Die Eintracht-Spieler jubeln

Eintracht Frankfurt hat das erste "Schlüsselspiel" in der Europa League gewonnen. Gegen Standard Lüttich besorgten die beiden Innenverteidiger der Hessen den Sieg.

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Eintracht Frankfurt hat sein Europa-League-Heimspiel gegen Standard Lüttich am Donnerstag mit 2:1 (1:0) gewonnen. David Abraham besorgte die Frankfurter Führung nach einem Freistoß  (28.). Martin Hinteregger war nach einer Ecke mit dem Kopf zur Stelle (73.). Lüttichs Semir Amallah ließ die Hessen kurz vor Schluss noch einmal um die drei Punkte zittern (82.).

"Das war ein sehr wichtiger Sieg, aber es war kein einfaches Spiel", sagte Eintracht-Mittelfeldspieler Sebastian Rode nach der Partie. "Wir haben es in der ersten Halbzeit verpasst, schnell genug nach vorne zu spielen. Zudem war es auf dem Platz sehr schmierig und damit schwierig zu kombinieren."

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Eintracht dominiert, Abraham trifft

Bevor es auf dem Platz sportlich zur Sache ging, hatte die Polizei in der Stadt schon alle Hände voll zu tun. Weil Zusammenstöße von Fans beider Lager auf dem Römerberg befürchtet wurden, erklärten die Beamten den Rathausplatz kurzerhand zur No-Go-Area für die Belgier. Der Gäste-Anhang versammelte sich daraufhin im Bahnhofsviertel, wo vereinzelte Flaschen flogen. Für 38 Lüttich-Fans endete die Anreise schon auf der Autobahn bei Aachen, wo sie mit Pyrotechnik erwischt und prompt wieder nach Hause geschickt wurden.

Spielerisch wurde da zunächst weniger geboten. Die Frankfurter waren zwar die dominante Mannschaft, Chancen erarbeiteten sie sich aber in den ersten 25 Minuten nicht. Mijat Gacinovic machte den Anfang, als er Gegenspieler Kostas Laifis im Strafraum tunnelte und dann vom Innenverteidiger am Knöchel erwischt wurde. Schiedsrichter Daniel Stefanski ließ weiterspielen. Vielleicht auch deshalb, weil Gacinovic etwas theatralisch abhob.

Drei Minuten später war diese Szene aber wieder vergessen. Ein Freistoß von Daichi Kamada von der linken Seite segelte bis zu Kapitän Abraham durch, der sich am zweiten Pfosten davongeschlichen hatte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte (28.).

Viele Flanken, wenig Ertrag

Bis zur ersten Lütticher Chance dauerte es noch eine Viertelstunde länger. Die hatte es dann aber auch in sich. Mit einem ansehnlichen Lupfer narrte Mehdi Carcela-Gonzalez die komplette Eintracht-Hintermannschaft. Amallah war durch und setzte seinen Dropkick weit über den Kasten von Frederik Rönnow (41.). Durchatmen kurz vor der Pause.

Unverändert ging es in die zweite Halbzeit. Weil die Belgier die Mitte dicht machten, kamen die Hessen weiter vorrangig über die Außen. Flanke um Flanke segelte in den Strafraum der Gäste. Ohne Bas Dost (muskuläre Probleme) fehlte in der Mitte aber oft der Abnehmer.

In der 49. Minute fand Filip Kostic dann aber doch einmal Goncalo Paciencia. Dessen sehenswerte Volleyabnahme wischte Standard-Keeper Vanja Milinkovic-Savic über die Latte. Danny da Costa versuchte es trickreich – oder ungewollt – mit einem Flankenschuss, der aber nur auf dem Tornetz landete (57.). Es war die beste Phase der Eintracht, die mit deutlich mehr Tempo aus der Kabine kam. Die Frankfurter hatten die Gäste weitestgehend im Griff, einzig die richtig, richtig zwingenden Chancen fehlten.

Amallah kontert Hinteregger

Wie ungerecht der Fußball manchmal sein kann, hätte Lüttich-Angreifer Duje Cop in der 65. Minute um ein Haar veranschaulicht. Oder besser gesagt: um eine Fußspitze. Weil der Stürmer einen Steilpass von Collins Fai um besagte Fußspitze verpasste, trudelte der Ball Zentimeter am Frankfurter Gehäuse vorbei ins Aus.

Für die (vermeintliche) Erlösung sorgte kurz darauf der zweite Innenverteidiger der Eintracht. Einen Eckball von Daichi Kamada köpfte Hinteregger so kompromisslos ins Netz, wie er zuvor am eigenen Strafraum die Gegner abräumte (73.). Der beruhigende zweite Treffer sorgte aber nur für neun Minuten Erleichterung. Amallah gelang nach einer Hereingabe von der linken Seite etwas überraschend der Anschlusstreffer (82.). Für einen Punkt reichte es für die Belgier aber nicht mehr. Auch weil der eingewechselte Angreifer Maxime Lestienne freistehend aus 15 Metern verzog (87.).

Die Eintracht hat damit im Kampf ums Weiterkommen in der Europa League einen großen Schritt gemacht. Zur Halbzeit belegt der Bundesligist in der Gruppe F Platz zwei mit sechs Punkten. Arsenal führt die Gruppe mit neun Punkten an, Lüttich hat drei, Guimarares wartet noch auf den ersten Zähler.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - Standard Lüttich 2:1 (1:0) 

Franfurt: Rönnow - Abraham, Hinteregger,  Hasebe - Rode, Sow - da Costa, Kostic (83. Chandler) - Gacinovic (75. Kohr),  Kamada (88. Fernandes) - Paciencia   
                 
Lüttich: Milikovic-Savic - Fai (85. Mpoku), Lavalee, Laifis, Gavory - Bastien, Cimirot - Boljevic, Carcela-Gonzalez (75. Oulare),  Amallah - Cop (72. Lestienne)          

Tore: 1:0 Abraham (28.), 2:0 Hinteregger (73.), 2:1 Amallah (82.)
Gelbe Karten: Hinteregger / -                                        

Schiedsrichter: Stefanski (Polen)     
 Zuschauer: 47.000                     

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Sendung: ARD, Nachtmagazin, 25.10.2019, 0:15 Uhr