Axel Hellmann

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürften in vielen Bereichen dramatisch werden – auch für Eintracht Frankfurt. Vorstand Axel Hellmann deutet nun an, dass der Club bis zu einem Viertel seines Umsatzes einbüßen könnte.

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Zum Artikel auf hr-inforadio.de Vorstandsmitglied Axel Hellmann über Eintracht Frankfurt und die Folgen der Corona-Krise

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Axel Hellmann hat mit Eintracht Frankfurt viel erlebt, Abstiege, Aufstiege, einen Pokalsieg und Touren durch Europa. Was aktuell aber im Zuge der Corona-Pandemie passiert, ist auch für den 48 Jahre alten Eintracht-Vorstand absolutes Neuland. Bis mindestens Mai ist die Bundesliga-Saison unterbrochen, wie es danach weitergeht, kann niemand sicher sagen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant eine Fortsetzung mit Geisterspielen, um den wirtschaftlichen Totalschaden einer entgangenen TV-Gelder-Tranche von ca. 750 Millionen Euro abzuwenden. Ob das klappt: ungewiss.

Schon jetzt ist aber klar, dass die Corona-Krise einen wirtschaftlichen Erdrutsch mit sich bringt, der in der Ligageschichte wohl seinesgleichen sucht. Es geht in allen möglichen Szenarien nur darum, wie viel, und nicht mehr ob die Vereine Geld verlieren. Auch deshalb rauchen bei den Verantwortlichen Köpfe und Taschenrechner gleichermaßen. "Ein sehr schwieriges Unterfangen", so Hellmann, "weil wir die Ausgangssituation nicht kennen. Wir müssen in verschiedenen Szenarien planen und auf die Dynamik der Krise reagieren."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Vorstand Axel Hellmann: "Verlust etwa ein Viertel des Umsatzvolumens"

Eintracht-Boss Axel Hellmann
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Ein Szenario, das Hellmann im Gespräch bei "hr-iNFO – das Interview" durchspielt, ist folgendes: "Wenn wir wissen, dass wir bis Weihnachten keine Spiele mit Zuschauern austragen werden, wird der Verlust bei allen Clubs etwa ein Viertel des gesamten Umsatzvolumens betragen", so Hellmann. "Wenn man bei uns von 200 Millionen Euro Umsatz ausgeht, mit denen wir für die kommende Saison geplant hätten, dann sind es nur noch 150 Millionen. Das wird bedeuten, dass man auf alles, was man macht, 25 Prozent Abschlag legen muss. Das wird den Kader betreffen, das wird die Investitionen betreffen, das wird alles betreffen."

Hellmann betont, dass das nur ein Szenario sei, das man durchplane. "Es gibt mehrere Szenarien, mit denen wir uns auseinandersetzen." Es ist in jedem Falle aber ein Schreckensszenario. Weswegen es auch bei Eintracht Frankfurt demnächst Maßnahmen geben wird, um die Kosten des laufenden Betriebs zu senken. "Für jeden ist klar, dass diese Krise einschneidend sein wird. Auch auf das gesamtwirtschaftliche Gebilde eines Clubs. Das ist auch von Anfang an den Spielern und Mitarbeitern klar gewesen", so Hellmann. Alle im Verein seien "zu der Erkenntnis gekommen, dass es nur geht, wenn alle verzichten."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Axel Hellmann: "Es geht nur, wenn alle verzichten"

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Zu Umfang und Details der Maßnahmen wollte sich Hellmann "in dieser Woche noch nicht" äußern, da sie noch "mit den Gremien abgestimmt werden" müssten. Zuletzt hatte es Berichte über Kurzarbeit der Mitarbeiter und Gehaltsverzicht der Profis gegeben. Ohne dies explizit zu bestätigen, betonte Hellmann aber, dass "alle in diesem Betrieb ihren Beitrag leisten werden, um durch diese Krise zu kommen".

Weitere Informationen

hr-iNFO – das Interview

Das komplette Gespräch mit Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hören Sie in hr-iNFO – das Interview: am Samstag (4.4.) ab 6.05, 14.05 und 20.35 Uhr sowie am Sonntag (5.4.) ab 10.05 und 18.30 Uhr.

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