Oliver Glasner im Training.

Nach dem Abgang von André Silva und dem Zugang von Santos Borré hat Trainer Oliver Glasner Einblicke in seine Offensivideen für Eintracht Frankfurt gegeben. Er plant mit den Flanken von Filip Kostic und spricht ein Sonderlob für einen Youngster aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner stellt sich vor

Zwei Neue: Trainer Oliver Glasner (li.) und Sportvorstand Markus Krösche
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Frankfurts neuer Trainer Oliver Glasner hat in seinen ersten Tagen vor Ort gleich eine positive Grundstimmung ausgemacht - und der Coach trägt auch seinen Teil dazu bei. Bestens gelaunt erzählte der Österreicher in einer Medienrunde am Montag von dem einen oder anderen Fax, das in Österreich mal nicht ankam und so einen Transfer verhinderte. Und von Gesprächen mit müden Spielern, bei denen er sich mehrmals wiederholen musste. Außerdem zeigte er sich entspannt, als er auf die Wechselgedanken seines Innenverteidigers Martin Hinteregger angesprochen wurde: "Ich kenne Martin schon aus Salzburg, das erschreckt mich nicht. Ich schmunzele eher."

Generell gab sich Glasner gelassen in Bezug auf all die Transferschlagzeilen des Sommers. Zwar hat er soeben mit André Silva den besten Stürmer in Kader verloren, doch der Trainer feilt bereits an einer neuen Marschroute für die Offensive. "Bei André hatte es sich schon länger abgezeichnet, dass er gehen will. Wir sind vorbereitet."

Glasner lobt Ragnar Ache

Dabei hob Glasner nicht nur auf den Zugang vom kolumbianischen Stürmer Santos Borré ab, sondern betonte auch die Bedeutung von Spielern aus dem bestehenden Kader. Dejan Joveljic käme mit der Visitenkarte von 17 Saisontreffern in Österreich, Goncalo Paciencia spiele in den Planungen eine Rolle und Ragnar Ache lobte Glasner gleich zwei Mal für dessen Engagement in den ersten Einheiten. "Ragnar bringt das Tiefgangprofil mit", so Glasner.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht holt Borré

Rafael Santos Borré
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Genau diesen Tiefgang und das Tempo will Glasner forcieren. Er fahndet nach Angreifern, die sowohl die Flanken von Filip Kostic als auch die Steckpässe von Amin Younes und Daichi Kamada verwerten können. Die Marschroute lautet also: "Wir wollen Andrés Tore auf mehrere Schultern verteilen."

Kaderplanung: "Es soll keiner mehr von der Fahne gehen"

Auffällig war dabei, dass Glasner mit Kostic und Kamada fest plante, wenn er vom neuen Offensivplan sprach. Beiden wurden Wechselabsichten nachgesagt, Interessenten gäbe es für sie zuhauf. Dazu sagt der neue Coach: "Es soll keiner mehr von der Fahne gehen. Unser Ziel ist es, den Kader so beisammen zu halten. Eine Garantie dafür kann ich aber auch nicht abgeben."

In der Abwehr hält der Trainer große Stücke auf Evan N'Dicka. "Er hat Größe, Tempo und Zweikampfstärke. Sein Setup ist top für einen Innenverteiger." Glasner sieht das Verteidigertalent daher eher nicht auf links, sondern im Zentrum - was auch für die Position im defensiven Mittelfeld gelten könnte. Der etatmäßige Spieler auf der Sechs, Sebastian Rode, konnte übrigens nach seinen Knieproblemen am Montag wieder mittrainieren.

Glasner ist beeindruckt vom Oldie

Ein weiterer Defensivakteur hatte es Glasner gleich in den ersten Einheiten angetan, nicht nur sportlich, sondern menschlich: Makoto Hasebe. "Wenn einer mit 38 Jahren sich nicht zu schade ist, das Tor zu tragen, dann spricht das für einen super Charakter", so Glasner. Immerhin muss er beim Oldie Hasebe nicht befürchten, dass dieser noch von der Fahne geht. Hasebe hat kürzlich seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert.