Frust bei Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt

Bei Eintracht Frankfurt kehrt zum Ende der Länderspielpause langsam wieder etwas Normalität ein. Auf dem Trainingsplatz ist mehr los, Aggressive Leader Kristijan Jakic gibt sich angriffslustig. Nur Sebastian Rode bleibt ein Rätsel.

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Kristijan Jakic
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Mit der großen Fußballwelt hatte das Training von Eintracht Frankfurt am Mittwoch nicht viel zu tun. Die dick eingepackten Spieler fuhren allesamt mit dem Fahrrad vor der Arena vor, Fans sind aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Garniert mit Nieselregen wird so eine Bundesliga-Trainingseinheit da schnell zu einer sehr tristen Veranstaltung. "Es ist kalt", fasste Kristijan Jakic im Pressegespräch die Lage zusammen. Eben noch erfolgreiche WM-Qualifikation mit Kroatien auf Malta und gegen Russland, jetzt wieder Abstiegskampf. Willkommen zurück.

Ab jetzt zählt's

Vier Tage vor dem Frankfurter Gastspiel beim SC Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr) fühlte sich einiges bei der Eintracht wieder nach Alltag an. Mit Jakic, Martin Hinteregger und Kevin Trapp standen immerhin drei zurückgekehrte Nationalspieler wieder auf dem Rasen, Filip Kostic trainierte im Kraftraum. Der große Rest der internationalen Reisegruppe soll am Donnerstag wieder mitmischen, nur der Kolumbianer Rafael Borré braucht wohl noch einen Tag länger.

Nach insgesamt fünf freien Tagen für die Daheimgebliebenen und Flügen um die Welt für die Auswahlspieler gilt nun die volle Konzentration wieder der Eintracht. In den nächsten fünf Wochen bis zur XS-Winterpause stehen für die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner insgesamt acht Partien auf dem Programm. In der Bundesliga geht es um Punkte im Tabellenkeller, in der Europa League um den Gruppensieg und eine gute Ausgangsposition für die K.o.-Phase.

In der Zeit bis Weihnachten entscheidet sich, wohin diese bislang sehr stockend angelaufene Spielzeit für die Eintracht gehen kann. "Wir wollen alle Spiele gewinnen", gab Jakic deshalb als Ziel vor. Zumindest die Ambitionen stimmen also.

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Rode kämpft mit seinem Körper

Beim Erreichen dieser Ziele eine Randfigur bleibt weiter Sebastian Rode. Der Kapitän, der wegen Knieproblemen in dieser Saison erst fünf Mal zum Einsatz kam und nie länger als eine Halbzeit spielte, fehlte auch am Mittwoch auf dem Rasen. Der Mittelfeld-Antreiber arbeitete erneut gemeinsam mit dem ebenfalls unpässlichen Christopher Lenz nur individuell an Fitness und seinem lädierten Körper, aus der Belastungssteuerung ist langsam, aber sicher ein Dauerzustand geworden.

Ein Einsatz am Sonntag im Breisgau ist laut eines Vereinssprechers zwar nicht ausgeschlossen. Mehr als die Joker-Rolle bleibt Rode, der seine Wichtigkeit fürs Team nicht zuletzt mit seinem Tor im Kellerduell bei Greuther Fürth unter Beweis stellte, aber gegen Freiburg nicht. Wann es mal wieder für mehrere Spiele am Stück über 90 Minuten reicht, steht in den Sternen.

"Ich würde mich freuen, wenn Seb zurückkommt", unterstrich auch Jakic, der seinen Spielführer auf dessen Position bislang sehr ordentlich vertritt. "Es wäre eine zusätzliche Motivation, wenn er da wäre."

Jakic glaubt an die Wende

Ob mit oder ohne Rode – klar ist, dass die Eintracht nach den drei Erfolgserlebnissen mit Last-Minute-Toren in Folge beim Tabellendritten aus Freiburg dringend nachlegen muss. Die Hessen haben sich zwar vor allem durch den 2:1-Sieg in Fürth etwas Zeit zum Luftholen verschafft, der Abstand zu Platz 17 und Arminia Bielefeld beträgt aber weiter nur vier Punkte. Die Gefahr ist lange nicht gebannt.

"Ich hoffe, dass wir das Quäntchen Glück der späten Treffer in die nächsten Spiele mitnehmen können", so Jakic. "Das hat uns Auftrieb gegeben. Ich glaube, es hat endlich Klick gemacht." Es gilt, diese These mit Leben zu füllen.

Nach der letzten Länderspielpause im Oktober, die Eintracht hatte im Spiel zuvor den FC Bayern besiegt, zeigte die Eintracht übrigens eine der schlechtesten Saisonleistungen und verlor mit 1:2 gegen Hertha BSC. Eine Wiederholung dieses Stimmungsdämpfers sollten die Hessen tunlichst vermeiden. Ein Fehlstart in die heiße Phase bis Heiligabend wäre in der aktuellen Situation nur schwer zu verkraften.