Martin Hinteregger Eintracht Frankfurt

Zwei Spiele, zweimal 90 Minuten auf der Bank: Martin Hinteregger ist bei Eintracht Frankfurt aktuell Reservist. Ein neues Gefühl für den Immer-Spieler. Der Zustand könnte sich aber schon bald ändern.

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Oliver Glasner wusste, dass diese Frage kommen würde. Richtig beantworten wollte er sie aber nicht. Es ist aktuell vielleicht die am meisten diskutierte Personal-Frage bei Eintracht Frankfurt: Wohin mit Martin Hinteregger? Bei der 2:3-Niederlage bei der TSG Hoffenheim saß der Österreicher zum zweiten Mal in Folge 90 Minuten auf der Bank - obwohl er fit war. Ein ungewohntes Gefühl für den Immer-Spieler. Aktuell, so scheint es, ist für den Publikumsliebling kein Platz in der Startelf.

Und so antwortete Glasner am Samstag auf die klassische Was-ist-mit-Hinteregger-Frage: "Wir sollten über das Spiel sprechen und die Spieler, die gespielt haben." In der Defensive, genauer gesagt der Dreierkette, sind das aktuell Tuta, Makoto Hasebe und Evan N'Dicka - und nicht Hinteregger.

Glasner lobt seine Dreierkette

"Ich finde, dass es die Dreierkette sehr gut gemacht hat die letzten Wochen", führte Glasner dann aber doch noch ein wenig aus und erklärte im Hinblick auf seinen Star-Reservisten: "Martin war raus in der Zeit, weil er nicht trainieren konnte. Ich habe mich entschieden, diese Dreierkette weiter zusammenzulassen." Ende des Statements. Mehr wollte Glasner nicht kundtun. Für Hinteregger ist das auf den ersten Blick kein gutes Zeichen.

Tuta, Hasebe und N'Dicka haben diesem Team Stabilität verliehen, keine Frage. Die Defensive war selten das Problem, eher das stockende Offensiv-Spiel. Auch hier hatte diese Formation seine Vorteile. Dass Hasebe immer noch als Libero ein Spiel ankurbeln kann, bewies der japanische Alt-Internationale mit Nachdruck. Durch ihn blühte auch die Doppel-Sechs um Kristijan Jakic und Djibril Sow förmlich auf, erwischte besonders gegen Union einen Sahnetag.

Ein fitter Hinteregger gehört eigentlich in die Startelf

Für Hintergger war da kein Platz. Hasebe bewies, dass er immer noch ein Spiel versteht wie kaum ein anderer, und N'Dicka neben ihm wird stärker und stärker. Dass der Österreicher als rechter Part der Dreierkette, wo aktuell Tuta spielt, nicht wirklich funktioniert, bewiesen die wenigen Versuche dieser Konstellation. Das Problem aber bleibt: Eigentlich gehört ein Mann seiner Qualität auf den Platz.

Das zeigt auch der Umstand, dass Glasner den 29-Jährigen mehrere Wochen zum Saisonstart trotz seiner Schulterverletzung in die Startelf beorderte. Hinteregger ist unersetzbar - das war das Zeichen. Bis jetzt. Gerade das Spiel bei der TSG Hoffenheim könnte nun aber den Österreicher zurück in die Startelf befördern. Weil es aufzeigte, was der Eintracht ohne ihn fehlt.

Zweikämpfe, Galligkeit - beides bringt Hinteregger mit

"Wir hätten heute alle drei Tore verhindern können", betonte Glasner nach der Niederlage. "Uns hat die letzte Galligkeit in der Defensive gefehlt." Galligkeit, genau das, was Hinteregger ohne Frage mitbringt. Der Defensivspieler ist ein Mann für die kernigen Zweikämpfe, dafür bekannt, sich nichts gefallen zu lassen. Nachfragen können bei dem Thema gerne an Olivier Giroud gestellt werden, den Hinteregger im Europa-League-Halbfinale 2019 an den Rande des Wahnsinns trieb und komplett abschaltete.

Ohne ihn fehlen diese Attribute in der Abwehrreihe. Besonders Georgino Rutter, der kantige Stürmer der TSG, zeigte der Eintracht-Defensive am Samstag auf, was ihr fehlt. "Wir haben die Kompromisslosigkeit im Defensivspiel vermissen lassen. Wir waren als Mannschaft nicht gewillt, die Lücken zu schließen und die Zweikämpfe zu bestreiten", so Glasner.

Bald zurück in der Startelf?

Kompromisslosigkeit, Zweikämpfe - beides wichtige Parameter im Fußball, die Hinteregger noch nie vorgeworfen worden sind. Es ist daher gut möglich, dass genau diese Niederlage von Eintracht Frankfurt im Kraichgau den ehemaligen Immer-Spieler wieder in die Startelf befördert. Denn ein zweites Mal will Glasner sicher nicht so über das Defensivverhalten seiner Elf schimpfen müssen.