Jesper Lindström jubelt

Eintracht Frankfurt ist in der Bundesliga nicht zu stoppen und überwintert auf einem Europapokal-Platz. Aktuell scheint der Gegner egal zu sein, die Kraft kommt aus dem Inneren. Die Analyse zum Sieg gegen Mainz in fünf Punkten.

Videobeitrag

Video

Die Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Mainz

eintrachhtPK
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt hat das dritte Bundesliga-Spiel in Serie gewonnen. Am Samstag bezwangen die Hessen den FSV Mainz 05 mit 1:0 (1:0). Den einzigen Treffer des Tages erzielte Sommer-Neuzugang Jesper Lindström in der 35. Minute.

1. Es muss nicht immer ein Tor-Spektakel sein

Was waren die vergangenen Bundesliga-Partien der Eintracht nicht für Spektakel. 3:2-Sieg gegen Gladbach, 5:2-Erfolg gegen Leverkusen, 2:3-Niederlage bei der TSG Hoffenheim - und nun gegen Mainz? Ein schnödes 1:0, ein klassischer Arbeitssieg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es muss eben nicht immer Spektakel sein.

Beiden Teams merkte man den Stress der vergangenen Wochen an. Besonders hinter den Hessen liegen intensive Monate, vollgepackt mit gleich einem ganzen Haufen an Spielen - Europa League inklusive. Da reicht zum Abschluss auch ein schnödes 1:0 mal. "Ich bin unglaublich stolz auf die Truppe. Wir hatten schon so viele Spiele, dann aber nochmal die Körner zu finden und die Spiele zu gewinnen. Das zeigt, welche Mentalität diese Mannschaft hat", urteilte auch Kapitän Sebastian Rode.

2. Die Null in der Defensive - das gibt's noch

So ein 1:0 geht, das ist natürlich auch keine all zu schwierige Analyse, aber nur dann, wenn man keinen Gegentreffer kassiert. Und darin ist die Eintracht definitiv kein Spezialist. Lediglich in drei Spielen blieben die Hessen wettbewerbsübergreifend in dieser Spielzeit ohne Gegentor. Viel ist das (leider) nicht. Nun kam endlich das vierte hinzu.

Denn: Gegen Mainz verteidigten die Frankfurter beinahe fehlerlos. Kevin Trapp musste nur kurz vor Schluss einmal ernsthaft aushelfen, sonst geschah nicht viel, was die hessische Defensive in Bedrängnis brachte. Man ist geneigt zu sagen: Jetzt können sie sogar verteidigen. Was denn noch alles?

Audiobeitrag

Audio

Eintracht schlägt auch Mainz

Jubel bei Eintracht Frankfurt
Ende des Audiobeitrags

3. Lindström nimmt richtig Fahrt auf

Fürs Verteidigen ist Jesper Lindström nicht direkt zuständig. Der Sommer-Neuzugang soll die Offensive in Schwung bringen und macht das seit Wochen in einer Art und Weise, dass endlich klar wird, warum die Eintracht-Verantwortlichen den Dänen unbedingt haben wollten - und fast sieben Millionen Euro für ihn auf den Tisch legten.

Gegen Mainz gelang Lindström nun schon der vierte Bundesliga-Treffer und er brachte die Eintracht damit auf die Siegerstraße. Der Däne ist bei der Eintracht endgültig angekommen, das ist mehr als augenscheinlich. "Wir sind ein gutes Team, das füreinander kämpft. Die Mentalität in der Mannschaft macht es einfacher für mich", sagte der Siegtorschütze hinterher.

4. Einziger Malus: die Chancenverwertung

Sieg gegen Mainz, ein sicherer Europapokal-Platz, kein Gegentreffer: Eigentlich gab es am Samstag wenig, das man bemängeln konnte. Eine Kleinigkeit war aber trotzdem dabei: die Chancenverwertung. Die Eintracht, die im zweiten Abschnitt deutlich defensiver agierte, hätte schon frühzeitig alles klar machen können, wenn nicht gar müssen.

Ein zweiter Treffer gelang trotz mehrerer guter Konter-Möglichkeiten bekanntermaßen aber nicht, was die Partie bis in die Schlussminuten offen hielt. Eintracht-Coach Oliver Glasner, so ehrlich war er nach der Begegnung, hätte diesen Spannungsbogen nicht benötigt. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir das 2:0 frühzeitig schießen. Die Chancen dazu hatten wir, das Spiel zu entscheiden", bemängelte der Frankfurter Trainer nicht zu Unrecht.

5. Für die Eintracht wird es ein schönes Fest

Und trotzdem stand am Ende der nächste Bundesliga-Sieg. Es war bereits der dritte in Serie. Eintracht Frankfurt, man kann es nicht anders sagen, ist ein Spitzenteam. Das Team von Trainer Oliver Glasner gewinnt Arbeitssiege wie gegen Mainz, gewinnt trotz Rückschlägen wie gegen Gladbach oder fulminant wie gegen Leverkusen. Die Eintracht gewinnt und gewinnt und hat so gar nichts mehr mit der Eintracht zu tun, die noch im Oktober durch die Liga wankte. Die Kraft kommt aktuell aus dem Inneren - und der Gegner scheint egal zu sein.

Die Eintracht zum Ende dieses Jahres ist daher auch die Geschichte eines Wandels. Auf einmal funktioniert (beinahe) alles, auf einmal überwintern die Hessen auf einem Europapokal-Platz, auf einmal gibt's ein schönes Weihnachtsfest. "Es ist ein super Jahresabschluss. Wir haben uns in den letzten Wochen gesteigert und sind als Team noch mehr zusammengewachsen", bilanzierte Timothy Chandler. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Außer: Der Mann hat recht.