David Abraham

Kapitän David Abraham ist in Topform – und in zwei Wochen weg. Kann Eintracht Frankfurt den Argentinier intern ersetzen? Oder müssen die Hessen noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden?

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Ein guter vierter Platz wird es am Ende sein. Knapp vor Martin Demichelis und hinter Javier Pinola, Diego Klimowicz und Rodolfo Cardoso wird Eintracht-Kapitän David Abraham nach dem Spiel gegen Schalke in zwölf Tagen mit 185 Spielen auf Rang vier der Rekordargentinier der Bundesliga in die Geschichte eingehen. Dann ist sie vorbei, die Bundesligakarriere von David Angel Abraham, den es nach fünfeinhalb Jahren bei Eintracht Frankfurt aus familiären Gründen in die Heimat zieht.

Wie viel der Eintracht da verloren geht, zeigte sich zuletzt wieder im Spiel gegen Bayer Leverkusen. Beim 2:1-Sieg gegen die hochbegabte Werkself war der 34-jährige Abraham erneut der Fels in der Brandung, gewann 86 Prozent seiner Zweikämpfe und kochte die gegnerischen Offensivkräfte mit seiner Schnelligkeit und Erfahrung ein ums andere mal ab.

Ist Kronprinz Tuta so weit?

Die Eintracht stellt der Abgang des Kapitäns in der aktuellen Phase vor Probleme. Das Jahr 2021 ging mit dem Sieg gegen Leverkusen verheißungsvoll los, der Kontakt zu den Europacupplätzen ist hergestellt, die Gegner im Januar vermeintlich leichte. Gut möglich, dass die Eintracht nach Abrahams letztem Spiel sechs Zähler mehr eingefahren hat und endgültig oben mitmischt.

Und dann eben ohne Kapitän und Leistungsträger Abraham um die internationalen Plätze mitspielen muss. Mit Martin Hinteregger und Evan N'Dicka haben die Hessen zwei Innenverteidiger von Format, mit Tuta zudem Abrahams Kronprinzen in der Hinterhand. Aber der erst 21-jährige Brasilianer muss bei allen Anlagen, die er mitbringt, erst noch nachweisen, dass er auf Bundesliganiveau stabil mithalten, geschweige denn ein Leistungsträger à la Abraham sein kann. Zumal sich dann die Frage stellte: Wer ersetzt den Ersatz?

Ein Mangel an Rechtsfüßen

Mit Stefan Ilsanker und Almamy Touré hat Hütter noch zwei Defensivspieler im Kader, die auf der Innenverteidigerposition aushelfen können. Nur: Touré hat seine besseren Spiele für die Eintracht auf Rechts gemacht, auch hat er seine Unkonzentriertheiten bislang noch nicht nachhaltig abstellen können. Und Ilsanker ist schon allein aus Tempogründen im defensiven Mittelfeld besser aufgehoben.

Apropos Tempo: Einen Verteidiger hat Hütter noch in Makoto Hasebe, der zuletzt zwar auf der Sechs spielte (und das sehr gut), üblicherweise aber als Libero zwischen Abraham und Hinteregger in einer Dreierkette verteidigt. Gegen schnelle Gegner bekam dort aber zuletzt oft Hinteregger den Vorzug, um mehr Dynamik entgegensetzen zu können. Auf dessen Position links in der Kette rutschte dann N'Dicka, der bei seinem gewaltigen Talent aber sowieso regelmäßig spielen sollte. Hinteregger und N'Dicka sind zudem Linksfüße, die Hütter auf der rechten Abwehrseite ungern aufstellt.

Muss sich Frankfurt nach einem Innenverteidiger umsehen?

Hinteregger, Hasebe, N'Dicka und Tuta: Das kann klappen, muss es aber nicht. Zumal auch der menschliche Verlust von Integrationsfigur Abraham schwer wiegen wird. Also doch Ersatz? Gut möglich, dass sich die Hessen trotz aller Corona-bedingter finanzieller Zwänge neben einem Stürmer auch nach einem Innenverteidiger umsehen müssen. Viel wichtiger als Abrahams vierter Platz bei den Rekordargentiniern wäre letztlich nämlich der sechste Platz in der Bundesligatabelle.