Stefan Ilsanker Eintracht Frankfurt Jubel

Lange, sehr, sehr lange hat es gedauert, endlich hat es geklappt: Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga mal wieder gewonnen. Zu bemängeln gibt es hinterher nicht sehr viel - dennoch musste der Gegner mithelfen. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt hat nach neun sieglosen Spielen in Folge beim 2:0 (0:0) in Augsburg endlich wieder drei Punkte eingefahren. FCA-Verteidiger Raphael Framberger traf dabei ins eigene Tor (53. Minute), Stefan Ilsanker erzielte kurz vor Schluss den Endstand (87.).

1. Hat Hütter etwa eine neue Startelf?

Der Auftritt der Eintracht gegen Borussia Mönchengladbach unter der Woche hat Trainer Adi Hütter offenbar trotz des späten Gegentreffers äußerst gut gefallen. Die Konsequenz daraus: Der Österreicher nahm nur eine Änderung in seiner Startelf vor, Tuta ersetzte den gelb-rot-gesperrten Kapitän David Abraham.

Eine Maßnahme, die auch in Augsburg Wirkung zeigte. Die Mannschaft findet, das war auch in der Fuggerstadt zu sehen, vor allem fußballerisch immer besser zusammen. Aymen Barkok, Sebastian Rode, Djibril Sow und Amin Younes beherrschten das Mittelfeld, über links kam Filip Kostic mit seiner Wucht immmer wieder in aussichtsreiche Positionen und vorne wirbelte André Silva. Der Verlierer dabei: Daichi Kamada, der erneut auf der Bank saß und diesmal nicht einmal eingewechselt wurde.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht beendet Sieglos-Fluch in Augsburg

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2. Chancen en masse, aber der FCA muss mithelfen

Es war von Beginn an eine wilde Partie im nebligen Augsburg mit einer Menge Chancen - auf beiden Seiten. "Das war ein eigenartiges Spiel. Es ging hin und her, der FCA hatte sehr gute Chancen, aber wir hatten auch viele sehr gute Möglichkeiten", fasste Martin Hinteregger das Geschehen hinterher treffend zusammen.

In der Tat war es ein wilder Ritt, auf beiden Seiten gab es jeweils 15 Torschüsse. Die deutlich besseren Möglichkeiten hatte aber die Eintracht, vor allem Kostic vergab zweimal aus kürzester Distanz per Kopf. Bezeichnenderweise mussten nach all vergebenen Chancen am Ende die Augsburger mithelfen. Nach einer scharfen Hereingabe wollte Jeffrey Gouweleeuw klären, traf dabei jedoch Framberger, der das Leder aus wenigen Metern ins eigene Netz lenkte. Der Knoten war geplatzt, der Weg zum dritten Saisonsieg geebnet.

3. Ilsanker vollendet Joker-Kombination

Im Anschluss hatten die Hessen, was sie wollten. Der FCA musste das Spiel machen, Frankfurt konnte reagierten. Auch Trainer Hütter an der Seitenlinie, der in der 76. Minute aufgrund der sehr laufintensiven Partie (beide Teams rannten beinahe 120 Kilometer) gleich dreimal wechselte. Für Barkok, Silva und Younes kamen Bundesligadebütant Ajdin Hrustic, Ilsanker und Steven Zuber in die Partie.

Es war dann tatsächlich genau dieses Trio, das den Deckel drauf machte. Zuber trieb den Ball über die linke Seite, den Querpass in die Mitte ließ Hrustic für Ilsanker passieren, und der in die Kritik geratene Österreicher vollendete präzise. "Das war eine Riesenerleichterung für uns. Mit 2:0 steht man dann ganz anders da. Stefan hat den Treffer erzwungen. Das Tor war ganz wichtig", freute sich Hinteregger für seinen Landsmann. Es war das erste Eintracht-Jokertor der aktuell laufenden Spielzeit.

4. Endlich mal kein Gegentreffer - Trapp muss zahlen

Danach passierte nichts mehr. Was auch bedeutete, dass nach 17 Bundesligapartien Kevin Trapp endlich wieder einmal zu Null spielte. Der Schlussmann zeigte sich in guter Form und agierte bei den Abschlüssen der Augsburger sehr sicher. "Wir haben das Glück erzwungen", betonte Trapp, der selbst alles in die Waagschale geworfen hatte: "Ich habe Jan Zimmermann (Torwarttrainer, Anm. d. Red.) gesagt, dass die neuen Handschuhe die 'Zu-Null-Handschuhe' werden."

Der 30-Jährige ging zuvor sogar noch einen Schritt weiter, weshalb der Sieg nun zu einer teuren Angelegenheit wird: "Ich bin vor dem Spiel eine Wette eingegangen. Wenn ich zu Null spiele, dann muss ich drei X-Boxen kaufen." Trapp sah es freilich gelassen: "Ich freue mich, wenn ich anderen Leute eine Freude bereiten kann. Aber die größte Freude ist, dass wir zu Null gespielt haben."

5. Weihnachten ist gerettet

Was bleibt, sind nach diesem Erfolg nackte Zahlen, die versöhnlich stimmen: Nach 13 Spieltagen belegt die Eintracht mit 17 Punkten nun den neunten Rang. Pünktlich vor den Feiertagen haben die Hessen ihre lange, sehr, sehr lange Sieglos-Serie beendet. Die Erleichterung war bei allen Akteuren groß. "Das war ein Befreiungsschlag vor Weihnachten", erklärte Hinteregger mit Nachdruck.

Hütter betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Sieges und atmete durch: "Jetzt haben wir über Weihnachten ein paar Tage Zeit zur Regeneration und können den Sieg genießen." Auch der starke Erik Durm stellte zufrieden fest: "Wir sind mega happy, dass wir den Bock umgestoßen haben. Jetzt können wir Weihnachten genießen."