Eintracht-Training in Windischgarsten
Die Eintracht im Trainingslager in Windischgarsten Bild © Jan Huebner/Voigt

Dass Eintracht Frankfurt derzeit in Windischgarsten weilt, ist kein Zufall. Der Ort in Oberösterreich verhalf Adi Hütter und Bruno Hübner in der Vergangenheit zu großen Erfolgen. Die Sache mit dem Aberglauben hat aber einen Haken.

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Adi Hütter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter in Österreich wie ein Popstar gefeiert

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Im oberösterreichischen Windischgarsten geht es die meiste Zeit des Jahres beschaulich zu. Am Rande des Toten Gebirges leben rund 2.500 Einwohner, die Fleischerei heißt Moser, der Bäcker Alois, in den insgesamt neun Restaurants gibt es so gut wie immer Schnitzel und im Sommer Eierschwammerl. Natürlich ist in der Nähe auch ein See, die Hotels werben mit Idylle, Wanderwegen und der guten Luft. Ein klassischer Urlaubsort zum Entspannen, sollte man meinen. Etwas gestört wird die Ruhe allerdings vor allem in den Monaten Juni und Juli durch Fußball-Mannschaften, die hier ihr Trainingslager beziehen. So wie zum wiederholten Male Eintracht Frankfurt.

"Adi Hütter hat den Wunsch geäußert, unbedingt hierher zu kommen", erzählt Gastgeber und Hotelchef Horst Dilly im Gespräch mit dem hr-sport. Er und Hütter kennen sich bereits seit 14 Jahren, schon als Spieler gastierte der heutige Eintracht-Trainer in Windischgarsten. In Laufnähe des Hotels gibt es zwei Rasenplätze, einen offenen Fitnessraum mit Ergometern, und auch die obligatorischen Eistonnen warten in Reih und Glied auf ihren Einsatz. So weit, so gewöhnlich. Die berühmten und oft zitierten "top Bedingungen" lassen sich auch an anderer Stelle finden. Warum also dieser unbedingte Wille?

Nächtlicher Rückflug nach Österreich

"Ich bin nicht umsonst schon zum vierten Mal hier. Wir freuen uns auf dieses Trainingslager", betonte Hütter gleich zu Beginn des insgesamt zehntägigen, allerdings durch das Qualifikations-Rückspiel in Frankfurt unterbrochenen, Aufenthalts in seinem Heimatland. Die Freude ist sogar so groß, dass selbst die Strapazen eines nächtlichen Rückflugs am Donnerstag in Kauf genommen werden, um möglichst viel vom Geist Windischgarstens aufzusaugen. Denn, so Sportdirektor Bruno Hübner in einem vereinseigenen Interview: "Immer, wenn wir hier waren, haben wir in der anschließenden Saison gute Erfahrungen gemacht." Der Aberglaube ist also schuld.

Wirft man einen Blick in die jüngere Vergangenheit von Hütter und Hübner, die beide maßgeblich an der Entscheidung pro Windischgarsten beteiligt waren, erkennt man klare Parallelen. So gastierte Hütter etwa vor der Saison 2017/18 mit den Young Boys Bern im Hause Dilly und feierte ein Jahr später die Schweizer Meisterschaft. Hübner brachte dank der Kraft der Luftkurortes sogar das Kunststück fertig, mit Zweitligist MSV Duisburg 2011 ins Pokalfinale einzuziehen. Und selbst der letzte Besuch der Eintracht im Jahr 2015 kann mit etwas Fantasie als Erfolg bezeichnet werden: Die darauffolgende Saison endete mit dem Sieg in der Relegation und gab den Startschuss für die erfolgreiche Ära von Niko Kovac.

Familie Hübner im selben Zimmer

"Wir waren jetzt schon drei oder vier Mal da, der Standort ist uns bestens bekannt", unterstrich Hübner noch einmal. Die besondere Verbindung des Sportdirektors zu Windischgarsten hat offenbar aber auch einen Haken: Denn wie es das Schicksal wollte, kamen vor Papa Bruno in diesem Sommer auch seine beiden Söhne Florian und Benjamin bereits in den Genuss des besonderen Spirits. Der Jüngere, Florian, ist Innenverteidiger bei Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin. Der etwas ältere, Benjamin, erledigt den gleichen Job bei der TSG Hoffenheim. Beide sind also direkte Konkurrenten der Eintracht, beide weilten im Trainingslager in Windischgarsten. "Sie hatten sogar dasselbe Zimmer", bestätigt Dilly.

Ob die Magie des Ortes aber tatsächlich für alle drei Hübners ausreicht? Einen ersten Hinweis, wer vom oberösterreichischen Glück mehr geküsst wurde, könnte es am 1. Spieltag geben. Dann trifft die Eintracht mit den Windischgarsten-Fans Hütter und Hübner senior auf Hoffenheim mit Windischgarsten-Neuling Benjamin.

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Eintracht im Trainingslager

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