Eintracht Frankfurt Bayern München Kevin Trapp Robert Lewandowski

Eintracht Frankfurt verliert in München und muss hinterher neidlos die Leistung des Gegners anerkennen. Auch wenn vieles nicht funktioniert, geht der Blick danach nicht zurück, sondern in Richtung Bremen. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt hat am Samstag deutlich beim FC Bayern verloren. Beim 0:5 (0:2) in München traf Robert Lewandowski gleich dreimal (10., 26., 61.), für den Endstand sorgten in der Schlussphase Leroy Sané (73.) und Jamal Musiala (90.).

1. Von Beginn an hinterhergelaufen

Es war nicht so, dass die Eintracht von Minute eins chancenlos war beim Rekordmeister. Die ersten Spielminuten in der Münchner Arena waren sogar recht ausgeglichen mit schönen Kombinationen auf beiden Seiten des Spielfelds. Lange hielt das aber nicht an. Schon nach zehn Minuten stand es aus hessischer Sicht 0:1. Ein Treffer, von dem sich die Frankfurter nicht wirklich erholten.

Noch vor der Pause erhöhte der Champions-League-Sieger auf 2:0. Im Laufe der zweiten Hälfte schraubten die Münchner das Ergebnis stetig in die Höhe. Spannung? Ein echtes Match? Gar Augenhöhe? Das war dadurch alles nicht vorhanden. Die Bayern spielen an guten Tagen in einer eigenen Liga, das musste auch Eintracht-Keeper Kevin Trapp hinterher anerkennen: "Wir haben gegen die wahrscheinlich weltbeste Mannschaft 5:0 verloren."

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Hasebe und jubelnde Bayern-Spieler
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2. Was will man gegen Lewandowski machen?

Wobei man dazu sagen muss, dass der Umstand, dass der FCB vorne im Sturmzentrum Robert Lewandowski hat, aktuell beinahe an Wettbewerbsverzerrung grenzt. Der Pole ist momentan eine Urgewalt, steuerte auch gegen die Eintracht Treffer Nummer eins, zwei und drei, die gleichzeitig seine persönlichen Treffer Nummer acht, neun und zehn waren, bei.

Eine Leistung, die auch die Frankfurter neidlos anerkennen mussten. "Es ist einfach eine enorm gute Qualität, die er hat", lobte Trapp. "Es ist dann auch schwer, so einen Stürmer aufzuhalten." Am Samstag, das war nicht zu übersehen, gelang dies der Eintracht zu keinem Zeitpunkt der Partie. Lewandowski rannte, köpfte, schoss, traf und erklärte hinterher bescheiden: "Die Mannschaft erwartet von mir Tore." Die hat er abgeliefert - zum Leidwesen der Frankfurter.

3. Hütters Wechsel verpuffen

Zur ganzen Geschichte dieser Partie gehört jedoch auch, dass alles, was die Eintracht versuchte, nicht wirklich klappen wollte. Nach dem frühen Rückstand wehrten sich die Hessen noch, in der Halbzeit stellte Hütter zudem sein Team um. Amin Younes und Timothy Chandler sollten neuen Schwung bringen. "Ich habe versucht, in der zweiten Halbzeit noch einmal neue Kräfte zu bringen", erklärte Trainer Adi Hütter. 

Alleine: Es brachte nichts. Die Bayern wurden nur noch dominanter, die Lücken im hessischen Abwehrverbund immer größer. Am Ende, und das war auch den Eintracht-Verantwortlichen bewusst, hätte es sogar noch höher ausgehen können. Für Sebastian Rode aber sowieso nicht so wichtig, denn: "Lieber einmal hoch verlieren, als fünfmal 0:1." Stimmt.

4. Erste Niederlage ist nun da

Und dennoch war mit dem Ergebnis klar, dass die Serie der ungeschlagenen Spiele vorbei ist. Saisonübergreifend war die Eintracht in der Bundesliga seit acht Spielen ohne Niederlage. Die letzte Pleite datierte vom 6. Juni gegen den FSV Mainz in der vorigen Saison. Aus und vorbei, die erste Saison-Niederlage ist nun da.

Sicher eine, die die Hessen verschmerzen können. Das Resultat eine Woche zuvor gegen Köln hatte die Frankfurter deutlich mehr verstimmt. Für die Eintracht wird es nun darum gehen, gegen Kaliber auf dem gleichen Niveau weiter so stabil zu punkten wie zuvor.

5. Schnell abhaken, Blick Richtung Bremen

Deswegen ging der Blick der Hessen nach dem Abpiff in München auch direkt nach vorne. Klar, fünf Tore sind schmerzhaft, aber, nunja, die Bayern sind eben die Bayern. "Wir müssen das jetzt analysieren und dann schnell abhaken", forderte Trapp direkt: "Wir müssen gegen Bremen da weitermachen, wo wir vor dem Bayern-Spiel aufgehört haben."

Werder, ebenfalls ordentlich in die Saison gestartet, ist am nächsten Wochenende der nächste Prüfstein für die Hessen. Spielt die Eintracht gegen die Hanseaten wie in den ersten vier Saisonspielen, dürfte deutlich mehr drin sein als in München. Denn Bremen, das ist ein großer Unterschied, hat keinen Lewandowski in den Reihen. Dadurch ist wenigstens die Augenhöhe garantiert.