direkt wieder ins Abwehrzentrum rücken und dort für zusätzliche Körperlichkeit gegen die Berliner Kanten sorgen. Selbst Stefan Ilsanker sei aufgrund seiner Kopfballstärke eine Option, so Glasner.

Glasner fordert mehr Wille in der Offensive

Besonderes Augenmerk gilt jedoch erneut der Frankfurter Offensive. Das Sorgenkind unter den Mannschaftsteilen präsentierte sich in Freiburg und in der ersten Hälfte gegen Antwerpen zwar leicht formverbessert. Die letzten 20 Meter vor dem Tor bleiben aber ein Problem. "Wir haben vor allem im Strafraum Verbesserungsbedarf", legte Glasner den Finger in die Wunde. In Ermangelung eines torgefährlichen Mittelstürmers verhilft sich die Eintracht aktuell mit zwei Zehnern und Rafael Borré in der Spitze. Da aber auch der Kolumbianer lieber hängend oder über die Außen agiert, fehlt es ganz vorne oft an Durchschlagskraft.

"Wir hatten einige gute Hereingaben, dann aber nur zwei Spieler im Strafraum. Das ist zu wenig", so Glasner. "Es geht nicht um Spieler, es geht um das richtige Laufen in die Räume." Heißt: Der Eintracht-Coach wünscht sich mehr Präsenz und mehr Power im Sechzehner. Sobald sich auf den Außen etwas anbahne, müsse die Post abgeben. Sprint auf den kurzen Pfosten, Besetzung des langen Pfostens, dazu mindestens zwei zusätzliche Abnehmer in der Mitte und Absicherung im Rückraum. "Wir attackieren die gefährlichen Räume zu wenig."

Je besser das gelinge, desto höher sei die Chance auf den ersten Bundesliga-Heimsieg. Von einem Fluch im eigenen Stadion wollte Glasner zwar noch nicht reden. Um weitere Diskussionen über die Heimschwäche aber möglichst bald zu beenden, sei ein Erfolg aber wichtig. "Wir wollen schleunigst in der Bundesliga zu Hause gewinnen, am besten am Sonntag gegen Union." Leicht wird das jedoch nicht.

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