Aymen Barkok

Nach ausgestandener Verletzung kommt Aymen Barkok bei Eintracht Frankfurt wieder zum Einsatz - und zeigt in ungewohnter Rolle gute Ansätze. Hilft er, eine Baustelle der Hessen zu schließen?

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Es war eine der wenigen Szenen beim 1:1 der Frankfurter Eintracht gegen RB Leipzig, bei der die Zuschauer aus ihren Sitzen gingen. Der gerade ins Spiel gekommene Aymen Barkok kam nach knapp einer Stunde an den Ball und setzte ansatzlos zum Solo über die rechte Seite an. Barkok zog dabei an zwei Gegnern vorbei, holte letztlich eine Ecke raus, drehte sich anschließend zum Publikum und peitschte es gestenreich an. Und plötzlich war was los.

Nun ist es nicht so, dass Barkok in seinen 31 Minuten Einsatzzeit die Sterne vom Himmel gespielt hätte. Aber in einer Frankfurter Mannschaft, in der die allermeisten Spieler aktuell mit sich selbst zu tun haben, war Barkok doch so etwas wie ein kleiner Lichtblick. "Aymen hat gezeigt, dass er der Mannschaft helfen kann", lobte Trainer Oliver Glasner nach der Partie.

Lieber den Pass nach vorne als nach hinten

Und das nicht nur wegen seines Solos nach der Einwechslung. Auch in der Folge hatte der 23-Jährige immer mal wieder kleinere Aktionen, in denen er zumindest versuchte, dem lahmenden Eintracht-Spiel Impulse zu geben. Er gewann 55 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte eine Passquote von 83 Prozent.

Wo sein Vorgänger auf rechts, Almamy Touré, die Bälle lieber quer- oder zurückspielte, drehte Barkok auf, suchte eher den Weg nach vorne als den Alibipass nach hinten. Das klappte oft auch nicht, aber es ist das, was Eintracht Frankfurt aktuell braucht: Mut, Courage und Herz.

"Er hat das sehr gut gemacht"

Zumal die Position des Rechtsaußenverteidigers / rechten Schienenspielers auch in dieser Saison eine Baustelle ist. Touré ist zu unbeständig, Erik Durm und Timothy Chandler haben ihre Stärken klar in der Defensive.

"Ich habe vorab mit Aymen gesprochen, ob er sich das auch auf dieser Position vorstellen kann. Er hat das sehr gut gemacht", sagte Glasner nach der Partie. Ganz ohne Erfahrung ist Barkok auf der rechten Seite übrigens nicht. In der Jugend hat er regelmäßig als rechter Verteidiger oder rechter Mittelfeldspieler agiert.

Nach mehrwöchiger Verletzungspause ist Barkok nun also wieder da - und könnte nach bislang nur 93 Minuten in der Liga doch wieder wichtig für die Eintracht werden. Zumal er selbst gleich doppelt motiviert in die Spiele gehen dürfte: 2022 läuft Barkoks Vertrag aus, nach dann neun Jahren im Verein. Gute Argumente für eine Verlängerung kann Barkok nur sammeln, wenn er regelmäßig auf dem Platz steht - auch auf der rechten Seite.

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