Borre von Eintracht Frankfurt gegen den Bielefelder Pieper

Einen Tag nach dem Streik von Filip Kostic verspielt Eintracht Frankfurt bei Arminia Bielefeld kurz vor Schluss den ersten Saisonsieg. Ruhe wird bei den Hessen wohl erst einmal nicht einkehren.

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Audioseite Eintracht fängt späten Ausgleich in Bielefeld

Christopher Lenz (l.) im Duell mit Bielefelds Masaya Okugawa.
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Eintracht Frankfurt hat am Samstag den ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison verpasst. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner kam bei Arminia Bielefeld trotz langer Führung nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und wartet damit weiter auf ein Erfolgserlebnis in dieser Spielzeit. Jens Petter Hauge (22.) hatte die Hessen in Front gebracht, Patrick Wimmer traf zum verdienten Ausgleich (86.).

Vor der Partie hatte es im Lager der Hessen jede Menge Unruhe gegeben: Kostic war dem Training am Freitag unentschuldigt ferngeblieben und will sich auf diese Weise zu einem anderen Verein streiken. Der Serbe fehlte wie angekündigt genauso im Kader wie Amin Younes, der ebenfalls keine Lust mehr auf die Eintracht zu haben scheint. Der Wechsel des 28-Jährigen nach Saudi-Arabien ist zwar geplatzt. Ob Younes eine Zukunft bei der Eintracht hat, darf aber ebenso bezweifelt werden wie ein Verbleib von Kostic: Kurzum: Eine ungestörte Vorbereitung sieht anders aus.

Eintracht zunächst unbeeindruckt

Den verbliebenen Spielern auf dem Platz waren die Turbulenzen der vergangenen 24 Stunden dann aber nicht anzumerken. Trainer Glasner schickte Daichi Kamada für den streikenden Kostic auf den Platz und setzte erneut auf ein 4-2-3-1-System. Djibril Sow und Ajdin Hrustic bildeten wie schon gegen Augsburg die Doppelsechs, davor durften sich Hauge, Kamada, Jesper Lindström und Rafael Borré austoben. Ein guter Schachzug.

Das Offensiv-Quartett rochierte viel, tauschte immer wieder die Positionen und zeigte schon in der Anfangsphase einige gute Ansätze. Ballsicherheit und Kombinationen stimmten, die Torgefährlichkeit und die Durchschlagskraft zunächst noch nicht. Genau das änderte sich aber in der 22. Minute: Nach einer schönen Verlagerung auf die rechte Seite und einer punktgenauen Vorlage des aufgerückten Erik Durm schob Hauge mit seinem zweiten Saisontreffer zur Führung ein. Ein Tor, das den Hessen guttat.

Die Eintracht blieb auch in der Folge das reifere Team und schaffte es lange Zeit, die Bielefelder vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Zwei kleinere Chancen vor der Pause entschärfte Frankfurts Keeper Kevin Trapp ohne Probleme, ansonsten hatte die Eintracht das Spiel im Griff.

Eintracht fällt in sich zusammen

Viel änderte sich auch nach Wiederanpfiff zunächst nicht. Die Arminia griff zwar etwas früher an und versuchte, die Eintracht zu Fehlern zu zwingen. Bis auf wenige Ausnahmen ließ sich die Mannschaft von Trainer Glasner aber nicht aus der Ruhe bringen, verwaltete den Vorsprung ohne größere Probleme und setzte selbst immer wieder Nadelstiche: Borré (52.) und Hauge (56.) nach Kontern sowie Hrustic nach einem Eckball (63.) hätten die Führung sogar weiter ausbauen können.

Nach rund einer Stunde kippte das Spiel dann aber und die Hessen verloren deutlich an Souveränität. Die Eintracht musste sich vornehmlich auf die Absicherung des eigenen Tors konzentrieren und wurde vermehrt in die Defensive gedrückt. Nachdem der Bielefelder Robin Hack zunächst noch drei gute Chancen liegen ließ und den Pfosten (66.) traf, einmal knapp vorbei zielte (75.) und einmal Martin Hinteregger auf der Torlinie abschoss (79.), machte es der eingewechselte Wimmer besser und traf mit einem satten Distanzschuss zum Ausgleich. Ein ebenso verdientes wie folgerichtiges Tor.

Und Kostic? Laut Sportvorstand Markus Krösche soll der Flügelflitzer trotz seiner offen zur Schau getragenen Unlust auf die Eintracht bleiben. "Es braucht ein gutes Miteinander, und Filip hat nun einen falschen Weg eingeschlagen. Das sind Dinge, die wir nicht akzeptieren können", sagte Krösche vor Anpfiff am Sky-Mikrofon. "Die Lösung ist, dass er bei uns bleibt. Ich gehe davon aus, dass er nächstes Jahr bei uns spielen wird." Ruhe wird wohl erst einmal nicht einkehren.

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Arminia Bielefeld – Eintracht Frankfurt 1:1 (0:1)

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen (60. Czyborra) - Prietl, Kunze (81. Wimmer), Hack, Okugawa - Klos, Krüger (71. Lasme)     
Frankfurt: Trapp - Durm, Ndicka, Hinteregger, Lenz - Sow, Hrustic, Hauge, Lindström (82. Ache), Kamada (73. Barkok) - Borré    (89. Paciencia)   

Tore: 0:1 Hauge (22.), 1:1 Wimmer (86.)
Gelbe Karten: - / Ndicka, Lenz

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)    
Zuschauer: 13.750 (ausverkauft)       

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