Markus Krösche

Nach dem Hickhack um die Anzahl der Fans beim Testspiel zwischen Eintracht Frankfurt und St. Etienne schaltet Markus Krösche in den Angriffsmodus. Der Sportvorstand kritisiert die Corona-Vorgaben und stellt der Politik ein schlechtes Zeugnis aus.

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Audioseite 10.000 Fans beim Eintracht-Testspiel gegen St. Etienne

Frankfurter Fans vor dem Spiel der Eintracht.
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Der eigentlich schon abgeschlossene Streit um die Zuschauerzahl beim Testspiel zwischen Eintracht Frankfurt und AS St. Etienne am Samstag (15.30 Uhr) geht in die Verlängerung. Sportvorstand Markus Krösche meldete sich am Donnerstag mit einem Gastbeitrag im Kicker zu Wort und kritisierte darin die aktuellen Corona-Vorschriften für Profivereine und Fußballfans. Dass noch immer die Inzidenz als Richtwert für die Zulassung von Zuschauern gelte, fühle sich an, "als würden wir auf der Stelle treten", schrieb er.

Hickhack um Testspiel-Tickets

In den Auslegungshinweisen zur hessischen Coronaverordnung heißt es: Stadien für sportliche Großveranstaltungen dürfen künftig wieder maximal zu 50 Prozent ausgelastet werden, die Gesamtzahl der Zuschauer darf dabei 25.000 nicht überschreiten. Sobald die Inzidenz über 35 steigt, sinkt diese Zahl allerdings auf 5.000. Ob die Zuschauenden getestet, geimpft oder genesen sind, spielt in diesem Fall dann keine Rolle. Für Krösche ein Unding. "Pandemie 2021 darf weder so aussehen noch sich so anfühlen wie Pandemie 2020."

Seine Forderung deshalb: weniger Orientierung an Inzidenzzahlen, mehr Freiraum für Geimpfte, Genesene und Getestete. "Die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen sollte wieder mehr in den Vordergrund rücken, vor allem dann, wenn der Staat keine Lösungen mehr hat."

Der Staat, in diesem Fall das Land Hessen, hatte die Zulassung von 10.000 Fans für die Saisoneröffnung gegen St. Etienne am vergangenen Wochenende zunächst untersagt, die Verantwortung am Dienstag dann an das Frankfurter Gesundheitsamt weitergeleitet. Die Eintracht hatte sich vorbehalten, juristische Schritte einzuleiten.

Krösche fordert volle Stadien

Ausgeschlossen ist ein Gang vors Verwaltungsgericht angesichts der steigenden Inzidenzzahlen, am Donnerstag überschritt die Stadt Frankfurt mit 37,1 wieder die kritische Marke, allerdings nicht. Da die Hessen stets betont hatten, beim ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison gegen den FC Augsburg (21. August) 25.000 Plätze in der Arena besetzen zu wollen, ist eine Fortführung des Streits vorprogrammiert. "Mit Entscheidungen dieser Art wird es unmöglich sein, den Profisport und die Veranstaltungsbranche dauerhaft am Leben zu halten", so Krösche.

Der 40-Jährige, der ein abgeschlossenes BWL-Studium vorweisen kann, ging in seinen Forderungen sogar noch einen Schritt weiter und mahnte eine baldige Rückkehr zur Vor-Corona-Normalität an. Um die Existenz der Vereine und der damit verbundenen Arbeitsplätze nicht zu gefährden, sei "sehr zeitnah eine Vollauslastung der Stadien von existenzieller Bedeutung".

51.500 Zuschauer im Frankfurter Stadion hatte es zuletzt im März 2020 im DFB-Pokal gegen Werder Bremen gegeben. Für Krösche ist die Zeit des Wartens nun offenbar vorbei. Die Auseinandersetzung mit der Politik ist es noch lange nicht.

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