Erik Durm

Eintracht Frankfurt bietet sich eine historische Chance, die Hessen wollen erstmals in die Champions League. Ausgerechnet gegen den Angstgegner aus Dortmund fehlen aber zwei wichtige Spieler.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel beim BVB

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Selten war eine Ausgangslage im Saisonendspurt so rosig für Eintracht Frankfurt. 26 Spiele gespielt, 47 Punkte, 53:36 Tore, Tabellenrang vier mit vier Punkten Vorsprung auf Rang fünf, der "nur" zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde.

Es gilt für die Hessen, der April wird heiß und beginnt mit einem echten Kracher. Am Samstag (15.30 Uhr) muss die Eintracht zu Ligaschwergewicht Borussia Dortmund, das ebenjenen fünften Platz belegt. Umso ärgerlicher, dass die Eintracht stark ersatzgeschwächt ins Spiel geht: Wie Trainer Adi Hütter am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bekanntgab, wird der verletzte Abwehrchef Martin Hinteregger auch beim BVB fehlen. "Martin wird sicher nicht spielen in Dortmund. Er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert, ist in der Reha. Wir dürfen kein Risiko eingehen", so Hütter.

"Man kann Haaland nicht alleine stoppen"

Da auch Makoto Hasebe gelbgesperrt passen muss, dürften in der Defensive größere Umbauarbeiten anstehen. Die wahrscheinlichste Option: Stefan Ilsanker verteidigt zentral, "er hat das gegen Leipzig super gemacht", so Hütter. Tuta und Evan N'Dicka verteidigen dann neben ihm.

Immerhin kann Erik Durm wohl wieder mittun, Hintereggers Ausfall aber kommt zur Unzeit. Schließlich hat der BVB in Erling Haaland einen der aufregendsten Stürmer der Welt in seinen Reihen, dem man aus Sicht der Hessen ein paar kernige Zweikämpfe mit Hinteregger durchaus wünschen würde. Seit er vor rund einem Jahr in Deutschland aufschlug, hat der Norweger in 49 Spielen 49 Tore erzielt – die Quote eines kommenden Weltstars. "Man kann ihn nicht alleine stoppen", so Hütter, der sich in dieser Woche mit neuen Abwanderungsgerüchten in Richtung Mönchengladbach konfrontiert sah.

"Der Druck liegt bei Dortmund"

Eine geschlossene Mannschaftsleistung braucht es in Dortmund allerdings ohnehin, will die Eintracht auch weiter von der erstmaligen Champions-League-Qualifikation träumen. "Wir müssen gut verteidigen. Sie haben viele gute Spieler, viel Klasse, sind bei Standards gut. Aber es ist mir wichtig, dass wir mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen, dass wir mutig Fußball spielen und zeigen, dass wir auf Platz vier bleiben wollen."

Mit offenem Visier also gen Königsklasse? Die Möglichkeit, die sich der Eintracht bietet, ist tatsächlich historisch: Mit einem Sieg könnten die Hessen den Champions-League-Dauergast um sieben Punkte distanzieren. Auch deshalb sagt Hütter: "Der Druck liegt bei Dortmund."

Bei Hütter "überwiegt die Freude"

Freilich liegt er aber auch bei Eintracht Frankfurt, denn die Hessen haben plötzlich etwas zu verlieren. Und das Programm bleibt knackig. Nach dem BVB kommt der VfL Wolfsburg nach Frankfurt, auch mit Gladbach und Leverkusen wird die Eintracht noch die Klingen kreuzen.

Aber Bangemachen? Gilt nicht, so Hütter. "Es überwiegt die Freude auf die kommenden Aufgaben. Es gibt 15 Punkte zu erreichen in diesem Monat, in einem sehr anspruchsvollen Programm. Wir haben ein bisschen gebraucht, bis der Motor ins Laufen gekommen ist. Jetzt sind wir vorne dabei. Und dürfen happy sein." Ein bis drei Punkte in Dortmund würden zur Happiness sicherlich beitragen.

So könnte Eintracht Frankfurt bei Borussia Dortmund spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung in Dortmund

Sendung: hr1, heimspiel!, 03.04.21, 15.05 Uhr