Eintracht Jubel

Krise? Welche Krise? Eintracht Frankfurt gewinnt mit einer überzeugenden Leistung bei Hertha BSC - und hat jetzt eine echte Flügelzange.

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Die komplette Eintracht-PK nach dem Spiel bei Hertha BSC

Oliver Glasner
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Eintracht Frankfurt hat am Samstag bei Hertha BSC überzeugend mit 4:1 gewonnen. Die Tore für die Hessen, die über 90 Minuten absolut spielbestimmend waren, erzielten Ansgar Knauff (17.), Tuta (48.), Jesper Lindström (56.) und Rafael Borré (63.). Für die Berliner traf Davie Selke (61.).

Trainer Oliver Glasner veränderte seine Startelf auf drei Positionen, brachte Kristijan Jakic für den verletzten Sebastian Rode, außerdem Daichi Kamada und Borré für Ajdin Hrustic und den gelbgesperrten Christopher Lenz. Die Flügelzange bildeten Filip Kostic und Ansgar Knauff.

Eintracht aktiver, wacher, präsenter

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Eintracht überrollt Hertha

Kristian Jakic
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Die Hessen waren vom Fleck weg die bessere Mannschaft, viel aktiver und wacher als die Hertha, zudem präsent in den Zweikämpfen. Vor allem durch hohe Ballgewinne kam die Eintracht immer wieder zu Chancen. Kamada schickte Lindström, der aber zu lange brauchte und geblockt wurde (6.). Erneut Lindström nach schönem Borré-Pass legte sich den Ball zu weit vor (15.).

Es hätte sich kein Herthaner beschweren können, hätte es nach 15 Minuten schon 2:0 für die Eintracht gehießen. Die Führung besorgte dann Knauff. Lindström eroberte engagiert den Ball in der Hertha-Hälfte und schickte Kostic auf links. Der Serbe behauptete sich gegen zwei Gegenspieler und flankte aus der Drehung in die Mitte, wo Knauff sehr viel entschlossener zum Kopfball ging als sein Gegenspieler Maximilian Mittelstädt – und wunderbar ins lange Eck veredelte (17.). Der erste Treffer Knauffs für die Hessen.

Eintracht hat jetzt einen rechten Flügel

Von der Hertha kam indes wenig, mal ein zweiter Ball von Stevan Jovetic (19.), mal ein Schüsschen von Vladimir Darida. Ansonsten zeigten die Berliner eindrücklich, warum sie sich nachdrücklich auf einen Abstiegsplatz bewerben. Den Hessen konnte man in der ersten Hälfte nicht viel vorwerfen, außer vielleicht, dass sie gegen schwache Berliner nicht schon zur Hälfte alles klar machten.

Das taten sie dann aber nach der Pause. Der agile Knauff – Eintracht Frankfurt hat tatsächlich einen rechten Schienenspieler gefunden - setzte sich auf dem Flügel stark durch und flankte butterweich in die Mitte, wo Evan N’dicka auf Tuta ablegte, der aus kurzer Distanz traf (48.). Die Überlegenheit der Eintracht spiegelte sich nun auch im Ergebnis wieder.

Lindström trifft aus 35 Metern

Wenig später durfte dann auch der zuletzt glücklose Lindström wieder treffen – mit freundlicher Mithilfe der Hertha. Einen langen Ball von Martin Hinteregger auf Borré klärte der herausgelaufene Hertha-Keeper Marcel Lotka schwach vor die Füße von Lindström, der Däne schloss aus knapp 35 Metern lässig über Lotka hinweg ab zum 3:0 (56.).

Die Eintracht machte sich kurzzeitig das Leben selbst schwer, als ein Missverständnis zwischen N’dicka und Kostic zum 1:3 von Selke führte (61.). Dann aber zeigten die Hessen Moral, quasi im direkten Gegenangriff legte Kamada schön auf Borré, der halblinks einen Haken in die Mitte schlug und zum 4:1 ins kurze Eck vollendete (63.).

Und so steht am Ende ein überzeugender Sieg der Eintracht, zu dem allerdings auch, ohne die Leistung der Hessen schmälern zu wollen, die desolate Hertha ihren Beitrag leistete.

Weitere Informationen

Hertha BSC – Eintracht Frankfurt 1:4 (0:1)

Berlin: Lotka - Pekarik, Boyata, Kempf, Mittelstädt - Tousart - Darida (56. Darida), Serdar - Richter (56. Belfodil), Jovetic, Lee (56. Boateng)
Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Knauff (83. Chandler), Sow (88. Ilsanker), Jakic, Kostic – Lindström (76. Hauge), Kamada (83. Hrustic) - Borre (72. Lammers)

Tore: 0:1 Knauff (17.), 0:2 Tuta (48.), 0:3 Lindström (56.), 1:3 Selke (61.), 1:4 Borre (63.)
Gelbe Karten: Mittelstädt, Boateng / Hauge, Lammers

Schiedsrichter: Osmers (Hannover)
Zuschauer: 25.000

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