Sam Lammers (l.) und Oliver Glasner.

Nach dem Festtag in Europa wartet nun der Bundesliga-Abstiegskampf: Eintracht Frankfurt reist zum Schlusslicht Greuther Fürth. Die Hessen sorgen sich um das angeschlagene Personal - und den formschwachen Stürmer Sam Lammers.

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Im Nachgang der Europa League-Partie in Piräus ging es bei Eintracht Frankfurt um Getränke: und zwar um Ouzo und Milch. Der Frankfurter Gästeblock hatte nach dem 2:1-Sieg für Trainer Oliver Glasner das Liedchen angestimmt: "Oli, trink 'nen Ouzo". Ob der Cheftrainer sich tatsächlich einen Drink gegönnt hat, ist zwar unklar, Glasner selbst sprach am Freitag in Piräus aber eher von "Milchmädchen" und deren sprichwörtlichen Rechnungen.

Auf die Frage, ob nicht nach dem Sieg gegen den griechischen Meister ein Erfolg gegen das Bundesligaschlusslicht Greuther Fürth erwartbar sei, entgegnete der Österreicher gewohnt schlagfertig: "Wir haben bei Bayern gewonnen, also müssten wir ja Meister und Europa-League-Sieger werden. Und Waldhof Mannheim, die uns im Pokal geschlagen haben, müssten sicher aufsteigen und durchmarschieren. So funktioniert der Fußball aber nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

Hauge und Lindström könnten auch in Fürth ran dürfen

Natürlich bringt der Erfolg in Piräus rein formell keine Vorteile für das Auswärtsspiel am Sonntag (19.30 Uhr). Aber die Eintracht reist mit der Gewissheit, im Europapokal zu überwintern, nach Franken und mit dem Selbstvertrauen, jüngst einige Spiele in der Schlussphase für sich entschieden zu haben. Außerdem sammelten die zuletzt gescholtenen Jesper Lindström als Vorlagengeber und Jens Petter Hauge als Torschütze reichlich Bonuspunkte. Gegen die Spielvereinigung könnte wieder ihre Stunde schlagen, denn die Fürther ließen zuletzt Tempo und Spielstärke auf Bundesliga-Niveau vermissen.

Desweiteren belegte der Auftritt in Piräus, dass Frankfurt auch ohne den Unterschiedspieler Filip Kostic treffen und punkten kann. Glasner machte am Freitag zwar leise Hoffnungen auf eine Rückkehr des Serben, sagte aber auch: "Wir wollen nicht riskieren, dass es chronisch wird und er fünf Wochen ausfällt." Kostic klagte in den vergangenen Wochen über Schmerzen an der Achillessehne.

Glasner: "Lammers macht sich zu viele Gedanken"

Das Personalthema beschäftigt die Eintracht ohnhein: Erik Durm (Magen-Darm-Infekt) fiel in der Europa League aus, Sebastian Rode konnte nicht von Beginn an spielen, Djibril Sow und Kristijan Jakic mussten angeschlagen vom Platz. Ajdin Hrustic laborierte an einer Knöchelblessur. Martin Hinteregger hingegen wurde im Europacup geschont. "Martin wirkte auch vom Kopf her müde", erklärte Trainer Glasner.

Ein weiterer Akteur bereitet dem Coach große Sorgen - aber eher aufgrund seiner Form. Sam Lammers wirkte wieder einmal wie ein Fremdkörper im Spiel und wurde in Piräus ausgewechselt. "Er hatte im Frühjahr eine Schulter-OP, war nicht im Rhythmus und sollte hier vom ersten Tag an funktionieren", erklärte Glasner. "Er hat keine einfache Zeit, und das hat Spuren hinterlassen. Sam macht sich zu viele Gedanken und liest zu viel." Momentan zeige der Angreifer seine Qualitäten zwar zu selten, doch die Eintracht zweifele nicht an ihm. "Er bekommt unsere Unterstützung."

Gegen Fürth ist Ausrutschen nicht erlaubt

Eben jene Unterstützung erhielt auch Glasner vom Vorstand der Eintracht nach den ausbleibenden Erfolgen in der Liga zuletzt. "Für mich ist wichtig, dass ich den Rückhalt spüre", meinte er am Freitag. Unabhängig vom Abschneiden im Europapokal könnte der Druck allerdings zunehmen, wenn die Eintracht beim abgeschlagenen Letzten in Fürth ausrutschen sollte. In diesem Fall droht das Abrutschen in die Abstiegsränge. Spätestens dann bräuchten sie in Frankfurt härtere Getränke.

So könnte Eintracht Frankfurt in Fürth spielen:

So könnte die Eintracht in Fürth spielen.